Ein schlichter, etwas mehr als mannshoher blauer Kasten steht im Untergeschoss der Abwasserreinigungsanlage Birmensdorf. Darin befindet sich der Motor des neuen Blockheizkraftwerks, mit dem aus Biogas, das vom Klärschlamm stammt, elektrische Energie gewonnen wird. In einem gelben Gehäuse daneben befindet sich die Steuerungszentrale – ein Hightech-System, bei dem über Touchscreen die gesamte Anlage überwacht und reguliert werden kann.

«Die Anlage läuft nun seit Anfang Oktober», sagt Klärmeister Albert Job. Am 12.Dezember fand die Leistungsabnahme statt. «Was wir heute schon sagen können, ist, dass das neue Kraftwerk effizienter ist als jenes, das wir vorher hatten», so Job. Eine genaue Auswertung der Energiebilanz ist derzeit aber noch nicht möglich. Dazu muss die Anlage mindestens ein Jahr lang gelaufen sein. Der Grund: Der Energiegewinn wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, die mitunter jahreszeitenabhängig sind.

So ist die Energieverteilung im Winter und im Sommer auch von den Aussentemperaturen abhängig: «Im Winter brauchen wir einen Teil der gewonnenen Energie für die Gebäudeheizungen», sagt Job. Daneben beeinflussen weitere Faktoren, die nicht steuerbar sind, den Energiegewinn. So zum Beispiel die Menge des erzeugten Gases aus dem anfallenden Frischschlamm, die eine mehr oder weniger effiziente Energieherstellung zulässt.

Einstellungen werden optimiert

Nach der Inbetriebnahme kam es noch zu einigen Betriebsausfällen. Dies könne bei solch komplexen Anlagen am Anfang aber vorkommen, erklärt Job: «Das sind reine Einstellungsprobleme.» In den ersten Monaten müsse das Kraftwerk abgestimmt werden, danach sollte es zu keinen Ausfällen mehr kommen. Zwischen den beiden Ausfällen lief das Kraftwerk denn auch bereits fast einen Monat lang ohne Probleme.

Die Abwasserreinigungsanlage der sechs Zweckverbandsgemeinden Aesch, Birmensdorf, Bonstetten, Stallikon, Uitikon und Wettswil muss in den nächsten Jahren ausgebaut werden, um dem starken Bevölkerungswachstum in der Region gerecht zu werden. Das Ausbauziel wurde durch den Zweckverband für das Jahr 2035 definiert und basiert auf 33000 Einwohnern. Für einen entsprechenden Ausbau rechnet man mit Kosten von rund 25,6 Millionen. Über den Kredit und den Ausbau der Kläranlage werden die Stimmberechtigten letztlich an der Urne befinden müssen.

Auf den 23.Januar organisiert der Zweckverband einen Informationsanlass für die Einwohnerinnen und Einwohner der Verbandsgemeinden: 23.Januar 2013, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum
Brüelmatt in Birmensdorf.