Nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern mit Kunst will der Oetwiler Jakob Alt seine Mitmenschen zum Nachdenken anregen. Darüber, wie wir miteinander und mit unserer Umwelt umgehen sollen. Deshalb hat er das Wiesentäli oberhalb Oetwils in eine Freiluft-Galerie verwandelt. Sein jüngstes Werk ist ein Hafenkran.

Auch andernorts im Limmattal können aufmerksame Zeitgenossen abseits von Museen und Galerien Kunst erfahren. Besonders in den beiden Städten Dietikon und Schlieren finden sich verschiedene Werke bekannter und weniger bekannter Künstler.

Kunst im öffentlichen Raum kann verschiedene Funktionen erfüllen. Im Fall des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers Bruno Weber dienen die Skulpturen nicht nur dazu, den Menschen seine Kreativität im Bewusstsein zu verankern, sie dienen auch als Wegweiser. 2006 wurde der Bruno-Weber-Weg anlässlich des 75. Geburtstags des Künstlers eingeweiht. Der Weg führt von den Zentren von Dietikon und Spreitenbach her zu Webers Vermächtnis, dem Skulpturenpark. Dieser erstreckt sich oberhalb der beiden Gemeinden über rund 20 000 Quadratmeter. Entstanden ist der Weg auf Initiative des Vereins «Bruno Weber Weg». Gesäumt ist der Weg von den unverkennbaren Skulpturen des Künstlers. Die Standorte der einzelnen Werke wurden so gewählt, dass sie nicht nur über das Wirken Webers berichten, sondern auch von der Geschichte der Stadt Dietikon zeugen. Startpunkt ist der Bahnhof. Er gehört zu den ältesten der Schweiz und war Haltestelle für die legendäre Spanisch-Brötli-Bahn, die 1847 eröffnet wurde und Zürich mit Baden verband. Weiter geht es über den Kirchplatz zum Kronenplatz. Dort erinnert die Skulptur beispielsweise daran, dass Dietikon bis 1798 zur Herrschaft des Klosters Wettingen gehörte. Die Taverne zur Krone war der Ort, wo der Vogt einst Gericht hielt. Von der Gaststätte führt der Weg via Färberhüsli zum Schulhaus Steinmürli. Von da aus geht es über die Stadthalle hinauf zum Park. (zim)

Fantasiegeschöpfe weisen den Weg zum grossen Werk

Kunst im öffentlichen Raum kann verschiedene Funktionen erfüllen. Im Fall des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers Bruno Weber dienen die Skulpturen nicht nur dazu, den Menschen seine Kreativität im Bewusstsein zu verankern, sie dienen auch als Wegweiser. 2006 wurde der Bruno-Weber-Weg anlässlich des 75. Geburtstags des Künstlers eingeweiht. Der Weg führt von den Zentren von Dietikon und Spreitenbach her zu Webers Vermächtnis, dem Skulpturenpark. Dieser erstreckt sich oberhalb der beiden Gemeinden über rund 20 000 Quadratmeter. Entstanden ist der Weg auf Initiative des Vereins «Bruno Weber Weg». Gesäumt ist der Weg von den unverkennbaren Skulpturen des Künstlers. Die Standorte der einzelnen Werke wurden so gewählt, dass sie nicht nur über das Wirken Webers berichten, sondern auch von der Geschichte der Stadt Dietikon zeugen. Startpunkt ist der Bahnhof. Er gehört zu den ältesten der Schweiz und war Haltestelle für die legendäre Spanisch-Brötli-Bahn, die 1847 eröffnet wurde und Zürich mit Baden verband. Weiter geht es über den Kirchplatz zum Kronenplatz. Dort erinnert die Skulptur beispielsweise daran, dass Dietikon bis 1798 zur Herrschaft des Klosters Wettingen gehörte. Die Taverne zur Krone war der Ort, wo der Vogt einst Gericht hielt. Von der Gaststätte führt der Weg via Färberhüsli zum Schulhaus Steinmürli. Von da aus geht es über die Stadthalle hinauf zum Park. (zim)

Die Skulpturen stehen auf besonderen Plätzen, entlang von Verkehrsrouten oder im Grünen. Manche sollen die Erinnerung an bestimmte Ereignisse oder ihre Schöpfer aufrechterhalten.

