Dietikon
«Das Limmatfeld ist der richtige Ort für das Bureau.D.»

Der Verein Bureau.D fasst 800 Quadratmeter Ladenfläche im Weissdornhof als neue Bleibe ins Auge.

Fabienne Eisenring
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Fabienne Eisenring

Längere Zeit war es still geworden um Bureau.D. Nachdem der Verein ein Jahr nach Gründung Ende letzten November aus seiner ersten Bleibe, einer geräumigen Autogarage an der Dietiker Florastrasse, ausziehen musste, hat er sich in einem acht Arbeitsplätze umfassenden Provisorium an der Reppischstrasse eingerichtet. Nun macht er mit grossen Plänen von sich reden. Das Limmatfeld soll als neuer Standort dienen. Ende Juli werden die Vermieter entscheiden, ob die 800 Quadratmeter grosse Lokalität im Erdgeschoss des Weissdornhofs als Coworking Space genutzt werden kann. Laut Vereinspräsident Thomas Wickart stehen die Chancen für eine Zusage bei 80 Prozent. «Das mündliche Ja ist da. Die Frage stellt sich vor allem zur genauen Umsetzung.»

40 Arbeitsplätze und ein Café

An seinem ersten Standort hatte der Verein 200 Quadratmeter zur Verfügung, im Provisorium gerade mal 40. Doch was stellt man mit 800 Quadratmetern Fläche an? «Es ist geplant, zunächst nur die Hälfte zu nutzen», sagt Wickart. 40 Arbeitsplätze, mehrere Sofaecken und gar ein der Öffentlichkeit zugängliches Café sollen diese füllen. Der Grundriss würde in verschiedene Zonen aufgeteilt, darunter eine Art «Marktplatz», wo die Coworker einander besser kennlernen können.

Wickart schwebt vor, nebst Arbeitsplätzen für regelmässige Besucher auch solche für Aussendienstmitarbeiter anzubieten, die einmalig von einem fixen Standort aus zu Kunden in der Region schwärmen. Diesbezüglich sei das Bureau.D bereits von mehreren Unternehmen, etwa aus dem Kanton Luzern, angefragt worden. «Ich habe keine Zweifel, dass wir die Plätze füllen werden», sagt Wickart. Auch, weil sich durch den Dietiker Standortförderer Michael Seiler, der den Verein als Privatperson mitgegründet hatte, viele Türen öffnen. «Die Stadt Dietikon unterstützt uns zwar nicht finanziell, dafür mit Kontakten zu potenziellen Partnern», so Wickart. Seiler, der heute als Ehrenmitglied aktiv ist, sagt auf Anfrage: «Das Limmatfeld ist der richtige Ort für das Bureau.D.» Wie aus einer Erhebung des Vereins hervorgeht, wohnen im Limmatfeld vor allem junge Singles oder Paare, die zur Arbeit in die ganze Deutschschweiz pendeln. Sie könnten «den Tag im Homeoffice gegen Coworking» austauschen, sagt Seiler. «Das Bureau.D könnte zum belebenden Element für das Limmatfeld werden.»

 Diese 800 Quadratmeter grosse Ladenfläche im Weissdornhof im Limmatfeld haben die Coworker ins Auge gefasst.

Diese 800 Quadratmeter grosse Ladenfläche im Weissdornhof im Limmatfeld haben die Coworker ins Auge gefasst.

Fabienne Eisenring

Wird aus Verein Genossenschaft?

Aber ist das Neubauquartier nicht ein etwas teures Pflaster für einen Verein? Im Limmatfeld müssten sie sicher mehr Miete bezahlen als in der Florastrasse, sagt Seiler. Man sei daran, mit den Eigentümern verschiedene Mietmodelle zu prüfen. «Mit der grösseren Arbeitsfläche ist es aber möglich, mehr Einnahmen zu erzielen.» Wickart führt aus: «Die Tagespauschale von 30 Franken und die Preise der Abos für das wochen- oder monatweise Mieten eines Arbeitsplatzes, würden minim erhöht.» Wenn die Würfel im Juli günstig fallen, wäre auch der Schritt zu einer höheren Rechtsform nicht weit. «Wir prüfen derzeit, aus dem Verein eine Genossenschaft zu machen.» Der erhoffte Umzug dürfte dann auf Anfang 2018 erfolgen.

Und wenn es nicht klappt? «Dann geht es wieder auf die Suche nach Liegenschaften», sagt Wickart. Aus Dietikon hätten sie weitere Anfragen erhalten. Für die Standortförderung ist wichtig, dass das Bureau.D in der Stadt bleibt. «Wir brauchen mehr Coworking Spaces», so Seiler. Wie Wickart ist er überzeugt, dass sich die Arbeitswelt bis in zehn Jahren «massiv verändern» wird. Das Coworking repräsentiere eine Schnittstelle zwischen digitaler und Offline-Arbeitskultur. «Dietikon will diesen Wandel mitmachen – und entweder davon profitieren oder daraus lernen.»