Uitikon
Das Neubaugebiet sieht aus wie ein neues Uitikon

Das Interesse im grossen Saal des Üdiker-Huuses war enorm: Das Publikum beugte sich schon vor Beginn der Orientierungsversammlung über das 3-D-Modell des Gebietes Leuen-Waldegg, auf dem dargestellt ist, wie das Neubaugebiet dereinst aussehen könnte.

Flavio Fuoli
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Ausstellung Neubaugebiet Leuen-Waldegg

Ausstellung Neubaugebiet Leuen-Waldegg

Limmattaler Zeitung

«Die bauen hier ja ein neues Uitikon», entfuhr es einem Besucher, als er die dicht bebaute Siedlungsstruktur erblickte.

800 Meter langes Areal

Es könnte ein für Uitikon tatsächlich grosses Projekt werden. Auf einer Länge von 800 Metern wird unterhalb der Birmensdorferstrasse gebaut. Das Projekt umfasst 70 000 Quadratmeter rechtskräftig eingezontes Bauland. Der öffentliche Gestaltungsplan sieht eine dichte Überbauung vor. Zwischen 500 und 700 neue Einwohner werden nach Endausbau im neuen Uitiker Quartier erwartet.
Diese Ausmasse und die Bedeutung des neuen Quartiers zogen vorgestern so viele Leute ins Üdiker-Huus, dass der grosse Saal fast bis auf den letzten Stuhl besetzt war.

Bauvorsteherin Susanne Bereuter sagte den Anwesenden, dass seit 1987 Bemühungen um eine Überbauung des Gebiets laufen würden. Erst 2007 war der Weg frei, als nämlich der Kanton eine Umfahrungsstrasse durchs Gebiet aus dem Verkehrsrichtplan gestrichen hatte. 2009 wurde ein Studienauftrag in die Wege geleitet, woraus der öffentliche Gestaltungsplan Leuen-Waldegg entstand. Gewonnen hatte die Ausschreibung das Büro ADP Architekten. Bereuter sieht eine grosse Nachfrage nach Wohnraum wegen der guten Lage und der Verkehrserschliessung. «Ich erwarte eine rege Bautätigkeit», prognostizierte sie.

«Kleine Gartenstadt»

Beat Jordi von ADP Architekten stellte den Plan mit den zwei Wohn- und den zwei öffentlichen Bereichen vor, die ebenfalls Wohnungen enthalten sollten. Er präsentierte als Erschliessungssystem die «Leuengasse» mit ihren Querverbindungen für Fussgänger und Velofahrer. Ein Panoramaweg entlang der Siedlung gegen Westen vervollständigt die Erschliessung. Er sprach, aufgrund der vielen Bepflanzungen, die vorgesehen sind, von einer «kleinen Gartenstadt».

Roland Iten vom Gemeindeingenieurbüro Ernst Winkler und Partner sprach über die Anforderungen des öffentlichen Gestaltungsplans: Es brauche eine überdurchschnittliche Gestaltung, es herrsche die Pflicht zu rechteckigen Gebäudeformen, orthogonaler Ausrichtung und zum Flachdach sowie die Pflicht, 80 Prozent der Nutzfläche zu überbauen. Ausserdem sei bei allen Bauten Minergie-P-Standard Vorschrift. Ziel ist, den Plan am 20. November vor die Gemeindeversammlung zu bringen. Derzeit liegt er noch bis zum 16. April für Einwendungen aus der Bevölkerung im Gemeindehaus auf.

Rechtskräftig werden könnte er im Frühjahr 2013. Dann soll die Detailplanung von Strassen, Wasserversorgung und Ähnlichem ausgearbeitet werden. 2014 könnte für diese Tiefbau- und Werkleitungsarbeiten grünes Licht gegeben und bereits erste Baugesuche eingereicht werden. 2015 sollen die ersten Hochbauten realisiert und 2016 die ersten Leute in ihre Häuser einziehen können. Roland Iten betonte jedoch, dass dies eine optimistische Prognose sei, die nicht mit Rückschlägen rechne.

Frisches Leben für die Gemeinde

Nachdem die Anwesenden an der Versammlung rege und zumeist über Details diskutiert hatten, befand der Uitiker Gemeindepräsident Victor Gähwiler: «Die Überbauung bringt frisches Leben in die Gemeinde. Uitikon erträgt das.» Der Applaus, den die Teilnehmer am Schluss spendeten, deutet zumindest darauf hin, dass manche mit den Worten des Gemeindepräsidenten einverstanden sein könnten.