Dietikon
Das Kolping Theater erntet mit «En Geischt als Hotelgascht» viele Lacher

Das Kolping Theater präsentiert einen vergnüglichen Schwank mit dem Namen «En Geischt als Hotelgascht». Es geht um das Hotel Müller, wo tatsächlich ein Geist sein Unwesen zu treiben scheint.

Susanne Brem
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Kolping Theater in Dietikon (4)
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Sandra Brem

«Oh ja, jetzt bin ich wirklich erleichtert, dass es vorbei ist!», sagte Hildegard Isler nach der Vorstellung am Samstag hinter der Bühne zu ihren Schauspielerkollegen. Der Grund: Sie stand heute zum allerersten Mal auf der Bühne und um ihren Text zu lernen hatte sie zwei Tage Zeit.

Eigentlich ist ihr Handwerk das Soufflieren. Und genau dort drin im Soufflierkasten fühlt sie sich wohl. Doch diesmal kam es anders. Diesmal wurde ihre Schauspielerkollegin Sandra Nägeli krank. Jetzt sollte die Souffleuse deren Part übernehmen! So kam sie ganz unverhofft ins Rampenlicht. Eine biedere alte Jungfer sollte sie spielen. Nachdem sie ihre Ängste überwunden hatte, meisterte sie ihre Aufgabe mit Bravour.

Viel Rummel um einen Spuk

Doch worum ging es im Stück überhaupt? «En Geischt als Hotelgascht» ist ein Schwank in drei Akten von Remo Arnold. Im Hotel Müller scheint tatsächlich ein Geist sein Unwesen zu treiben. Nachts knistert es in den Wänden. Das Licht fängt an zu flackern. Und am anderen Morgen liegen Lampen und Möbel kreuz und quer in der Rezeption und das Bild der ehemaligen Hotelbesitzerin, Marta Müller - Gott habe sie selig - hängt nicht mehr an der Wand! Die Concierge Rosa Huber (gespielt von Rita Stäbler) versteht die Welt nicht mehr: Marthas Bild findet sie jedes Mal in einem anderen Raum: einmal in der Küche, einmal im Dachgeschoss. Ob wohl die Seele der armen Marta noch keine Ruhe gefunden hat? «Aber nein», denkt Rosa Huber, «dafür muss es eine ganz natürliche Erklärung geben.» Dabei wären doch gerade jetzt wieder einmal Gäste im Haus. Zahlende Gäste. Das Hotel ist doch dringend angewiesen auf Geld, denn Geld fehlt seit Jahren..

Die Gäste sind recht illuster: Da sind die Schwestern Mathilde (gespielt von Hildegard Isler) und Kathrin Lengwiler (Susanna von Rotz), zwei alte Jungfern, die den ganzen Tag lang schwatzen. Dann sucht Familie Studer, ein paar Tage Erholung hier im Hotel. Doch die Mutter, Louisa Studer (Beatrice Hediger) führt ihre Familie an wie ein Feldweibel! Ständig kommandiert sie ihren armen Mann herum. Dann ist da ein Ornithologe, Alex Gübeli (Nehrim Jusufi), der mit Begeisterung das Balzverhalten von Bachstelzen und anderen seltenen Vögeln studiert. Und bald schon scheint sich etwas anzubahnen zwischen ihm und der Jungfer Kathrin.

Immer wieder sorgen witzige Sprüche und Situationskomik für Lacher im Publikum: Zum Beispiel als der Hoteldiener Leopold (Max Häberli) sich nachts allein in die Hotelhalle schleicht, um sich ein Gläschen Schnaps zu genehmigen. Mit seiner schlaksigen, schusseligen Art gewinnt er das Publikum sofort für sich. Auch an ulkigen Dialogen fehlt es nicht: Einmal will Mathilde ihre jüngere Schwester Kathrin warnen: «Dä Maa isch e Niete! Chasch dini Auge wieder ineschruube!», schliesslich will sie ihre Schwester vor Unheil bewahren. Das hindert Kathrin nicht daran, mit dem Vogelkundler Alex, spät in der Nacht den Paarungstanz der Bachstelze zu üben...

Wer aber ist der ominöse Geist der nachts im Hotel herum spukt? Finden Sie es heraus am Freitag und am Samstag, 1. und 2. Februar gibt es weitere Vorstellungen, jeweils um 20 Uhr.