Oberengstringen
Das Potential der Zentrumskreuzung liegt in den Seitenräumen

Mit der Neugestaltung der Zentrumskreuzung soll die Umgebung der Strasse aufgewertet werden. Beim Gestaltungskonzept werde der Fokus auf die Seitenräume gelegt, erklärt Yves Meyer Mitinitiant des Konzepts von der Metron.

Sandro Zimmerli
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Die Studie sieht zwei Fussgängerstreifen über die Zürcherstrasse sowie einen Platz vor dem alten Schulhaus und eine neue Bushaltestelle vor..jpg

Die Studie sieht zwei Fussgängerstreifen über die Zürcherstrasse sowie einen Platz vor dem alten Schulhaus und eine neue Bushaltestelle vor..jpg

Limmattaler Zeitung

«Die Zürcherstrasse wird nicht zu einer Begegnungszone, aber man kann viel machen», sagte Urs Waldvogel, Entwicklungsingenieur West des kantonalen Amtes für Verkehr. Welche Möglichkeiten bestehen, um die Zentrumskreuzung in Oberengstringen neu zu gestalten und damit auch aufzuwerten, zeigt das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Kreuzung. Es wurde vom Kanton beim Raumplanungsbüro Metron in Auftrag gegeben und am Montagabend zusammen mit dem Masterplan für das Dorfzentrum der Öffentlichkeit präsentiert.

So sollen zwei neue Fussgängerstreifen bei der Kreuzung die oberirdische Querung der Zürcherstrasse möglich machen, wie Yves Meyer von der Metron ausführte. Der eine würde die Bäckerei mit der Post, der andere das Zentrum mit dem alten Schulhaus verbinden. Ab der katholischen Kirche soll eine Mittelzone mit Kandelabern entstehen. Sie würde auf der östlichen Seite der Kreuzung bis zum Jugendhaus weitergeführt. Auf der Fahrbahn sind zudem Radstreifen geplant. Entlang der Zürcherstrasse sollen Bäume eine Art Tor in Richtung Kreuzung bilden.

Neuanordnung der Haltestellen

Auf der Kreuzung selber würden von Unterengstringen her kommend die separaten Links- und Rechtsabbiegspuren bestehen bleiben. Von Zürich kommend sind ein Geradeaus-Rechts- sowie ein Linksabbieger vorgesehen.

Eine wichtige Neuerung betrifft die beiden Bushaltestellen. Angedacht ist eine Neuanordnung der Haltestellen. Jene bei der Post würde über die Kreuzung verlegt und käme direkt gegenüber dem Zentrum zu liegen. Vor dem alten Schulhaus könnte gleichzeitig ein kleiner Platz, möglicherweise auch ein Neubau mit Läden und Wohnungen, eine Art Zentrum Nord entstehen. Auch der Vorplatz vor der Post würde durch die Verschiebung der Haltestelle aufgewertet.

«Aufwertung der Seiten ist zentral»
Die Bushaltestelle vor dem Zentrum soll Richtung Zürich verschoben werden. Dadurch würde direkt vor dem Zentrumseingang ein kleiner Vorplatz entstehen. «Bei diesem Betriebs- und Gestaltungskonzept legen wir den Fokus auf die Seitenräume. Die Aufwertung der Seiten ist ein zentraler Punkt der Studie», sagte Meyer.

Ein weiterer Fussgängerstreifen könnte zudem im Bereich zwischen dem Zentrum und dem Jugendhaus entstehen. Der bestehende Übergang bei der Pizzeria soll Richtung Zentrum verlegt werden und so die beiden Schuleinheiten besser miteinander verbinden. Generell sollen mit den neuen Querverbindungen eine Öffnung des Zentrumsbereichs und die bessere Zugänglichkeit des Dorfplatzes erreicht werden. Diese neu zu schaffenden Fusswege bilden denn auch die Schnittstelle zum Masterplan.

Mit der Studie zur Neugestaltung der Kreuzung kommt der Gemeinderat einem Wunsch entgegen, der anlässlich der Zukunftskonferenz geäussert wurde. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um unsere Wünsche anzubringen, weil die Zürcherstrasse zwischen Unter- und Oberengstringen ohnehin saniert werden muss», sagte Gemeindepräsident André Bender.

Minimalstandards sind definiert

Auch für Waldvogel ist es aus Sicht der Gemeinde ein sinnvoller Zeitpunkt. «Vor einigen Jahren hat der Kanton Minimalstandards für Strassensanierungen definiert. Bei einem Betriebs- und Gestaltungskonzept fliessen auch die Bedürfnisse der Gemeinde mit ein», so Waldvogel. Auf Wunsch der Gemeinde seien auch Abweichungen von diesen Standards möglich. Allerdings müsse sie die Mehrkosten tragen. «Trotzdem kann eine Gemeinde so für wenig Geld ihre Ortsdurchfahrt mitgestalten», erklärte Waldvogel.

Frühestens 2018 fertig

Da es sich um eine Studie und kein fertiges Projekt handelt, liegt nur eine Grobschätzung der Kosten für die Neugestaltung der Kreuzung vor. «Das Gesamtprojekt würde wohl zwischen 3 und 3,5 Millionen Franken kosten. Die Gemeinde müsste davon 800 000 bis 1 Million Franken übernehmen», antwortete Waldvogel auf eine Frage aus dem Publikum.

Es könne aber auch weniger sein. Noch sei aber nichts entschieden. Zuerst müsse ein Projekt ausgearbeitet und dann das Einspracheverfahren durchlaufen werden. «Optimistisch gerechnet könnten wir 2017 mit dem Bau beginnen. Die Inbetriebnahme der neuen Kreuzung wäre dann 2018 möglich», so Waldvogel.