Schlieren
Das «Parkside» zeigt sich dem Gewerbe

Über 50 lokale Unternehmer haben gestern die Baustelle im Zentrum von Schlieren besichtigt. Für Gesprächsstoff sorgten vor allem die Wohnungen - 80 Prozent davon sind bereits vermietet.

Nicole Emmenegger
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Wohnungsbesichtigung? Nein, Schlieremer Unternehmer schauen sich die «Parkside»-Baustelle an. nem

Wohnungsbesichtigung? Nein, Schlieremer Unternehmer schauen sich die «Parkside»-Baustelle an. nem

Limmattaler Zeitung

Die Szene erinnert an eine gewöhnliche Wohnungsbesichtigung: In der Küche öffnen die Besucher neugierig die violetten Schubladen und den Kühlschrank. Sie fragen die Vermarktungs-Assistentin nach der Monatsmiete für den rund 80 Quadratmeter grossen Loft (inklusive Nebenkosten rund 2000 Franken).

Und sie diskutieren angeregt über die Lage des Balkons. Es war freilich eine illustre Runde, die sich gestern durch den Rohbau der «Parkside»-Überbauung im Schlieremer Zentrum führen liess: über 50 lokale Unternehmer und Politiker – darunter Gewerbeverein-Co-Präsident Thomas Landis, Wirtschaftskammer-Co-Präsident Andreas Geistlich und Stadtpräsident Toni Brühlmann.

Noch wenig Mieter für Büroräume

Für Gesprächsstoff sorgten vor allem die Wohnungen – die Büroräume schienen die Besucher weniger zu interessieren. «Wir sind mit unserem aktuellen Standort in Schlieren zufrieden», sagte etwa Roberto Delvecchio, Marketing Manager des Autovermieters Hertz. Er sei unter anderem gekommen, um Beziehungen zu anderen Gewerbetreibenden zu pflegen. Der Tenor lautete auch bei den anderen Besuchern: Viele Schlieremer Unternehmer fühlen sich wohl an ihren Adressen und wollen nicht in die Büros der neuen Überbauung ziehen.

Die Zahlen der Firma Halter Entwicklungen, die das «Parkside» vermietet, bestätigen den Eindruck: Bereits 80 Prozent der 99 Wohnungen und 75 Prozent der Laden- und Gastronomiefläche haben einen Mieter gefunden – darunter die Modekette C&A. Nur bei den Büroflächen läuft es nicht optimal: Knapp 40 Prozent konnten bisher vermietet werden, primär an Kleinunternehmen und an Ärzte. «Das liegt unter dem hohen Ziel, das wir uns gesteckt haben», sagt Pascal Welti, Leiter Baumanagement bei der Firma Halter Entwicklungen. Aufgrund des Überangebots an Büros in Schlieren sei man allerdings nicht überrascht von den Zahlen.

Welti ist überzeugt, dass mit einer angepassten Strategie die fehlenden Mieter an Bord geholt werden können: Die freien Büroflächen, die den Mietern ursprünglich im Rohbau übergeben werden sollten, werden nun schlüsselfertig ausgebaut. «Viele Firmen sind nicht bereit, Geld und Zeit in den Ausbau einer Bürofläche zu investieren, die nur rund 100 Quadratmeter beträgt», so Welti. Bei ausgebauten Büros präsentiere sich die Lage anders.

Auch der Schlieremer Standortförderer Albert Schweizer zeigt sich optimistisch, dass die leer stehenden Büroflächen in Schlieren bald Abnehmer finden. «Gute Standorte sind nach wie vor gefragt», sagt er. Die Stadt werde an ihrer Politik festhalten und bei Überbauungen weiterhin einen bestimmten Anteil an Gewerberäumen wünschen, wenn dieser nicht bereits durch Zonen- und Gestaltungspläne vorgeschrieben sei. Potenzielle Mieter sieht Schweizer vor allem in externen Firmen. Auch für diese soll es bald eine Besichtigung im «Parkside» geben.

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