Kälteeinbruch
Das Limmattal bereitet sich mit Salz und Tee auf die klirrende Kälte vor

Spital und Werkhöfe sind gefordert: In der Nacht auf morgen soll die Temperatur im Limmattal auf minus 11 Grad Celsius sinken.

Thomas Mathis
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Schlieren, weiss in weiss: Der Schnee liess gestern fast alle Farben verschwinden.

Schlieren, weiss in weiss: Der Schnee liess gestern fast alle Farben verschwinden.

Daniel Diriwächter

Dies sagen die Prognosen von Meteoschweiz. Die Mitarbeitenden des kommunalen Winterdienstes sind darauf vorbereitet. Laut Reto Vogel, Mitarbeiter des Werkhofs Bergdietikon, sind 50 Tonnen Salz vorrätig. Das reicht für rund 25 Einsätze. «Trotz Kälte und Schnee haben wir den Zustand der Strassen im Griff», sagt Vogel.

Ähnlich klingt es in Dietikon: «Unser Arbeitsaufwand für den Winterdienst hält sich bisher in Grenzen», sagt Roger Meyer, stellvertretender Leiter der Infrastrukturabteilung. Die Winterdienst-Equipe umfasse zehn Mitarbeiter und drei Landwirte, die bei Bedarf mit ihren Traktoren im Einsatz stehen. Auch in Dietikon sind die Salzlager noch voll, weil in diesem Winter noch kaum Salz benötigt wurde. In den fünf Silos lagern etwa 150 Tonnen Salz.

So sieht der Limmattaler Winzerzauber aus

Wie gezuckert: der verschneite Beriker Wald
14 Bilder
Ein winterlich verschneiter und vereister Brunnen am Waldrand in Urdorf. Und er läuft doch.
Winter Zauber im Beriker Wald
Die Urdorfer Weide bei herrlich winterlichem Wetter
Weiningens Hausdächer und Rebberge präsentieren sich im weissen Kleid.
Die Aussicht kann man von der Stelzenackerstrasse Richtung Stadthallenallmend in Dietikon geniessen.
Die Sonne stattete dem Limmattal gestern nur einen kurzen Besuch ab.
Diese Aussicht bietet sich Ringlikon.
Am Schnee hatten nicht nur die Kinder Freude. Auch die «Grossen» genossen den Schnee in Unterengstringen.
Auch ohne Sonne verzaubert der Schnee die Weininger Rebberge. (3.1.2017)
So präsentierte sich das Wisentäli zwischen Oetwil und Weiningen den Spaziergängern am 3. Januar 2017
Diese Aussicht auf die Weininger Rebberge von ihrem Fenster genoss Leserin Silvia Vogler am 3. Januar.
Der erste Schneefall in Urdorf.
Am Schnee hatten nicht nur die Kinder Freude. Auch die «Grossen» genossen den Schnee in Unterengstringen.

Wie gezuckert: der verschneite Beriker Wald

Albert Menozzi

Dennoch macht sich die Kälte auf den Strassen bemerkbar. Laut Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, kam es gestern Morgen im Zusammenhang mit den Schneefällen zu rund 40 Verkehrsunfällen. Personen seien dabei nicht zu Schaden gekommen. Doch mehrere stehen gebliebene Lastwagen hätten die Autobahn blockiert und zu langen Staus geführt.

Sven Bollinger, Betriebsleiter der Garage Gebrüder Wigger in Urdorf sagt, dass es vereinzelt Kunden gebe, die noch keine Winterreifen am Fahrzeug haben. Zudem gebe es einige wenige Fälle, in denen Fahrzeuge nicht mehr anspringen und überbrückt werden müssen.

Die Grippe geht um

Dem Spital Limmattal in Schlieren beschert das kalte Wetter mehr Arbeit. Die Anzahl Patienten mit Grippe- und Erkältungssymptomen steige an, teilt Hans Matter, Chefarzt des Instituts für klinische Notfallmedizin, auf Anfrage mit. Das Spital sei auf diesen Anstieg aber gut vorbereitet.

In den vergangenen Tagen hätten sich zudem die Fälle von Personen gehäuft, die auf Schnee und Eis ausgerutscht sind und sich verletzt haben. Die Zunahme von Personen, die an Grippe erkrankt sind, spürt auch die Drogerie Locher in Geroldswil. Drogistin Angela Winkler sagt, dass sie zurzeit besonders viele Grippetropfen und Mittel gegen Halsweh und Husten verkauft. Um sich in der kalten Jahreszeit aufzuwärmen, empfiehlt sie Teemischungen mit winterlichen Aromen.

Gutes Schuhwerk ist ratsam

Vereiste Stellen auf dem Trottoir können insbesondere auch für ältere Menschen zur Gefahr werden. Laut Elsbeth Liechti, Geschäftsleiterin der Regiospitex Limmattal, nehmen die Betreuenden ihren Kunden beispielsweise den Einkauf ab, damit diese nicht aus dem Haus müssen. Ebenso seien sie besorgt, dass die Heizung in den Wohnungen funktioniert. Zivka Gjorgjieva, Leiterin von Pflege und Betreuung im Alterszentrum Urdorf, rät den älteren Menschen, bei Möglichkeit nach draussen zu gehen. So könnten diese die prachtvolle Natur geniessen. Gutes Schuhwerk sei dabei aber sehr wichtig.