Schlieren
Das Projekt der Kunstkammer geht zu Ende

Die Kunstkammer Schlieren machte seit Ende Juni mit einem ganz speziellen Konzept auf sich aufmerksam. «SAME(difference)_sculpture in relation» hiess das Projekt der beiden Kuratorinnen Tanja Trampe und Anne Koskiluoma.

Yanick Ammann
Merken
Drucken
Teilen
Die Kuratorinnen Tanja Trampe (l.) und Anne Koskiluoma bleiben bis im Frühjahr bei der Kunstkammer.

Die Kuratorinnen Tanja Trampe (l.) und Anne Koskiluoma bleiben bis im Frühjahr bei der Kunstkammer.

Limmattaler Zeitung

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB) sowie mit internationalen und Schweizer Künstlern entstanden vier Events. Im Zentrum stand die Transformation von Skulpturen.

Gemeinsam zum Kunstwerk

Ein wichtiger Aspekt für die beiden Kuratorinnen war bei der Auswahl der Künstler auch, dass sich diese untereinander nicht kannten. «Es ist spannend zu sehen, wie Leute, die sich nicht kennen, aus der ganzen Welt zusammenkommen und gemeinsam an einem Projekt arbeiten», so Trampe.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist aber keine Ausstellung mit fertigen Skulpturen. Die Kunstwerke wurden vielmehr während der Events live von den Künstlern geschaffen und in ständigem Kontakt mit den Zuschauern verändert und weiterentwickelt. Das Medium spielte dabei keine Rolle. So durften die Besucher auch selbst Hand anlegen oder zum Stift greifen. «Alle sind Teil der Skulptur», so Koskiluoma.

Abschluss des Projektes

Unter dem Titel «Take A Seat: Draftmen's Poetic Social Club» wurden bildnerische Gestaltung, Literatur und Musik verbunden. Gleichzeitig zeichneten, lasen und musizierten die Künstler. Dabei waren diese in stetigem Kontakt mit den Zuschauern, sodass sie den Schaffungsprozess hautnah miterleben konnten. Anstatt des fertigen Produkts sahen sie den kreativen Prozess in Echtzeit. «Heutzutage läuft alles sehr schnell, und da ist gerade die Beschäftigung mit der Echtzeit enorm wichtig», so Koskiluoma.

Für diese Art von Kunst brauche es - so die Kuratorin weiter - die richtigen Künstler, die bereit sind, ihren Schaffungsprozess offen darzulegen. So zeichneten Nigel Peake aus Lausanne und James Jarvis aus London am Samstag ihre Beobachtungen und Eindrücke an die Hauptwand der Kunstkammer. Dabei konnten die Zuschauer unter Betreuung der beiden Künstler selbst Ideen einbringen. So entstand mit der Zeit ein gemeinsames Kunstwerk, das sich jedoch stetig veränderte.

Weitere Projekte unter Kuratorinnen

Trampe und Koskiluoma haben sich an der Zürcher Hochschule der Künste kennen gelernt, wo sie zurzeit ihr Master-Studium absolvieren. Trampe, die in Urdorf aufwuchs, und Koskiluoma, die in Schlieren zur Schule ging, schätzen den persönlichen Bezug zu Schlieren und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den lokalen Künstlern der AZB. Die beiden kuratieren die Kunstkammer Schlieren noch bis im Frühling des kommenden Jahres.