In der Überbauung Trio zwischen Zürcherstrasse, Limmat und Poststrasse hat sich eine Lücke geschlossen. In den seit Jahren leerstehenden Räumen im Erdgeschoss von Block D hat sich das Radiologiezentrum «Mensch im Bild» eingerichtet. Hier werden MRI-Untersuchungen, Computertomografien, Ultraschalls, digitales Röntgen und Mammografien durchgeführt, je nach Wunsch auch unter Hypnose.

Die Institutsleiterin Eva Brischnik ist keine Unbekannte im Limmattal. Von 2003 bis 2010 arbeitete sie als Oberärztin und später als leitende Ärztin in der Radiologie am Spital Limmattal. Hier baute sie 2004 das MRI-Zentrum Schlieren auf, das per Anfang 2012 ins Spital integriert wurde. 2010 wechselte Brischnik ans Kantonsspital Baden, bis sie sich 2012 dazu entschloss, sich selbstständig zu machen.

Die Standort-Wahl für das Institut fiel rasch auf Dietikon. «Mit den meisten Hausärzten hier habe ich jahrelang zusammengearbeitet und kenne sie entsprechend gut», sagt Brischnik. Ausserdem berge das enorme Bevölkerungswachstum im Limmattal viel Potenzial an Patienten. Doch nicht nur das: Ihr gefällt Dietikon auch als Stadt, mit ihrem Bevölkerungsmix mit Menschen aus allen Ländern und allen Schichten.

Bildet sie mit ihrer Standortwahl nicht eine direkte Konkurrenz für das Spital Limmattal? «Im weitesten Sinne, ja», sagt Brischnik. «Aber wir sind keine feindliche Konkurrenz.» Sie habe die Chefärztin der Radiologie auch umgehend über die Eröffnung orientiert und angeboten, in dringenden Fällen Patienten zu übernehmen. «In Spitälern gibt es oftmals lange Wartezeiten; wir können Patienten in der Regel am gleichen Tag untersuchen.»

Geräte von Zügen abschirmen

Für den Standort Dietikon sprach nicht zuletzt auch die Lage: Verkehrstechnisch gut angeschlossen mit Autobahn, BD-Bahn und SBB, und mitten in der Stadt. Selbst die Limmat direkt nebenan hat ihre Vorteile, so können die riesigen Lüftungsanlagen zur Kühlung der Geräte mit Flusswasser gekühlt werden. Die unmittelbare Nähe zu Bahngeleisen und Zürcherstrasse aber wurde zur Knacknuss. «Züge und Autos sind aus Eisen und deshalb magnetisch. Das stört unsere Geräte, die mit Magneten arbeiten», sagt Brischnik. Das MRI musste deshalb in einen faradayschen Käfig aus Kupferdraht gestellt werden, um das Gerät gegen diese Magnete zu schützen.

Geschützt werden müssen aber nicht nur die Geräte vor dem Verkehr, sondern auch die Menschen vor den Geräten. Im Zentrum mussten Bleiwände eingebaut werden, um die Streustrahlung aufzufangen. Damit niemand durch die Strahlung belastet wird, wurden die Räume vom Bundesamt für Gesundheit, dem BAG, kontrolliert und abgenommen.

Patienten werden in der Regel von den Hausärzten an das Zentrum überwiesen, manche kommen direkt vorbei. Noch ist das Institut nicht ausgelastet, aber Brischnik bereut ihren Schritt in die Selbstständigkeit nicht. «Ich kann das machen, was ich für gut befinde. Und ich habe die Zeit, mich mit jedem einzelnen Patienten auseinanderzusetzen.»