Ein solches Beispiel ist die Chromstahlplastik «Lätsch» (im Bild rechts) des 2006 verstorbenen Dietikers Künstlers Josef Staub. Sie befindet sich seit 1989 auf der Wiese hinter dem Stürmeierhuus und dem Stadthaus in Schlieren. Die Stadt hatte die Skulptur damals nach der grossen Schweizer Eisenplastik-Ausstellung «Eisen 89» in Dietikon erworben.

Für andere Kunstwerke muss man weitere Wege gehen, als bloss ins Schlieremer Stadtzentrum. Man findet sie an der Limmat. Weitere wiederum stehen mitten in der Strasse.

So unterschiedlich sie auch sein mögen, ihnen allen gemein ist, dass sie Geschichten erzählen; über ihre Entstehungen, ihren Schöpfer oder ganz einfach den Ort, an dem sie stehen. Einige dieser Geschichten sollen an dieser Stelle erzählt werden.

Ein Spaziergang ins Kloster Fahr lohnt sich nicht nur wegen der Ruhe, die man dort geniessen kann. Die Anlage ist auch aus kunsthistorischer Sicht einen Ausflug wert. Besonders die Fresken haben Aufmerksamkeit verdient. Die Malereien an der Klosterkirche zählen zu den bedeutendsten Aussenmalereien der Schweiz. Geschaffen wurden sie zwischen 1746 und 1748 von den Gebrüdern Giuseppe Antonio Maria und Giovanni Antonio Torricelli aus Lugano. Der Auftrag im Fahr ist ihr erster grosser in der Schweiz. Wegen des Umfangs und der Qualität zählen die Malereien zu den wichtigsten Arbeiten in ihrem Gesamtwerk. Im Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte wird vor allem das auf der Westwand des Kirchhofs gestaltete Monumentalbild zum Jüngsten Gericht hervorgehoben. Dessen perspektivisch gemalte Architektur erweitere den Kirchhof illusionistisch und verknüpfe die Grabstätte der Schwestern unmittelbar mit dem Gedanken an die erwartete Wiederkunft Jesu Christi am Jüngsten Tag, hiesst es dort. Die Malschicht wird jedoch immer dünner und schlechter. Im Zuge der umfassenden Sanierungen im Kloster Fahr werden die Malereien deshalb restauriert. (zim)

Brüder schufen einen Schatz

Ein Spaziergang ins Kloster Fahr lohnt sich nicht nur wegen der Ruhe, die man dort geniessen kann. Die Anlage ist auch aus kunsthistorischer Sicht einen Ausflug wert. Besonders die Fresken haben Aufmerksamkeit verdient. Die Malereien an der Klosterkirche zählen zu den bedeutendsten Aussenmalereien der Schweiz. Geschaffen wurden sie zwischen 1746 und 1748 von den Gebrüdern Giuseppe Antonio Maria und Giovanni Antonio Torricelli aus Lugano. Der Auftrag im Fahr ist ihr erster grosser in der Schweiz. Wegen des Umfangs und der Qualität zählen die Malereien zu den wichtigsten Arbeiten in ihrem Gesamtwerk. Im Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte wird vor allem das auf der Westwand des Kirchhofs gestaltete Monumentalbild zum Jüngsten Gericht hervorgehoben. Dessen perspektivisch gemalte Architektur erweitere den Kirchhof illusionistisch und verknüpfe die Grabstätte der Schwestern unmittelbar mit dem Gedanken an die erwartete Wiederkunft Jesu Christi am Jüngsten Tag, hiesst es dort. Die Malschicht wird jedoch immer dünner und schlechter. Im Zuge der umfassenden Sanierungen im Kloster Fahr werden die Malereien deshalb restauriert. (zim)

1989 war Dietikon in Feierlaune. 900 Jahre war es damals her, dass die Stadt erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das musste gefeiert werden. Unter anderem fand in diesem Jahr die grösste Schweizer Eisenplastik-Ausstellung, die «Eisen 89 - Perspektiven Schweizer Eisenplastik 1934-1989» statt. Auf Plätzen und im Naherholungsgebiet waren damals Werke verschiedener Künstler aufgestellt. Noch heute bietet sich die Gelegenheit Exponate aus dieser Zeit zu bestaunen. Beispielsweise auf dem Parkplatz beim Bahnhof Dietikon. Mächtig thront dort die Plastik «Duomo d'acciaio», zu deutsch «Stahlkathedrale» des 2011 verstorbenen Silvio Mattioli. Er war einer der führenden Eisenplastiker der Schweiz. Das Werk mit einer Höhe von 12 Metern und einer Breite von 16 Metern zählte zu den grössten Schweizer Skulpturen. In ihr verbinden sich Anspielungen auf Technik, Architektur und menschliche Formen. Die «Stahlkathedrale» symbolisiert den Menschen im Spannungsfeld von Natur, Kosmos und Zivilisation. Die Skulptur ist heute im Besitz der Stadt. Der Bürgergemeinderat hatte sie 1989 für 200 000 Franken gekauft. Ziel war es, die Ausstellung der Nachwelt wenigstens teilweise zu erhalten. Vor rund zweieinhalb Jahren wurde die Plastik saniert. Verschiedene Teile wiesen Witterungs- und Korrosionsschäden auf. (zim)

Der «Duomo d’acciaio».

