Wer sagt denn, dass damals alle freudig dem Stern von Bethlehem gefolgt sind? So hat nämlich das Kamel von König Balthasar in der Weihnachtsgeschichte von Andrew Bond überhaupt null Bock, sein bequemes Luxusleben aufzugeben. Durch die trockene Wüste und über Berge zu reisen scheint ihm viel zu beschwerlich und mühsam. Nur widerwillig und ständig maulend macht es sich schliesslich auf den Weg. Der genügsame Esel von Zimmermann Josef hingegen ist begeistert von der Aussicht auf eine willkommene Abwechslung. Es macht ihm auch keine Mühe, die schwangere Maria auf seinem Rücken zu tragen.

So kommt es dann schliesslich zur Geburt von Jesus in einem gewöhnlichen Stall. Das hochmütige Kamel weigert sich, den armseligen Stall zu betreten, in der Maria und Josef absteigen - und verpasst damit prompt die Geburt des Jesuskindes. Das Kamel versteht die Welt nicht mehr. Ein Königskind soll in einem Stall geboren worden sein? Dies kann und darf doch nicht wahr sein. Doch auch ein hochnäsiges Kamel kann lernfähig sein. Und so kommt die Geschichte doch noch zu einem guten Ende.

Spielfreude und Sprachwitz

Die witzige Weihnachtsgeschichte wurde von Primarlehrerin Ursula Bär-Welti mit dem Kinderchor, Andrea Schläpfer, Organist Gilberto Fischli, Pfarrerin Claudia Schulz, einem engagierten Team und ganz vielen Kindern in der grossen reformierten Kirche in Schlieren inszeniert. Angereichert wurde sie mit alten und neuen Liedern, so auch dem vertrauten «Stille Nacht, heilige Nacht» mit zeitgemässen Strophen. Dazu sagte Ursula Bär-Welti, seit September Leiterin des Kinderchors Schlieren: «Es freute mich, dass die Kinder selbstbewusst dastanden und freudestrahlend sangen. Viele Sängerinnen und Sänger trauten sich sogar, zu zweit oder zu dritt eine Strophe singen.»

In der Tat: Begeistert lebten sich die Kinder in die Geschichte ein. Die Dialoge waren humorvoll und wirkten spontan. Sie entlockten den Zuschauern mehr als einmal ein frohes Lachen. Der kräftige Applaus am Ende war dann auch mehr als verdient. Gross und Klein äusserten sich lobend über die Aufführung. «Ich fand das ständig motzende Kamel echt lustig», sagte ein sechsjähriger Knirps. Auch Pfarrerin Claudia Schulz freute sich: «Ich bin wirklich begeistert, wie das gesamte Team in so kurzer Zeit so etwas Tolles auf die Beine gestellt hat.»