Uitikon
Das MZU in Uitikon: Vom Renovations-Startschuss bis zur Vollendung

Das Massnahmenzentrum für Jugendliche (MZU) in Uitikon ist renoviert – für 39 Millionen. Es war ein langer, steiniger Weg zur Vollendung. Die Renovation war geprägt von einem Baustopp und einem 9,4-Millionen-Zusatzkredit. Wir blicken zurück.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) ist fertiggestellt
4 Bilder
Der Innenhof inmitten der Umbauphase im Jahr 2011.
Der gedeckte Sporthof.
Eine Tafel sollte im 2012 die verbleibende Bauzeit anzeigen.

Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) ist fertiggestellt

Fuo/Archiv
  • Oktober 2008: Der Startschuss für ein neues Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) ist gefallen: Durch Änderungen im Strafgesetz und das im Jahr 2007 in Kraft getretene neue Jugendstrafrecht wird ein Philosophiewechsel vollzogen. Neu soll das MZU neben Freiheitsentzug auch geschlossene Massnahmen anbieten und daher von 48 auf 60 Plätze erweitert werden. Der Grund für diese Erweiterung ist, dass sich das Ostschweizer Strafvollzugskonkordat, welchem auch der Kanton Zürich angehört, für den Standort Uitikon entschieden hat. Von den prognostizierten Baukosten in der Höhe von 26,8 Millionen Franken sind 12 Millionen gebundene Ausgaben und 14,8 Millionen muss der Kantonsrat noch absegnen.
  • Dezember 2010: Mit der Begründung, dass es zu Unstimmigkeiten zwischen der kantonalen Baudirektion und dem Planerteam gekommen sei, verhängt die Zürcher Baudirektion einen Baustopp. Planer und Architekten werden ausgewechselt, während der Neubau bereits im Rohbau steht. Mitte 2012 hätte der Bau fertiggestellt sein sollen, dieser Termin wird auf unbestimmt verschoben.
  • März 2011: In der Antwort auf eine Interpellation aus dem Kantonsrat erklärt der Zürcher Regierungsrat erstmals die Hintergründe zum Baustopp. Einerseits sei eine ungenügende Kenntnis des Planungsstands und andererseits das Unvermögen des Generalplaners, Fehlplanungen und Mängel zu beheben, der Grund für den Baustopp gewesen. Ein neues Planerteam wurde mit dem Bau betraut.
  • Mai 2011: Nachdem das gesamte Projekt von Stücheli Architekten und Caretta und Weidmann Baumanagement überarbeitet wurde, stellte sich heraus, dass Mehrkosten in der Höhe von 9,4 Millionen Franken auf den Kanton zukommen. Der Regierungsrat spricht diesen Zusatzkredit.
  • März 2012: In einem elfseitigen Untersuchungsbericht kommt die Geschäftsprüfungskommission des Kantonsrats zum Schluss, dass der folgenreiche Baustopp wegen Fehlern im kantonalen Hochbaudepartement geschah. Genau genommen wurden Projektsitzungen mangelhaft protokolliert. So wird im Bericht festgestellt, dass Nutzer und Planer erst nach 30 Sitzungen feststellten, dass sie sich in fachlicher Hinsicht nicht verstanden. Hauptgrund für das Scheitern sei aber die rollende Planung gewesen. Zwischen September 2009 und Juni 2010 hätten zahlreiche Änderungseingaben der Projektleitung bezüglich Grundrisse und Gestaltung der Fassade die Arbeiten auf der Baustelle behindert.
  • 15. November 2014: Die Bevölkerung erhält diesen Samstag zwischen 13 und 18 Uhr die Gelegenheit, das neue MZU zu besichtigen.