Region Limmattal

Das Jugendzentrum soll zum Café für das ganze Dorf werden

Jugendtreff

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Die Oberengstringer Jugendarbeit plant ein Jugendcafé sowie ein kleines Open Air – und darf sich über mehr Stellenprozente freuen.

Im Sommer 2018 liess ein explodierter Boiler das 40-Jahr-Jubiläum des Oberengstringer Jugendzentrums buchstäblich ins Wasser fallen. Seither hat sich im sogenannten «JZ» einiges verändert. Nicht nur konnte die Feier im November 2018 nachgeholt werden. Kurze Zeit später stand bereits das nächste grosse Projekt an: Auf den Sommer 2019 hin gestalteten die Jugendlichen den Innenhof des Jugendzentrums um, wie die Jugendbeauftragte Sandra Jenny erzählt. So wurden unter anderem viele Beete mit Blumen, Gemüsen und Kräutern angelegt und unter einer selbst gebauten Pergola eine Lounge installiert. «Der Hof sieht jetzt einladend und gemütlich aus und wurde im Sommer viel genutzt», blickt Jenny zurück. Das neue Prunkstück des «JZ» soll diesen Sommer für ein kleines Open Air genutzt werden, verrät sie.

Das ist nur eine der Neuerungen, mit der die Jugendarbeit dieses Jahr aufwartet. So soll das «JZ» erstmals regelmässig für die ganze Dorfbevölkerung geöffnet werden. «Ab Frühling wollen wir ein Jugendcafé eröffnen», sagt Jenny. Die Jugendlichen tischen dann in den Sommermonaten jeweils am Mittwoch Kaffee und Kuchen auf. Dafür richten sie auf dem untersten von drei Stockwerken einen Raum ein, der bis vor kurzem noch brach lag.

Früher waren hier DJs eingemietet, bis der Raum vom Wasserschaden stark beschädigt wurde. In der Folge habe man sich für die Eigennutzung entschieden, sagt Jenny. Das Café soll nach der Eröffnung auch generell für Anlässe vermietet werden, sagt Jenny. Denn im Dorf fehlt etwa ein passendes Gemeinschaftszentrum.

Ein Rapper verstärkt die Jugendarbeit

Um die Pläne für das laufende Jahr zu bewältigen, werden die 135 Stellenprozente von Jenny und ihrer Mitarbeiterin Larissa Buser aufgestockt. Ab März verstärkt Didi Karaman das Team befristet für ein Jahr mit einem 40-Prozent-Pensum. Der als «Didi» aktive Rapper hat zuvor als Zivildienstler die Oberengstringer Jugendarbeit unterstützt.

In letzter Zeit bereiteten die Jugendarbeiterinnen aber nicht nur das Programm für 2020 vor, sondern arbeiteten auch intensiv an den Grundlagen. Denn das 2015 erstmals eingeführte Jugendkonzept lief Ende 2019 aus und musste überarbeitet werden. Bei der Umsetzung der Jugendarbeit und den Angeboten sei nichts verändert worden. Sie hätten das Konzept vor allem heutigen Bedürfnissen angepasst und sprachlich präzisiert, erklärt Jenny. Überdies sind die Zivildienstleistenden, welche die Jugendarbeit seit Jahren unterstützen, jetzt auch darin festgehalten.

Das Konzept sei zudem flexibel genug, um auf die laufenden Veränderungen der Jugendarbeit zu reagieren, sagt Jenny. So werde heutzutage die aufsuchende Jugendarbeit stärker gewichtet als früher. «Unser Konzept hat sich extrem bewährt», resümiert sie.

Die einzigen gewichtigen Veränderungen des Konzepts betreffen die Ziele und Indikatoren, anhand derer die Qualität der Arbeit ausgewertet wird. Denn seit 2015 wird die Jugendarbeit akribisch nach Zahlen geprüft. Teilweise entsprächen die Kriterien nicht mehr der aktuellen Arbeit. So sehen die Ziele etwa vor, dass mehr Jugendliche an Fachstellen weitergeleitet würden, erklärt Jenny. Aber heute sei die soziale und psychologische Arbeit in den Schulen so gut, dass die Jugendarbeit bei Problemfällen oft gar nicht mehr eingreifen müsse.

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