1989 war Dietikon in Feierlaune. 900 Jahre war es damals her, dass die Stadt erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das musste gefeiert werden. Unter anderem fand in diesem Jahr die grösste Schweizer Eisenplastik-Ausstellung, die «Eisen 89 - Perspektiven Schweizer Eisenplastik 1934-1989» statt. Auf Plätzen und im Naherholungsgebiet waren damals Werke verschiedener Künstler aufgestellt. Noch heute bietet sich die Gelegenheit Exponate aus dieser Zeit zu bestaunen. Beispielsweise auf dem Parkplatz beim Bahnhof Dietikon. Mächtig thront dort die Plastik «Duomo d'acciaio», zu deutsch «Stahlkathedrale» des 2011 verstorbenen Silvio Mattioli. Er war einer der führenden Eisenplastiker der Schweiz. Das Werk mit einer Höhe von 12 Metern und einer Breite von 16 Metern zählte zu den grössten Schweizer Skulpturen. In ihr verbinden sich Anspielungen auf Technik, Architektur und menschliche Formen. Die «Stahlkathedrale» symbolisiert den Menschen im Spannungsfeld von Natur, Kosmos und Zivilisation. Die Skulptur ist heute im Besitz der Stadt. Der Bürgergemeinderat hatte sie 1989 für 200 000 Franken gekauft. Ziel war es, die Ausstellung der Nachwelt wenigstens teilweise zu erhalten. Vor rund zweieinhalb Jahren wurde die Plastik saniert. Verschiedene Teile wiesen Witterungs- und Korrosionsschäden auf. (zim)

Kunstwerke in der Freiluftgalerie Limmattal findet man nicht nur entlang von Wegen, an Häusern und auf Plätzen, sondern auch mitten auf der Strasse. In verschiedenen Gemeinden wurden oder werden die Verkehrskreisel kreativ gestaltet. Oft mit dem Ziel, den Dorfeingang zu verschönern. Ein Kunstwerk, das eine ungewöhnliche Vorgeschichte kennt, steht auf dem Kreisel in Geroldswil. Im Jahr 2005 geriet dieser in den Fokus der Kantonspolizei Zürich, tauchte in der Verkehrsunfallstatistik als Unfallschwerpunkt auf. Grund dafür war die zu breite Fahrspur im Kreisel, die es erlaubte, praktisch ohne einlenken zu müssen und mit hoher Geschwindigkeit durch den Kreisel zu fahren. 2007 wurde das Innenrondell verbreitert und die Dorfstrasse vor dem Kreisel verengt, damit man abbremsen muss, bevor man sich in den Kreisverkehr einreiht. Für die Gemeinde war damit die Zeit gekommen, sich dem äusseren Erscheinungsbild des Kreisels zu widmen. Gleichzeitig wurden immer wieder Leute auf der Gemeinde vorstellig. Sie forderten, den Kreisel schöner zu gestalten. Die Idee, ein Kunstwerk aufzustellen, war geboren. Seither zieren zwei drei Meter hohe rostbelassene, sichelförmige Metallplatten mit dem nachts beleuchteten Gemeindelogo den Kreisel. Geschaffen wurde das Werk von Pietro Paladino, dem Abteilungsleiter Bau und Werke der Gemeinde. (zim)

