Meisterschaften
Das Limmattal setzt beim Tennis auf Breite statt Stars

Die 48. Limmattaler Meisterschaften haben keine Kategorie mit Schweizer Top-Spielern mehr. Das Organisationskomitee rechnet wiederum mit bis zu 360 Teilnehmenden.

Michel Sutter
Merken
Drucken
Teilen
Bei den Limmattaler Tennismeisterschaften dürfte in diesem Jahr auch ohne Cracks tolles Tennis zu sehen sein zvg

Bei den Limmattaler Tennismeisterschaften dürfte in diesem Jahr auch ohne Cracks tolles Tennis zu sehen sein zvg

zvg

Nicht nur die Olympischen Spiele sind aus Sicht vieler Limmattaler Tennisfans eine Enttäuschung: Nachdem Schweizer Top-Spieler wie Roger Federer, Stan Wawrinka und Belinda Bencic für Rio verletzungsbedingt absagen mussten und Timea Bacsinszky bereits in der Startrunde ausgeschieden ist, werden einige Fans in der Region darauf verzichten, das olympische Turnier im Fernsehen mitzuverfolgen. Nun kündigten auch die Organisatoren der Limmattaler Tennismeisterschaften an, dass man bei der 48. Ausgabe, die in knapp anderthalb Wochen beginnt, auf die regionalen Stars verzichten müsse.

Die N-Kategorie, in der Top-Spieler aus dem Schweizer Tennis hätten gegeneinander antreten sollen, ist definitiv gestrichen worden, wie das Turnier-OK der Tennisclubs Schlieren, Harlachen, Engstringen, Unterengstringen, Dietikon und Weihermatt mitteilte. Nachdem die Spiele der N-Kategorie schon im vergangenen Jahr abgesagt worden waren, hatte es angekündigt, einen Entscheid zu fällen, ob diese überhaupt noch eine Zukunft hat. Nun hat man sich dagegen entschieden – und zwar wie bereits 2015 wegen eines anderen Turniers am Bodensee. «Dort werden sehr hohe Preisgelder bezahlt», sagt Claudia Buchmann vom Organisationskomitee. «Da wird es schwierig, die guten Tennisspieler ins Limmattal zu locken. Wir haben uns daher entschieden, unsere Ressourcen in den Breitensport zu investieren.»

OK rechnet mit 360 Spielern

Breitensport – das bedeutet im Fall der Limmattaler Tennismeisterschaften bis zu 40 verschiedene Kategorien, für die sich lizenzierte Tennisspieler einschreiben können – je nachdem, wie viele Spielerinnen und Spieler sich schlussendlich anmelden. Da die Anmeldefrist noch läuft, ist noch ungewiss, wie viele es dieses Jahr sein werden. Doch das Organisationskomitee rechnet wiederum mit bis zu 360 Teilnehmenden – Junioren und Senioren eingeschlossen.

Spiele in Schlieren und Engstringen

Wie schon 2015 erstrecken sich die Meisterschaften über zwei Wochen. Das sogenannte Open 1, in dem Aktive und Senioren mitspielen, wird ab dem 17. August auf den Anlagen der Tennisclubs Schlieren, Harlachen und Engstringen ausgetragen. Die Junioren starten ab dem 24. August in ihrem eigenen Turnier, den Limmattaler Juniorenmeisterschaften, die zum 39. Mal ausgetragen werden. Dieses findet dann zeitgleich statt mit dem Open 2, an dem Aktive und Senioren mitspielen. «Das hat den Vorteil, dass einerseits die Eltern, die selber auch am Turnier teilnehmen, nicht ein oder zwei zusätzliche Wochenenden dafür planen müssen», sagt Buchmann. «Andererseits werden die Junioren besser integriert und das Turnier wird familiärer und attraktiver.»

Egal ob Junioren, Aktive oder Senioren – alle haben dasselbe Ziel: den Sieg in ihrer Kategorie. Was es bedeutet, an den Limmattaler Tennismeisterschaften zu gewinnen, weiss Claudia Buchmann, die für den TC Weihermatt spielt, sehr gut. Sie hat im vergangenen Jahr im Einzel in der Kategorie R2/R4 triumphiert und sich damit den Titel Limmattalermeisterin gesichert. «Das war emotional und schöner als andere Turniersiege», schwärmt sie. «Denn während des Turniers sind auf der Anlage viele Zuschauer und Freunde, um das Finale zu sehen.» Und nicht nur die Aussicht auf den Triumph vor heimischen Publikum ist für viele Teilnehmende ein Plus. Da die Limmattaler Tennismeisterschaften dem Regionalverband Zürich Tennis angeschlossen sind, winkt den Siegern in jeder Kategorie die Teilnahme am Züri Masters im September in Uster.