Zu dem Geschäft fehlt der Abschied der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Am Ende der Versammlung vom Mittwochabend hat deshalb Urs Leemann, abtretendes Mitglied der RPK, einen Vorbehalt ins Protokoll schreiben lassen. Nur so ist es möglich, dass er einen allfälligen Stimmrechtsrekurs einreichen könnte.

Der Grund für den fehlenden RPK-Abschied ist laut Leemann eine unterschiedliche Auffassung zum Geschäft. «Die RPK bemängelte gegenüber der Kirchenpflege vor Versammlungsbeginn eine Differenz bezüglich der für das Geschäft im Vorfeld zur Verfügung gestellten Unterlagen», sagt Leemann. Aus Sicht der RPK sei es die Pflicht der Kirchenpflege, alle nötigen Unterlagen zu liefern, wenn ein Geschäft an der Kirchgemeindeversammlung behandelt werde. Den Vorbehalt ins Protokoll schreiben zu lassen, sei noch die einzige Möglichkeit gewesen, später allenfalls zu intervenieren. Er wolle den Fall aber nicht dramatisieren. «Wir prüfen nun in den kommenden Tagen das Geschäft und treffen die notwendigen rechtlichen Abklärungen», so Leemann. Möglicherweise sei auch alles in Ordnung und die Angelegenheit löse sich in Luft auf. Andernfalls behalte er sich eine Stimmrechtsbeschwerde vor.

Anders bewertet die abtretende Kirchgemeindepräsidentin Barbara Haller den Fall. «Wir sind der Meinung, dass aus der Traktandenliste klar ablesbar war, dass an der Versammlung über die Orgel befunden wird», sagt sie. Zudem habe man der RPK auch den Beschluss der Kirchenpflege zur Anschaffung der Orgel zukommen lassen. «Ich hätte erwartet, dass die RPK sich meldet, wenn sie das Gefühl hat, zu wenig Unterlagen zu besitzen», so Haller.

Lange und intensive Diskussion

Der Vorbehalts-Eintrag war der Schlusspunkt eines spannenden Abends. Denn obschon der Entscheid zur Anschaffung einer neuen Orgel letztlich deutlich war, ging der Abstimmung eine lange Diskussion voraus. Die Geister schieden sich vor allem am Umstand, dass mit der Firma Rieger Orgelbau GmbH ein ausländisches Unternehmen und nicht die in Dietikon beheimatete Firma Metzler Orgelbau den Zuschlag erhielt. Die Kirchenpflege verwies auf das Submissionsverfahren. Dabei hätte die Summe aller Bewertungskriterien einen, wenn auch hauchdünnen, Vorsprung für Rieger ergeben. Zudem sei zum Verfahren kein Rekurs eingegangen.

Alles in allem wird der Preis für die Anschaffung der neuen Orgel mit 690 000 Franken beziffert. Damit übersteigt sie den budgetierten Betrag von 600 000 Franken. Deshalb werden nun Sponsoren gesucht. Zu diesem Zweck soll ein Verein gegründet werden. Ziel ist es, 180 000 Franken zu sammeln. Gelingt dies, würde die Orgel die Kirchgemeinde schlussendlich mit knapp 521 000 Franken belasten. Laut Jackie Rubi, Mitglied der Orgelkommission, sind bereits 100 000 Franken verbindlich zugesagt. (ZIM)