Limmattalbahn
«Das Resultat ist deutlicher ausgefallen, als wir erwartet haben»

Der Zürcher Kantonsrat hat sich am Montag mit 165 zu 2 und 162 zu 4 Stimmen für die beiden Etappen der Limmattalbahn und einstimmig für das Strassenprojekt ausgesprochen. Daniel Issler, Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn, nimmt Stellung.

Bettina Hamilton-Irvine
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Daniel Issler, Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn.

Daniel Issler, Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn.

Katja Landolt

Limmattaler Zeitung: Herr Issler, Sie haben die Debatte über die Limmattalbahn im Zürcher Kantonsrat mitverfolgt. Mit welchen Gefühlen?

Daniel Issler: Es war spannend, zu hören, worüber die Politiker diskutierten. Und das Ergebnis ist natürlich für uns sehr erfreulich ausgefallen.

Der Kantonsrat hat sich mit überwältigender Mehrheit für die Limmattalbahn ausgesprochen. Wie gross ist der Stein, der Ihnen vom Herz gefallen ist?

Die Zustimmung hat sich im Vorfeld ja bereits abgezeichnet. Entsprechend haben wir erwartet, dass das Resultat positiv ausfallen wird.

In dieser Deutlichkeit?

Wir haben uns natürlich ein klares Resultat erhofft. Es ist aber sicher deutlicher ausgefallen, als wir erwartet haben.

Was erwarten Sie angesichts der deutlichen Zürcher Zustimmung vom Grossen Rat im Aargau, der in rund einem Monat über die Bahn befindet?

Auch im Aargau hat sich die Verkehrskommission für den Kredit ausgesprochen. Es sieht gut aus und wir rechnen auch dort mit einem positiven Resultat.

Die Gegner der Limmattalbahn haben bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie das Volksreferendum ergreifen werden. Regierungsrat Ernst Stocker hat im Rat gesagt, er sei einer Volksabstimmung nicht abgeneigt. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Es ist das Recht der Gegner, diese Unterschriften zu sammeln, um eine Volksabstimmung zu bewirken. Das entspricht dem Demokratieverständnis, welches wir hier in der Schweiz haben.

In den letzten Wochen hat sich der Ton der Gegner eher verschärft. Sind Sie nach wie vor im Gespräch?

Es gibt natürlich Gegner und Gegner. Mit denjenigen, welche die Bahn grundsätzlich ablehnen, sind wir momentan nicht im Gespräch. Aber dort, wo noch Einsprachen hängig sind, zum Beispiel an der Spitalstrasse in Schlieren, sind wir laufend in Verhandlung mit den entsprechenden Personen und hoffen, dass wir eine Einigung finden.

Die zwei grossen Einsprachen – diejenigen der Städte Dietikon und Schlieren – wurden zurückgezogen. Es gab aber insgesamt rund 200 Einsprachen. Wo stehen Sie mit den restlichen?

Es sieht gut aus. Wir sind bei einem Grossteil davon dabei, Vereinbarungen abzuschliessen. Das Ganze ist einfach eine Zeitfrage. Es ist sehr aufwendig, so viele Gespräche zu führen. Aber wir gehen davon aus, dass wir in den meisten Fällen Vergleiche abschliessen können.

Bis wann wollen Sie damit fertig sein?

Wir rechnen damit, dass wir die Einsprachen mehrheitlich bis Ende Jahr bereinigt haben. Das Bundesamt für Verkehr hat in Aussicht gestellt, dass die Plangenehmigungsverfügung bis Mitte 2016 vorliegen soll.

Ist das realistisch?

Ja. Und damit ist auch der Baustart per 2017 nicht gefährdet.

In Dietikon, Schlieren und Altstetten gibt es nochmals Projektänderungen. Wo stehen Sie da?

Die Projektänderung werden Anfang April dem Bundesamt für Verkehr eingereicht. Teilweise können sie im vereinfachten Verfahren erfolgen, wie zum Beispiel in Dietikon.

Das heisst, es kommt dort nicht mehr zu einer öffentlichen Auflage?

Nein, in Dietikon ist das nicht mehr nötig. Wir haben das mit dem Bundesamt für Verkehr geprüft. In Schlieren und Altstetten hingegen gibt es noch einmal eine öffentliche Auflage.

Ist es realistisch, dass es von der Stadt Schlieren nochmals zu einer Einsprache kommen wird?

Es ist, wie es Herr Stocker schon richtig gesagt hat, so: Wir haben mit Schlieren und Dietikon Vergleiche abgeschlossen, in denen steht, dass wir die Anpassungen als Projektänderung einreichen. Daher ist es eigentlich ausgeschlossen, dass es nochmals zu einer Einsprache kommt.

Natürlich wären die Städte theoretisch in der Lage, nochmals eine Einsprache einzureichen, aber diese hätte keine Gültigkeit, weil es bereits zu einem Vergleich gekommen ist.

Wann wird man etwa wissen, wer die Limmattalbahn betreiben wird?

Das Verfahren läuft bei beiden Bestellerkantonen, zurzeit können die möglichen Betreiber Offerten einreichen.

Wie lange dauert das Verfahren noch?

Dazu können wir als Limmattalbahn AG keine Auskunft geben. Das Verfahren führen die Bestellerkantone durch.