Spital Limmattal
Das «Limmi» soll die Altersversorgung im Bezirk koordinieren

Die Trägergemeinden des Spitals Limmattal im Bezirk Dietikon wollen in der Alters- und Pflegeversorgung künftig eng zusammenarbeiten und haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Florian Niedermann
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Das Pflegezentrum des «Limmi» soll im regionalen Kontext an Bedeutung gewinnen (Archivbild). fni

Das Pflegezentrum des «Limmi» soll im regionalen Kontext an Bedeutung gewinnen (Archivbild). fni

Die Exekutiven der Gemeinden Oberengstringen, Schlieren, Urdorf und Weiningen vermeldeten in den letzten Tagen, dass sie eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet hätten. Weitere Gemeinden sollen folgen.

Die Idee hinter der Absichtserklärung ist es, die Synergien der regionalen Alters- und Pflegeinstitutionen ausschöpfen zu können. Dem Pflegezentrum des Spitals Limmattal soll dabei die Rolle eines Kompetenz- und Koordinationszentrums zukommen. Den Hintergrund für die aktuellen Bestrebungen bildet die Vision für ein regionales Geriatriezentrum, die das Spital 2013 erarbeitete. An der Schaffung eines solchen hätte auch die Stadt Schlieren grosses Interesse.

An Workshop Ideen gesammelt

Auf Initiative des Spitals Limmattal erarbeiteten die Verbandsgemeinden in einem Workshop vergangenen Mai Ideen, wie die geriatrische Zusammenarbeit gefördert werden könnte. Im Raum standen dabei etwa eine spezialisierte Pflege — so etwa von Demenzpatienten —, die Schaffung einer Koordinationsstelle, ein Angebot an Betten in der Übergangspflege, der Wissensaustausch sowie die Schaffung von Entlastungsangeboten und gerontologischen Beratungsdienstleistungen, wie der Urdorfer Gemeinderat schreibt. Bereits vor dem Workshop führte die Leitung des Pflegezentrums Interviews mit Behörden und Leistungserbringern im Pflegebereich, um abzuklären, ob ein Bedürfnis nach Koordination in der Region besteht, und um sie nach ihren Erwartungen an das Pflegezentrum im Spital zu fragen (Ausgabe vom 2. Mai). Eine weitere Erkenntnis aus diesen Interviews war, dass die Zweckverbandsgemeinden im Bezirk Dietikon in den nächsten 10 Jahren zwischen 50 und 100 zusätzliche Pflegebetten benötigen werden.

Ein besonderes Interesse hat Schlieren an einer Zusammenarbeit mit dem Pflegezentrum des Spitals Limmattal. Das Haus für Betagte Sandbühl — nur wenige 100 Meter vom Pflegezentrum des «Limmis» entfernt gelegen — ist am Ende seiner Tage angelangt. «Die Grösse von Zimmer und Stockwerken, aber auch die Haustechnik und die restliche Infrastruktur entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen», sagt der Schlieremer Sozialvorstand Christian Meier (SVP). Es mache ausserdem keinen Sinn, weiterhin zwei Altersrichtungen zu betreiben, die so nahe beieinander liegen und bei denen in den nächsten Jahren umfassende bauliche Erneuerungen nötig werden. Das Spital Limmattal plant nach dem Neubau des Akutspitals bis 2018 auch für das Pflegezentrum eine Totalsanierung oder gar ein zweites Neubauprojekt.

Im Stadtrat bestehe deshalb schon seit längerem die Idee, die städtische Altersversorgung nach der geplanten Sanierung des Pflegezentrums des Spitals dort zu integrieren. «Eine solche Zusammenarbeit wäre auch deshalb sinnvoll, weil im Pflegezentrum alle pflegerischen und medizinischen Kompetenzen vorhanden sind», so Meier. Bevor man konkrete Bestrebungen für eine entsprechende Lösung angeht, will der Stadtrat das Thema mit der Alterskommission und dem Ausschuss Betagteneinrichtungen besprechen.

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