Weiningen befindet sich in einem Engpass: Die Gemeinde erfüllt in hoch gelegen Zonen die Brandschutzbestimmungen der kantonalen Gebäudeversicherung nicht ausreichend. Der Wasserdruck ist nicht stark genug. Bis anhin werden die hoch gelegenen Zonen der Gemeinde ab dem Reservoir Hasleren in Geroldswil versorgt, das allerdings aufgehoben werden soll.

Hinzu kommt, dass Weiningen gemäss dem Wasserversorgungsprojekt der Gruppenwasserversorgung Geroldswil-Oetwil-Weiningen verpflichtet ist, ein eigenes Wasserreservoir zu erstellen. Da ein Gebiet der Gemeinde Unterengstringen mit dem gleichen Engpass kämpft, wollen die Gemeinden bei der Wasserversorgung zusammenarbeiten. Der Vertrag dafür ist ebenfalls Teil der Abstimmung.

Kostenverteilung nach Gebrauch

Insgesamt kostet das Projekt rund 3,8 Millionen Franken. Die Gemeinden erwarten allerdings eine kantonale Subvention von 30 Prozent der Erstellungskosten der gemeinsam genutzten Anlageteile und für das Stufenpumpwerk Guldiberg. Diese Subvention entspricht 700 000 Franken von insgesamt 2,5 Millionen Franken.

Weiningen – die zukünftige Eigentümerin der Wasserspeicheranlage – zahlt zirka 3,3 Millionen Franken für den Neubau. Die Standortgemeinde beansprucht 475 Kubikmeter, also etwa 79 Prozent der gesamten Kapazität von 600 Kubikmetern. Für die weiteren 125 Kubikmeter – oder rund 21 Prozent – bezahlt Unterengstringen rund 540 000 Franken.

Die Gemeinde soll Weiningen künftig pro bezogenen Kubikmeter mit 1.20 Franken entschädigen. In Weiningen selber ist der Wasserpreis pro Kubikmeter um einen Franken höher gesetzt, also 2.20 Franken. «Bis im Jahr 2015 war der Wasserpreis mit 70 Rappen sehr tief», sagt Thomas Mattle, Werkvorsteher und Gemeinderat (SVP).

«Damit finanzieren wir sämtliche Investitionen im Bereich der Wasserversorgung und den Unterhalt des Leitungsnetzes sowie der Reservoirs», sagt Mattle. Die Rechnungsprüfungskommission Weiningen empfiehlt «aufgrund fehlender Alternativen» die Annahme der Vorlage.

Projektierungskredite bewilligt

Am 5. Dezember stimmt die Unterengstringer Gemeindeversammlung über zwei Kredite ab: Unterengstringen beteiligt sich mit rund 540 000 Franken am Neubau des Wasserreservoirs. Für den Anschluss der Wasserversorgung mit einer Druckzone an das Reservoir bezahlt die Gemeinde etwa 1,8 Millionen. Ausserdem steht zur Abstimmung, ob die Gemeinden einen Zusammenarbeitsvertrag schliessen sollen.

Sollte dieser abgelehnt werden, wird der Weininger Gemeinderat im Anschluss eine eigenständige Lösung finden müssen, heisst es in der Weininger Abstimmungsvorlage. Es handelt sich nicht um die ersten Abstimmungen über das neue Reservoir: Die Stimmberechtigten beider Gemeinden genehmigten bereits am 7. Dezember 2017 die Projektierungskredite dafür.