Dietikon

Das Liebesleben gemäss Gülsha Adilji

Gülsha Adilji im Dietiker Stadtkeller.

Gülsha Adilji im Dietiker Stadtkeller.

Die Journalistin und ehemalige Joiz-Moderatorin Gülsha Adilji testet ihr erstes Kleinkunst-Programm auf der Bühne im Stadtkeller. Dabei zeigt sie sich selbstironisch, aber auch verletzlich.

Was macht man bei Liebeskummer? Glace essen? Die junge Journalistin und ehemalige Joiz-Moderatorin Gülsha Adilji lässt diesen Part von Herzschmerz lieber weg. «Als Veganerin kann vegane Glace in dieser schwierigen Lebenssituation kaum trösten», sagt sie. Stattdessen ist sie dem Rat ihres Mentors Reeto von Gunten gefolgt, ehrlich und echt zu sein, und schrieb deshalb ein Kleinkunst-Bühnenprogramm über die sogenannte Quarterlife-Crisis.

Letzten Freitag hat sie ihr Bühnenprogramm «D’Gülsha Adilji zeigt ihre Schnägg» im Dietiker Stadtkeller vor über 30 Zuschauern getestet. Während 90 Minuten entfaltet sich das Liebesuniversum einer 31-Jährigen. Mit Laptop und Beamer streut die Künstlerin Pointen, zeigt sich aber auch verletzlich und lässt zudem ihre Weinbergschnecke, die sie vor einem Jahr im Wald gesucht und gefunden hat, in einer Videobotschaft zu Wort kommen.

Gülsha Adilji recherchiert im Internet, wie man sein muss, um attraktiv zu sein fürs andere Geschlecht

Gülsha Adilji recherchiert im Internet, wie man sein muss, um attraktiv zu sein fürs andere Geschlecht

«Ich möchte, dass ihr euch in mich verliebt», verkündet Adilji zu Beginn ihres multimedialen Solo-Programms und erntet einige Lacher. Überhaupt sei man die beste Version seinersSelbst, wenn man mit jemandem zusammen ist, sagt sie. Etwa mit Sebastian: Auf der Leinwand ist das Foto eines Mannes zu sehen, dessen Augenpartie mit einem schwarzen Balken zur Anonymisierung verdeckt ist. Darunter steht in Klammern «Symbolbild».

Anders als in früheren Beziehungen, in denen der Freund sie an Partys nicht wirklich als Freundin vorstellte und sie deshalb auch gut als seine «Scientology-Beraterin» hätte durchgehen können, wollte Sebastian sie gleich mit zu seinen Eltern nehmen. «Er setzte mir den Floh ins Ohr, heiraten zu wollen», erinnert sie sich kopfschüttelnd.

Doch bei der Hochzeit seines besten Freundes realisierte Sebastian, dass sie nicht diejenige ist, die er heiraten wollte. «Sebastian betrank sich an der Hochzeit des besten Freundes, sagte ‹Du bist nicht meine Mutter› und verzog sein Gesicht wie Irina Beller», erzählt Adilji. Sie konsultiert deshalb das Internet, wie man sein sollte, um für das andere Geschlecht attraktiv zu sein. Auch hier kommt Ironie nicht zu kurz. Schliesslich beschreibt sie die Tücken des digitalen Dating-Dschungels.

«Es ist erfrischend, wie sie das Single-Dasein beschreibt», lobt Zuschauer Reto Siegrist. «Super Situationskomik», findet Brigitte Del Bon. Die Künstlerin selbst ist so begeistert vom Dietiker Publikum, dass sie scherzend zu ihrer Managerin sagt: «Annullieren wir alle anderen Auftritte und treten nur hier auf!».

Offizielle Premiere des Programms «D’ Gülsha Adilji zeigt ihre Schnägg» ist am
23. Februar in Miller’s Studio in Zürich.

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