Die Stadt Dietikon löst zwei dringende Probleme gleichzeitig: Mit dem Umbau des Werkhofgebäudes an der Heimstrasse soll einerseits der Platzmangel behoben werden. Andererseits werden sanitäre Anlagen und Umkleideräume für Frauen eingebaut − etwas, was bisher fehlte. Der Gemeinderat bewilligte am Donnerstagabend mit 30 zu 1 Stimmen einen Kredit von insgesamt gut 1,3 Millionen Franken für das Projekt. Für den Umbau der sanitären Anlagen sind 625 000 Franken eingeplant, für die Aufstockung der Büroflächen 685 000 Franken.

Kein Luxusprojekt

Vor allem die Tatsache, dass der Werkhof bisher keine Frauen anstellte, weil ihnen keine Garderobe geboten werden konnte, hatte zuvor Anlass zu einiger Kritik gegeben. Die Tatsache, dass der Stadtrat dieses Manko nun behebt, stiess gestern im Parlament entsprechend auf Zuspruch. Gabriele Olivieri (CVP) bezeichnete das Projekt als «gelungen» und lobte die Tatsache, dass die Frauen nun eigene Umkleidekabinen bekommen. Werner Hogg (FDP) wies darauf hin, dass heute nicht nur sanitären Einrichtungen für beide Geschlechter fehlten, sondern dass es im Werkhof allgemein sehr eng sei. Eine Erweiterung sei dringend. Da es sich nicht um eine Luxuslösung handle, sei dem Vorschlag zuzustimmen.

«Jenseits von Gut und Böse»

Das sah Martin Müller (DP) hingegen ganz anders. Er nannte den Kredit «jenseits von Gut und Böse». Es fehle eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, sagte er, denn es sei nicht abzuschätzen, ob sich die Investition überhaupt lohne. Dass der Stadtrat einmal mehr behaupte, es gäbe keine Alternative zum vorliegenden Antrag, sei ärgerlich, sagte Müller, der dagegen stimmte.

Zu Diskussionen Anlass gab zudem die Frage, ob es gegen den Umbau zu Einsprachen der Umweltverbände Pro Natura und dem Schweizer Vogelschutz kommen würde. Der Stadtrat hatte im Vorfeld davor gewarnt. Die beiden Verbände haben bereits gegen den Gestaltungsplan Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) Rekurs eingelegt, weil dieser dem Moorschutz im angrenzenden Naturschutzgebiet nicht genügend Rechnung trage. Auch der Werkhof steht am Rande des Naturschutzgebiets. Markus Erni (SVP) wies darauf hin, dass man die Frage im Vorfeld «dank der guten Beziehungen» von SP-Gemeinderat Peter Wettler mit den beiden Organisationen habe klären können und es von diesen wohl zu keiner Einsprache kommen werde. Ernst Joss (AL) ärgerte sich darüber, dass der Stadtrat nicht selber mit den möglichen Rekurrenten gesprochen habe − worauf Infrastrukturvorstand Roger Brunner (SVP) sagte, die Besprechungen seien traktandiert gewesen, aber aufgrund von internen Verzögerungen sei man nicht mehr dazu gekommen. Brunner betonte zudem, die Lage des Werkhofs sei ideal und er hoffe, man könne noch lange dort bleiben. Die Erweiterung des Werkhofs nannte er «ein absolutes Muss».

Abschluss Ende 2015

Das nun bewilligte Projekt ist Teil einer grösseren Sanierung. Die erste Etappe wurde mit dem Ausbau des Erdgeschosses bereits im Sommer 2014 abgeschlossen. Der Stadtrat rechnet damit, dass die neuen Garderoben im Juli 2015, die neue Büros Ende 2015 bezogen werden können.