Während eines Jahres kann an jedem ersten Sonntag des Monats im Keller des Gemeindehauses eine zentrale Triebkraft der Bergdietiker Geschichte entdeckt werden. Am Samstag öffnet die Ausstellung zum ersten Mal ihre Türen.

Dominierende Wirtschaftsform

«Bergdietikon lebte wie viele Gebiete der Schweiz bis ins 19. Jahrhundert von der Landwirtschaft», sagt Mike Grendelmeier von der Museumskommission. Man wolle der Ausstellungstradition treu bleiben und einen weiteren Grossbereich des dörflichen Lebens angehen, so Grendelmeier weiter.

Die örtliche Geschichte der jahrtausendealten Wirtschaftsform ist in der Ausstellung auf verschiedenen Kanälen zugänglich. Ein umfassender Ausstellungstext erzählt die Bergdietiker Landwirtschaftsgeschichte, illustriert mit Archivfotos, alten Karten und Rekonstruktionen. Darunter befindet sich auch eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Besitzurkunde aus Bergdietiker Familienbesitz, ein sogenannter Zehntenplan.

Von den römischen Gutshöfen über die mittelalterliche Dreifelderwirtschaft bis hin zu den noch heute wirtschaftenden Bergdietiker Bauernfamilien bieten die Schaukästen einen verständlichen Abriss der Geschichte. Prägenden Epochen gewährt Ausstellung gebührend Raum. Besonders die jahrhundertelang währende Grundherrschaft des Klosters Wettingen nimmt einen zentralen Platz in der Ausstellung ein. Aus der Dokumentation des Klosteradels geht auch ein grosser Teil des historischen Wissens hervor, auf das sich der Ausstellungstext stützt.

Geschrieben haben die Texte allesamt Mitglieder der Museumskommission. Mit fast wissenschaftlichen Methoden suchten sie nach dem geschichtlichen Material. Einerseits die Bergdietiker Dorfchronik, vor allem aber dokumentierte Besitzverhältnisse des Klosters Wettingen lieferten die Daten und Informationen. Mitte des 17. Jahrhunderts erfassten Mönche alle vorhandenen Besitzurkunden wie die sogenannten Urbare und archivierten sie. «Diese Dokumentation würde Material für drei weitere Ausstellungen liefern», so Grendelmeier über die Recherchearbeit.

Ackergerät und Hauswirtschaft

«Mit den Texten und Fotos wollen wir die Ausstellungsgegenstände in den historischen Zusammenhang stellen», sagt der Präsident der Museumskommission, Gemeinderat Urs Spörri. Die materielle Ausstellung umfasst Gerätschaften aus Haus, Stall und Feld. Neben Pflügen und Sämaschinen gibt es auch eine Backmulde und einen alten Herd zu sehen. Am Samstag werden zudem Bergdietiker Landwirte zugegen sein und auf einem kleinen Markt vor dem Ortsmuseum Erzeugnisse ihrer Betriebe verkaufen.