Am 25. November stimmen die Dietikerinnen und Dietiker über das Mietschulhaus im Limmatfeld ab. Die Wogen in den Leserbriefspalten gehen bereits jetzt hoch. Der Stadtrat und der Gemeinderat empfehlen den Stimmbürgern, einem Mietvertrag mit der Firma Halter AG für ein Schulhaus im Limmatfeld und den jährlichen Kredit von rund 1,3 Millionen Franken zuzustimmen. Dazu kommt ein einmaliger Betrag für die Einrichtung von knapp 2 Millionen Franken.

Die Limmattaler Zeitung hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen.

1. Wieso drängt die Zeit?

Die Erkenntnis betreffend Schulraummangel ist nicht neu: Bereits im Jahr 2007 sagte eine Studie der Wüst & Partner AG voraus, dass bis zum Schuljahr 2017/2018 in Dietikon insgesamt 14 Schulzimmer und 11 Gruppenräume fehlen werden. Damals favorisierten Schulpflege und Stadtrat den Ausbau der bestehenden Anlagen Wolfsmatt und Zentral. Weiter stand die Option, das Berufsschulhaus an der Schöneggstrasse zu kaufen, im Raum. Diese zerschlug sich 2011; der Kanton machte deutlich, dass keine Verlegung der Berufsschule und deshalb auch kein Verkauf zur Debatte stünden. Heute steht fest: Bis 2015 braucht es zehn zusätzliche Klassenzimmer, bis ins Jahr 2020 sogar 25. Das geplante Schulhaus im Limmatfeld soll nun zwölf Schulzimmer umfassen. Der Mietvertrag würde per Juli 2015 beginnen und 20 Jahre laufen. Er kann aber zwei Mal um je fünf Jahre verlängert werden.

2. War der Schulraummangel – insbesondere in Anbetracht der wachsenden Quartiere Limmatfeld und Niderfeld – nicht absehbar?

Die Ausrichtung des Limmatfeldes hat sich verändert. Ursprünglich war ein höherer Gewerbeanteil im Limmatfeld geplant. Doch die Nachfrage nach Wohnungen veränderte das Verhältnis von Gewerberäumlichkeiten hin zu Wohnungen.

3. Warum baut die Stadt kein eigenes Schulhaus?

Die Stadt verfügt im Limmatfeld über kein eigenes Grundstück, aber eines im angrenzenden Gebiet Stierenmatt an der Kanalstrasse. Gegen ein Schulhaus spricht laut Stadtrat die Erreichbarkeit des Grundstücks; die Schüler müssten eine stark befahrene Strasse überqueren. «Zudem belegt heute der Dietiker Werkhof das Grundstück», so der Stadtrat. Weiter wäre ein Neubau nicht vor 2017 realisierbar.

Schulpräsident Jean-Pierre Balbiani erklärt auf Anfrage zudem: Das oft diskutierte, an den Werkhof anschliessende Gebiet an der Kanalstrasse liegt gemäss alter Bauordnung in der Industriezone. Gegen die SLS-Vorlage ist ein Rekurs von Naturschützern hängig. Je nachdem, wie dieser heraus kommt, wird die Möglichkeit zu bauen eingeschränkt. Sollte im bisherigen Umfang gebaut werden dürfen, müsste umgezont und neu geplant werden. Zudem habe die Stadt langfristige Baurechtsverträge mit anderen Nutzern laufen. Dies alles mache ein Schulhaus an dieser Stelle unrealistisch. Das neue Schulhaus werde aber 2015 benötigt.

4. Was würde ein Neubau im Gebiet Stierenmatt kosten?

Die Kosten für den Neubau eines Schulhauses mit Tagesstrukturen und Turn- beziehungsweise Mehrzweckhalle wären laut Stadtrat nur im Rahmen eines Studienauftrages zu ermitteln. Er rechnet aber – unter Berücksichtigung der Landkosten – mit Kosten von mehr als 20 Millionen Franken.

5. Warum stellt die Stadt keine Provisorien auf?

Provisorien sind für den Schulvorstand Balbiani ein Plan B. Er gibt zu bedenken, dass auch diese einige Millionen Franken kosten.