Es ist 16.30 Uhr und auf der Wiese des ehemaligen Buswendeplatzes steigt die Spannung. Noch dauert es eine halbe Stunde bis zum Start des Säuli-Hürdenrennens, doch bereits säumen die ersten Fans den Rennparcours. Ein paar Jugendliche der Tiroler Blaskapelle Weer unterhalten sich am Pistenrand mit ihren Smartphones, Kinder suckeln an Glacen oder kaufen sich husch, husch noch schnell ein Wettticket. Für drei Franken ist man dabei und kann auf Barrique, Coopolino, Flurina, Mobi-Win, Silvester oder Stammsau tippen.

Zuerst gibts eine Besichtigungstour

Das Säulirennen ist eines der Highlights am Weininger Rebblütenfest. Das Rennen und die Atmosphäre rundherum sei eine Bereicherung für das Fest, sagt Rennleiter Roland Wüthrich. Bereits im März sind die Schweinchen ins Trainingslager nach Weiningen eingerückt. Nach dem Wochenende, an dem sie insgesamt fünf Rennen absolvieren, werden sie wieder ins Kloster Fahr zurückkehren, wo sie herkommen. «Das Rennen ist immer ein Riesenaufwand», sagt Wüthrich. Doch er lohne sich: «Wir machen es ja für die Festgemeinde, vor allem natürlich für die Kinder und Jugendlichen.»

Inzwischen ist es kurz vor 17 Uhr, der Start steht unmittelbar bevor. Entlang der Rennstrecke haben sich Hunderte von Menschen eingefunden. Schweinetrainer Christian Schmidbauer absolviert mit seinen sechs Säuli vorerst eine Besichtigungstour, damit die Tiere Rennluft schnuppern können. Dann gibt der Speaker das Startkommando: «10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 ... los!» Das ganze Publikum zählt mit. Entlang der Hürdenstrecke herrscht eine saumässig gute Stimmung. Die Boxen öffnen sich und die Säuli rennen Hals über Kopf in Richtung weisser Linie, wo ein Futtertrog auf sie wartet. Alt und Jung feuert die Schweinchen lauthals an, jeder hofft, dass sein Säuli als Erstes durchs Ziel spurtet.
13 haben richtig getippt

Schliesslich überquert die Nummer 5 zuerst die weisse Linie. Coopolino, gesponsert von Coop, hat das Rennen gemacht. Und so bekommen eine halbe Stunde nach Rennschluss 13 Wett-Teilnehmer je 13 Franken, weil sie auf Coopolino gesetzt haben.

Nach dem Rennen zerstreuen sich die Festmenschen in alle Himmelsrichtungen. Auf der Badenerstrasse tanzt eine Rock-'n'-Roll-Gruppe. Proppenvoll sind die meisten der 14 Beizlis. An der Chilbi lümmeln die Kinder und die Teenies herum. Quietschend dampft der «Rebblüetefäscht-Express» durchs Gelände. Die Musikkapelle Weer unterhält mit lüpfigen Tirolerklängen. Carmen, Thomas und René, die kurz zuvor noch auf ein Säuli gewettet haben, haben nun ihre Handys mit der Querflöte, der Tuba und dem Schlagzeug getauscht.