Weiningen

Das Rebblüetefäscht war dieses Jahr besonders schweizerisch

Am vergangenen Wochenende stand ganz Weiningen Kopf. Die Gemeinde beging zum 23. Mal das Rebblüetefäscht.

Zum Publikumsmagneten wurde am Sonntag der Auftritt des Superhorns. Das grösste Alphorn der Welt wurde begleitet durch ein Ensemble von 30 weiteren Alphörnern. Die Festgemeinde hatte sich am Fuss der Anhöhe versammelt. Am anderen Ende des 14 Meter langen Horns stand der Luzerner Alphornist Walti Sigrist.

Rebblüetefäscht: 30 Alphörner begleiten Walti Sigrist und sein Superhorn

30 Alphörner begleiten Walti Sigrist und sein Superhorn

Luzerner hat das längste Horn

Lange galt das Superhorn als unspielbar. Sigrist bewies das Gegenteil – und begeisterte sein Limmattaler Publikum. «Dieser Mann braucht viel Schnuuf!», kommentierte der sechsjährige Leon. «Viel Luft, aber auch viel Gefühl», bestätigte Sigrist nach dem Auftritt. «Das Schöne am Superhorn ist, dass man 32 Töne pro Oktave spielen kann, und somit mehr Lieder als mit normalen Hörnern.» Diese musikalische Vielfalt wurde ausgeschöpft. Das Ensemble präsentierte eine erfrischende Mischung aus traditioneller Volksmusik und bekannten Evergreens. Erstaunlich leise klang das Horn, über die Gemeindegrenzen hinweg war es wohl nicht zu hören.

Das sehr schweizerische Rebblüetefäscht schmückten etwa Jodlerchörli, Schwyzerörgeli und die Volkstanzgruppe Schlieren aus. Daneben trat auch noch die mexikanische Tanzgruppe Ticalli auf. Beim «Scharfe Egge» traf man sich zu Raclette, Chnoblibrot und zu guten Gesprächen oder in der Wirtschaft des Motorrad-Clubs Sabers MC (dieses Jahr neu dabei) zum Spanferkel.

Die Kinder zog es zu den sanften, grossen Bernhardinern des Vereins «Rigi Barry». Mit viel Geduld war auch Gianna (5) mit von der Partie, die wohl berühmteste Bernhardiner-Dame des Limmattals.

An sechs Degustationsständen konnten sich Besucher eins, zwei, drei Gläschen der Weininger Tropfen genehmigen. Am Stand des Weinguts Haug offerierte Ruth Haug ihren «Rosalino», eine Mischung aus Weiss- und Rotwein. «Wunderbar süsslich, perfekt für Sommerabende zu zweit», meinte sie mit einem Augenzwinkern und reichte das Glas über die Theke.

An den Tischen liess sich eine Traube Besucher nieder. Eilig hatte es niemand. Ausser die Reben. Die blühten dieses Jahr frühzeitig und waren zur Zeit des Fests fast vorbei, so Haug. «Wir stellen uns auf eine frühe Wümmet ein.»

Die Sorgen, die manch einen im Hinblick auf nächstes Jahr plagen könnten, wenn in Weiningen nicht Alphörner, sondern Bagger den Ton angeben, rückten in weite Ferne. Wie sagte es Goethe? «Und Sorgenbrecher sind die Reben.» Nach dem Fest werde man mögliche Alternativen begutachten, so Köbi Haug vom OK. Dann geriet er ins Schwärmen: «Wir dachten uns, das letztjährige Fest wäre an Schönheit nicht mehr zu überbieten. Wir hatten uns getäuscht.» Auch am Samstag war der Besucherandrang gross (siehe Artikel unten). «Wir versuchen, jedes Jahr Abwechslung ins Programm zu bringen, sodass für jeden etwas dabei ist, vom Baby bis zum Urgrossvater.»

Viel Spass

Auch OK-Präsident Hans-Heinrich Haug meinte fröhlich: «Das Fest verlief friedlich und die Vereine sind zufrieden.» Und wenn er sehe, wie viel Spass die Leute hätten, dann lohne sich der Chrampf, ein Fest dieser Grössenordnung auf die Beine zu stellen. Geschätzt wird die Arbeit des Organisationskomitees ohne Zweifel. Corradino Schaad aus Oberengstringen ist das Fest ans Herz gewachsen. «Was hier jedes Jahr geboten wird, ist sensationell.» Ins selbe Horn stösst Esther Geiger aus Weiningen. Sie war schon beim ersten Rebblüetefäscht vor 24 Jahren dabei. «Die Stimmung war wie immer toll», sagte sie.

Der Rebblüetefäscht-Samstag in 56 Bildern:

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