Dietikon
Das Projekt «Rocco» erfüllt alle Anforderungen

Die katholische Kirche stellt das Siegerprojekt vor, das in der Breiti realisiert werden soll. Die Jury stellte dabei hohe Anforderungen. Das Projekt «Rocco» des Architekturbüros Fahrländer Scherrer erfüllte diese am besten.

Dominic Kobelt
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So soll das neue Mehrfamilienhaus in der Breiti einmal aussehen. zvg

So soll das neue Mehrfamilienhaus in der Breiti einmal aussehen. zvg

In der Breiti, wo heute ein Kinderspielplatz ist, sollen Wohnungen für Senioren und Familien entstehen. Die Katholische Kirchgemeinde Dietikon, der das Land seit über 50 Jahren gehört, hat vier Projekte im Wettbewerb gegeneinander antreten lassen. Eine Jury aus drei Fachpreisrichtern und drei Mitgliedern der Kirchenpflege hat das Projekt «Rocco» zum Sieger erkoren.

Projekte drehten «Ehrenrunde»

Die Jury stellte hohe Anforderungen an das Projekt. Die Wohnungen sollten alters- und behindertengerecht werden, grosszügige Balkone haben und den Minergiestandard erfüllen. Den vorhandenen Raum möchte man möglichst gut ausnutzen – den Kinderspielplatz wollte die Kirchgemeinde aber beibehalten, wenn auch in kleinerem Rahmen.

Das Projekt «Rocco» des Architekturbüros Fahrländer Scherrer erfüllte die Anforderungen am besten. Miriam Keller, Kaspar Fahrländer und Gregor Scherrer, die drei beteiligten Architekten, freuen sich über den Entscheid der Jury. Es war ein knapper Sieg: Zwei Projekte kamen in die engere Auswahl, mussten aber eine «Ehrenrunde» drehen, wie Remy Wipfler, Leiter des Wettbewerbs, erklärt: «Beide Projekte waren sich ähnlich, hatten aber entscheidende Mängel – das Team des Siegerprojekts ist stärker auf die Kritik der Jury eingegangen.»

Spielplatz bleibt öffentlich

«Die Wohnungen sind bezüglich Grundriss sehr unterschiedlich», sagt Architektin Miriam Keller. So könne man Mietern mit unterschiedlichen Bedürfnissen interessante Alternativen bieten. Es sind 17 Wohnungen mit zweieinhalb bis viereinhalb Zimmern geplant. Die Tiefgarage wird über die bestehende Rampe der benachbarten Alterssiedlung erschlossen, so könne man Synergien nutzen, sagt Keller. Gemeinschaftsräume und Vorplätze sollen das Zusammenleben fördern. Der Kinderspielplatz nimmt auf dem Projektplan knapp einen Drittel der Grundstücksfläche ein und ist im südlichen Teil positioniert. «Dort fällt der Schattenwurf des Gebäudes geringer aus und die Häuser ringsherum sind niedriger», begründet Keller.

«Der Spielplatz bleibt öffentlich zugänglich», sagt Karl Geiger, Präsident der katholischen Kirchenpflege. Zudem habe die Stadt Dietikon bestätigt, dass ein Ersatz des Spielplatzes erstellt werde, die notwendigen Kosten seien bereits in die Finanzplanung aufgenommen.

Kirche möchte Einnahmen

«Die Kirchgemeinde erzielte bis jetzt mit dem Grundstück nie einen Ertrag. Das kann sie sich nicht länger leisten», sagt Martin Eugster, Mitglied der Kirchenpflege. Die Kirchenpflege erhofft sich durch die Vermietung der Wohnungen jährliche Einnahmen für die Kirchgemeinde zwischen 250000 und 300000 Franken. «Es sollen preiswerte, moderne Mietwohnungen entstehen, aber kein sozialer Wohnungsbau», sagt Geiger.

Laut bauökonomischer Beurteilung wird «Rocco» etwa neun Millionen Franken kosten. Die Kirchenpflege möchte ein Vorprojekt mit vertiefter Kostenschätzung ausarbeiten lassen und beantragt deshalb der Kirchgemeindeversammlung einen Projektierungskredit in der Höhe von 300000Franken. Darüber wird am 4.Juni abgestimmt. Wenn das Projekt umgesetzt wird, sollten die Wohnungen 2014 bezugsbereit sein.

Die Projekte sind die ganze Woche im Pfarreizentrum St. Agatha ausgestellt. Interessierte können sie sich während der Bürozeiten ansehen.