Mit der Sicherheit kam die Kunst auf die Strasse

Kunstwerke in der Freiluftgalerie Limmattal findet man nicht nur entlang von Wegen, an Häusern und auf Plätzen, sondern auch mitten auf der Strasse. In verschiedenen Gemeinden wurden oder werden die Verkehrskreisel kreativ gestaltet. Oft mit dem Ziel, den Dorfeingang zu verschönern. Ein Kunstwerk, das eine ungewöhnliche Vorgeschichte kennt, steht auf dem Kreisel in Geroldswil. Im Jahr 2005 geriet dieser in den Fokus der Kantonspolizei Zürich, tauchte in der Verkehrsunfallstatistik als Unfallschwerpunkt auf. Grund dafür war die zu breite Fahrspur im Kreisel, die es erlaubte, praktisch ohne einlenken zu müssen und mit hoher Geschwindigkeit durch den Kreisel zu fahren. 2007 wurde das Innenrondell verbreitert und die Dorfstrasse vor dem Kreisel verengt, damit man abbremsen muss, bevor man sich in den Kreisverkehr einreiht. Für die Gemeinde war damit die Zeit gekommen, sich dem äusseren Erscheinungsbild des Kreisels zu widmen. Gleichzeitig wurden immer wieder Leute auf der Gemeinde vorstellig. Sie forderten, den Kreisel schöner zu gestalten. Die Idee, ein Kunstwerk aufzustellen, war geboren. Seither zieren zwei drei Meter hohe rostbelassene, sichelförmige Metallplatten mit dem nachts beleuchteten Gemeindelogo den Kreisel. Geschaffen wurde das Werk von Pietro Paladino, dem Abteilungsleiter Bau und Werke der Gemeinde. (zim)

Über Kunst lässt sich vortrefflich streiten. Zumal wenn sie in der Öffentlichkeit präsent ist. Hingebungsvoll wird diese Art der Auseinandersetzung in Schlieren gepflegt. «Skulpturen in Schlieren» heisst ein Projekt, das seit bald neun Jahren von der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB) durchgeführt wird. Letztere wurde 1983 gegründet. Ein Jahr später bezog sie im Gaswerk Schlieren die ersten Aussenplätze und Ateliers. Ziel der AZB ist es, die Arbeitsbedingungen plastisch schaffender Berufskünstler zu verbessern. Gemeinsam mit der Stadt wollen die Künstler die Wahrnehmung und das Bewusstsein der Bevölkerung für Kunstwerke und deren Wirkung im Stadtraum wecken und schärfen. Das führt immer wieder zu Widerstand in Form von politischen Vorstössen im Stadtparlament. Zum Symbol für die Auseinandersetzung um die Kunst im öffentlichen Raum ist die eigentlich namenlose Skulptur von Piero Maspoli bei der Unterführung an der Badenerstrasse geworden. Das Werk auf dem Stadtplatz sorgte 2006 für so viel Aufregung, dass die Steinplatte seither nur noch als «Stein des Anstosses» bekannt ist. Die damalige Gemeinderätin Trudy Schönbächler (CVP) äusserte ihre Skepsis anhand einer Kleinen Anfrage, in der sie die Stolpergefahr des Objekts hervorhob. Letztlich verschob die Stadt Maspolis Skulptur aus Angst vor Unfallklagen und säumte sie mit weissen Markierungen. Ganz entfernt wurde sie indes nicht. (zim)

Kontroverse gibt Werk einen Titel

Über Kunst lässt sich vortrefflich streiten. Zumal wenn sie in der Öffentlichkeit präsent ist. Hingebungsvoll wird diese Art der Auseinandersetzung in Schlieren gepflegt. «Skulpturen in Schlieren» heisst ein Projekt, das seit bald neun Jahren von der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB) durchgeführt wird. Letztere wurde 1983 gegründet. Ein Jahr später bezog sie im Gaswerk Schlieren die ersten Aussenplätze und Ateliers. Ziel der AZB ist es, die Arbeitsbedingungen plastisch schaffender Berufskünstler zu verbessern. Gemeinsam mit der Stadt wollen die Künstler die Wahrnehmung und das Bewusstsein der Bevölkerung für Kunstwerke und deren Wirkung im Stadtraum wecken und schärfen. Das führt immer wieder zu Widerstand in Form von politischen Vorstössen im Stadtparlament. Zum Symbol für die Auseinandersetzung um die Kunst im öffentlichen Raum ist die eigentlich namenlose Skulptur von Piero Maspoli bei der Unterführung an der Badenerstrasse geworden. Das Werk auf dem Stadtplatz sorgte 2006 für so viel Aufregung, dass die Steinplatte seither nur noch als «Stein des Anstosses» bekannt ist. Die damalige Gemeinderätin Trudy Schönbächler (CVP) äusserte ihre Skepsis anhand einer Kleinen Anfrage, in der sie die Stolpergefahr des Objekts hervorhob. Letztlich verschob die Stadt Maspolis Skulptur aus Angst vor Unfallklagen und säumte sie mit weissen Markierungen. Ganz entfernt wurde sie indes nicht. (zim)