Schlieren

Das Rondell kommt: ab Sommer bauen die SBB neues Kiosk-Gebäude beim Schlieremer Bahnhof

Den Schlieremer Bahnhofplatz planen die SBB vorerst auf Grundlage einer Tempo-20-Zone ohne Trottoirs und mit Fussgängervortritt.

Den Schlieremer Bahnhofplatz planen die SBB vorerst auf Grundlage einer Tempo-20-Zone ohne Trottoirs und mit Fussgängervortritt.

Ab Sommer bauen die SBB ein neues Kiosk-Gebäude beim Schlieremer Bahnhof. Die restliche Platzgestaltung hängt von den Initiativen ab.

Baugespanne, die beim Schlieremer Bahnhofplatz in die Höhe ragen, zeigen bereits die Proportionen an, die das Rondell dereinst annehmen wird. Die SBB planen dort, wo heute ein Brunnen steht, ein kleines Gebäude, das einen Kiosk beherbergen soll. Diesen Sommer will man mit dem Bau beginnen, ein Jahr später soll er abgeschlossen sein, sagt Daniele Pallecchi, Sprecher der SBB, auf Anfrage.

Auf der Visualisierung ist ausser dem schlichten Gebäude zwischen dem historischen SBB-Gebäude und dem Abstieg zur Unterführung noch mehr zu sehen. Neben mehreren Bäumen gehen die SBB auch davon aus, dass kein Trottoir erstellt werden wird. So simpel dies klingen mag, so gross dürfte die Verwirrung sein, welche die Visualisierung bei einigen Betrachtern auslösen dürfte.

Ende 2017 unterbreitete der Stadtrat dem Gemeindeparlament eine Vorlage, wonach im Bahnhofsbereich Tempo 20 Eingeführt werden sollte. Bei diesem Regime – das auch unter dem Begriff Begegnungszone bekannt ist – haben die Fussgänger immer Vortritt und es gibt keine Trottoirs. Das Parlament sprach sich zwar grundsätzlich für dieses Vorhaben aus, änderte den Antrag jedoch ab. Die Begegnungszone wurde gekürzt und endete neu auf Höhe Neue Fossertstrasse.

Rechts und Links wehren sich mit Initiativen

Mit dieser Verkehrsplanung wollten sich die SP, die Grünen und die Grünliberalen nicht zufrieden geben und sammelten im Rahmen einer Initiative 300 Unterschriften für die ursprüngliche, lange Begegnungszone. Die Antwort von SVP-, FDP- und CVP-Exponenten liess nicht lange auf sich warten. Sie lancierten eine Unterschriftensammlung für die Umsetzung einer Tempo-30-Zone mit Trottoirs auf der Güter-, Bahnhof-, Graben- und Neuen Fossertstrasse – also ein Verzicht auf eine Begegnungszone.

Um das Stimmvolk nicht innert kürzester Zeit zwei Mal zu beinahe demselben Thema zu befragen, beschloss der Stadtrat die Initiative der Mitte-links-Parteien als Umsetzungsvorlage, jene der Mitte-rechts-Parteien als Gegenvorschlag an die Urne zu bringen. Wann genau darüber abgestimmt wird, ist auf Anfrage bei der Stadt nicht zu erfahren.

Auf den Bau des Rondells habe dieser Urnengang keinerlei Einfluss, sagt Pallecchi. «Das Bauwerk funktioniert unabhängig vom Entscheid des Stimmvolkes.» Anders sieht es bei der restlichen Planung des Bahnhofplatzes aus, die man auf der Grundlage einer Tempo-20-Zone erarbeitet habe. Unter der Voraussetzung eines Tempo-30-Regimes hätte man sich einer Strassenplanung anstelle einer Platzgestaltung annehmen müssen. «Rein baulich wäre der Einfluss des Abstimmungsentscheids nicht allzu gross, raumplanerisch ist er allerdings erheblich», so Pallecchi.

Entscheiden sich die Stimmbürger für die Tempo-30-Zone müsse man die Pläne überarbeiten. «Es ergäbe wenig Sinn, Geld in einen Bahnhofsplatz zu investieren, wenn dieser danach nicht als Platz genutzt wird.» Daher warte man mit dem Bau des Platzes ab, bis das Stimmvolk entschieden hat.

Das Gebiet um den Schlieremer Bahnhof verändert sein Gesicht nicht nur mit dem Rondell-Projekt und der Platzgestaltung. Die SBB sind derzeit daran, das historische Bahnhofsgebäude zu sanieren. «Es handelt sich um eines der ältesten der Schweiz», sagt Pallecchi. Es sei seit seiner Erstellung mehrmals umgebaut worden und nicht mehr mit seinem ursprünglichen Zustand zu vergleichen. «Da das Gebäude dennoch sehr bedeutend ist, arbeiteten wir bezüglich Planung und Ausführung eng mit der kantonalen Denkmalpflege zusammen.» Es sei anspruchsvoll, das historische Erbe zu bewahren und das Gebäude gleichzeitig an die heutigen Komfortansprüche anzupassen. Die Arbeiten am Bahnhofsbau, der anschliessend als Büro genutzt wird, sollen im Frühsommer dieses Jahres beendet sein.

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