Schlieren
Das neue Pfarreizentrum wird massiv teurer

Der Kirchgemeinde wird anstatt eines Kredites über 5,2 Millionen nun einer über 9,4 Millionen Franken vorgelegt. Dies sind die Gründe.

Alex Rudolf
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So könnte das neue Pfarrerizentrum dereinst aussehen.

So könnte das neue Pfarrerizentrum dereinst aussehen.

ZVG

An der Informationsveranstaltung der katholischen Kirche Schlieren wurde Dramatisches präsentiert. Die Kosten des neuen Pfarreizentrums stiegen seitdem Ja der Kirchgemeindeversammlung zum Projektkredit um knapp 3 Millionen Franken von 5,2 auf deren 8,2 an. Hinzu kommen Investitionskosten von rund einer Million. «Wir sind auch nicht glücklich über diese Entwicklung», sagte Peter Seifriz, Präsident der Baukommission. Doch sei der Kostenanstieg nachvollziehbar und der Bau des neuen Zentrums aufgrund der frappant knappen Platzverhältnisse der Kirchgemeinde zwingend notwendig.

In der Kirchgemeindeversammlung vom 22. November befinden die Mitglieder einerseits über den 9,4-Millionen-Kredit für den Neubau und andererseits über einen Kreditantrag von 960 000 Franken für die Installation einer neuen Wärmeanlage für die Kirche und das Pfarreizentrum im Untergeschoss der Kirche. Während die Kirchgemeinde diese Kröten zu schlucken hat, wurde das Baugesuch bei der Stadt bereits eingereicht.

Grundwasser und SBB-Gleise
Dieser Preisanstieg sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen, wie der verantwortliche Architekt Peter Stöckli vom Zürcher Büro «Stöckli Grenacher Stäubli» am Mittwochabend ausführte. «Beim Wettbewerb haben wir die Kosten für den Bau ganz klar zu optimistisch berechnet», sagte er. «Dieser Preis ist jedoch für einen Bau in dieser Grössenordnung noch immer moderat.» Doch sei auch Unvorhergesehenes hinzugekommen. So habe sich bei den Verhandlungen mit den SBB, deren Gleise nur wenige Meter am geplanten Neubau vorbeiführen, gezeigt, dass die Auflagen sehr strikt sind.

So müsse die Baustelle regelmässig von einem von der SBB ausgewählten Ingenieurbüro kontrolliert werden, um die Gefahr auf eine Verschiebung der Gleise zu verkleinern. Auch der Umstand, dass unter dem Bauland an der Uitikonerstrasse Grundwasser sei und zudem vom Damm her Quellwasser ins Tal fliesse, habe die Kosten in die Höhe getrieben, wie Stöckli erklärte. «Diese Quelle muss umgeleitet werden.»

Hinzu kommt, dass auch am Bauprojekt selber einige Neuerungen hinzugekommen sind. Im Erdgeschoss etwa, das ebenerdig von der Uitikonerstrasse begehbar ist, brauchte es einen Technikraum, der sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt. «Im Wettbewerbsprojekt wurde zu wenig Platz für die Elektrotechnik, den Boiler und die Steiganlage einberechnet», so Stöckli.

Gegenüber dem Wettbewerbsprojekt haben sich die Pläne jedoch nur marginal geändert. So sind im Erdgeschoss mehrheitlich Büros vorgesehen, im ersten Obergeschoss soll ein unterteilbarer Gemeindesaal samt überdachtem Vorplatz entstehen und im zweiten Obergeschoss gibt es neben einem Innenhof auch Gruppenräume. Diese Räume seien dringend notwendig, wie mehrere Exponenten der Kirchenpflege wie auch Pfarrer Kurt Vogt an der Veranstaltung vom Mittwochabend mehrmals betonten.

Detailfinanzierung folgt
Eine der brennendsten Fragen bei der anschliessenden Diskussion war jene nach den Finanzierungsplänen. Bereits zugesagt ist ein Kostenbeitrag von 5 Prozent, die der Zürcher Synodalrat gesprochen habe, wie Gutsverwalter Walter Gehrig sagte. «Weiter wird die Finanzierung durch bereits bewilligte Bankhypotheken sowie durch Eigenkapital sichergestellt. Eine Erhöhung des Steuerfusses von aktuell 12 Prozent ist auf längere Sicht nicht nötig.» Noch unveröffentlicht ist das Budget der katholischen Kirchgemeinde für das Jahr 2017. An der Rechnungsversammlung vom vergangenen Mai wurde jedoch ein Ertragsüberschuss von rund 930 000 Franken verzeichnet, wodurch das Eigenkapital auf 3,6 Millionen Franken anwuchs. Auf Anfrage gab Gehrig bekannt, dass Details zur Finanzierung in der nächsten Woche bekannt gegeben werden.