Auf der Höhe Eschengut und Hofacker in Dietikon ist kein Geplätscher zu hören. Dort wo üblicherweise der Schäflibach fliesst, liegt das Bachbett trocken. Wie Urs Hilfiker, Pächter des Schäflibaches, sagt, sei der Schäflibach in den letzten zwei Tagen an dieser Stelle trocken gelaufen: «Dass der Bach zwischen Dietikon und der Limmat ausgetrocknet ist, hätten wir nicht erwartet.»

Deswegen hat der Pächter zusammen mit dem zuständigen kantonalen Fischereiaufseher am Freitagnachmittag den Schäflibach abgefischt. «Wir konnten einige Forellen und Groppen retten», sagt er. Diese würden nun im oberen Teil des Schäflibaches in Urdorf wieder eingesetzt – dort, wo das fliessende Gewässer noch einige tiefere Stellen aufweist und komplett eingewaldet ist. «Wir werden die Situation im Auge behalten und in den kommenden Tagen allenfalls nochmals abfischen», so Hilfiker.

Die Trockenheit dürfte die Flora und Fauna des Bachs in Mitleidenschaft ziehen, wie Hilfiker sagt: «Die Fische sind das eine, die meisten anderen Bachlebewesen gehen ein.» Das beinhaltet Rückenschwimmer, Wasserläufer, wasserlebende Fliegenlarven sowie Wasserschnecken, Egel und Bachflohkrebse. Zwar könnten die Wasserläufer und Krebse während der Trockenheit etwas über Land gehen, bis sie wieder auf Wasser treffen. Aber: «Für die restliche Fauna bedeutet die jetzige Trockenheit den sicheren Tod», so Hilfiker.

Erholung braucht Monate

Und das hat Konsequenzen für die künftige Ansiedlung der Tiere im Bach. Zwar können die Fische in tieferen Stellen des Baches überleben, weiterhin laichen: «An diesen Orten herrscht für die Fische derzeit Dichtestress», so Hilfiker. Bis Fauna und Flora im Schäflibach wiederhergestellt seien, kann es je nach Grösse des trockengefallenen Abschnitts aber einige Wochen oder Monate dauern, heisst es vonseiten der kantonalen Fischereiverwaltung. Das Austrocknen eines Bachbetts sei grundsätzlich ein natürlicher Vorgang und führe deshalb nicht zu einer längerfristigen Schädigung des Habitats. Wenn ein ausgetrocknetes Gewässer wieder Wasser führe, könne es von Fischen auch wieder besiedelt werden.

Generell aber sind die Abflussmengen vieler Fliessgewässer im Kanton Zürich laut der Fischereiverwaltung derzeit verglichen mit den vergangenen Jahren, als sehr tief einzustufen. Einige eher kleine Fliessgewässer würden momentan wenig bis gar kein Wasser mehr führen. Beispielsweise ist auch die Töss auf gewissen Abschnitten komplett ausgetrocknet. Dabei handelt es sich aber um ein natürliches Phänomen, das immer wieder vorkommt. Das Wasser versickert im lockeren Schotter des Flussbetts und fliesst in diesem Bereich der Töss unterirdisch weiter.