Schlieren
Das Kamel hat bei der Aufführung des Kinderchors null Bock

In Andrew Bonds Weihnachtsgeschichte ist alles etwas anders: Das Kamel motzt, der Esel ist begeistert. Beim Weihnachtstheater des Kinderchors in der grossen reformierten Kirche wurden alte und neue Lieder gesungen.

Christian Murer
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Nora und Yannick als Erzaehler auf der Kanzel
15 Bilder
Ursi Baer leitet den Schlieremer Chinderchor
Schlieremer Chinderchor – geleitet von Ursi Baer
Kinderweihnacht 2012 Schlieren
Spielten einzelne Rollen, sangen aber auch im Chinderchor
Singen im Chinderchor bereitet viel Freude
Lara als Josef und Valeria als Maria
Die wunderschoenen Kleider hat eine Mutter genaeht
Andrew Bonds Weihnachtsgeschichte in Kirche Schlieren von Kinderchor aufgeführt
Der Chinderchor Schlieren – geleitet von Ursi Baer – singt Lieder von Andrew Bond
Die beiden Engel Rebekka und Chantal
Bald, bald isch Wienacht
«Esel, hast du gut geschlafen» «I-A ja, ja I-A, ich habe gut geschlafen»
Das Kamel spielt eine wichtige Rolle
Engagiertes Singen des Chinderchors

Nora und Yannick als Erzaehler auf der Kanzel

Christian Murer

Wer sagt denn, dass damals alle freudig dem Stern von Bethlehem gefolgt sind? So hat nämlich das Kamel von König Balthasar in der Weihnachtsgeschichte von Andrew Bond überhaupt null Bock, sein bequemes Luxusleben aufzugeben. Durch die trockene Wüste und über Berge zu reisen scheint ihm viel zu beschwerlich und mühsam. Nur widerwillig und ständig maulend macht es sich schliesslich auf den Weg. Der genügsame Esel von Zimmermann Josef hingegen ist begeistert von der Aussicht auf eine willkommene Abwechslung. Es macht ihm auch keine Mühe, die schwangere Maria auf seinem Rücken zu tragen.

So kommt es dann schliesslich zur Geburt von Jesus in einem gewöhnlichen Stall. Das hochmütige Kamel weigert sich, den armseligen Stall zu betreten, in der Maria und Josef absteigen - und verpasst damit prompt die Geburt des Jesuskindes. Das Kamel versteht die Welt nicht mehr. Ein Königskind soll in einem Stall geboren worden sein? Dies kann und darf doch nicht wahr sein. Doch auch ein hochnäsiges Kamel kann lernfähig sein. Und so kommt die Geschichte doch noch zu einem guten Ende.

Spielfreude und Sprachwitz

Die witzige Weihnachtsgeschichte wurde von Primarlehrerin Ursula Bär-Welti mit dem Kinderchor, Andrea Schläpfer, Organist Gilberto Fischli, Pfarrerin Claudia Schulz, einem engagierten Team und ganz vielen Kindern in der grossen reformierten Kirche in Schlieren inszeniert. Angereichert wurde sie mit alten und neuen Liedern, so auch dem vertrauten «Stille Nacht, heilige Nacht» mit zeitgemässen Strophen. Dazu sagte Ursula Bär-Welti, seit September Leiterin des Kinderchors Schlieren: «Es freute mich, dass die Kinder selbstbewusst dastanden und freudestrahlend sangen. Viele Sängerinnen und Sänger trauten sich sogar, zu zweit oder zu dritt eine Strophe singen.»

In der Tat: Begeistert lebten sich die Kinder in die Geschichte ein. Die Dialoge waren humorvoll und wirkten spontan. Sie entlockten den Zuschauern mehr als einmal ein frohes Lachen. Der kräftige Applaus am Ende war dann auch mehr als verdient. Gross und Klein äusserten sich lobend über die Aufführung. «Ich fand das ständig motzende Kamel echt lustig», sagte ein sechsjähriger Knirps. Auch Pfarrerin Claudia Schulz freute sich: «Ich bin wirklich begeistert, wie das gesamte Team in so kurzer Zeit so etwas Tolles auf die Beine gestellt hat.»