Am Samstag wurde sie vom Preisrichter und Schauexperten Martin Haab zur schönsten Kuh des Braunviehzuchtvereins Zürich und Umgebung gewählt. Korea nahm die Gratulationen huldvoll entgegen und liess sich von Regierungsrat Markus Notter die Preisglocke umhängen. Ob Muni Sepp mit der Wahl einverstanden war, ist nicht bekannt. Seine Aufmerksamkeit galt zwei anderen Kuhdamen, mit denen er in einen Flirt verwickelt war.

Für einmal lachten und johlten nicht Kinder auf dem Pausenplatz des Zentralschulhauses. Für einmal muhte es in allen Tonlagen, ununterbrochen, ausgiebig und stundenlang. 80 Kühe waren angetreten, sich zur Miss Dietikon oder zur Kuh mit dem schönsten Euter küren zu lassen. Dazwischen präsentierten Bauernkinder stolz ihre geschmückten Kälber. Manch ein Dreikäsehoch hatte seine liebe Mühe, wenn das Kälbchen partout nicht einsehen wollte, warum es still zu stehen hatte.

Alle zwei Jahre eine Viehschau

Der Braunviehzuchtverein führt seit über 20Jahren in Dietikon alle zwei Jahre eine Viehschau durch. Erich Keller, Landwirt auf dem Fondlihof in Dietikon, ist überzeugt, dass eine solche Veranstaltung auch und vor allem in einer städtischen Agglomerationsgemeinde Sinn macht. «Das ist Werbung für die Landwirtschaft», meint er und ergänzt: «Unsere Kinder wissen ja kaum noch, woher die Milch eigentlich kommt. Und weil die Stadt nicht so oft aufs Land kommt, gehen wir mit unseren Kühen eben in die Stadt.» Für Schulhauswart Andi Welti gehört eine Viehschau zur schweizerischen Kultur. Sorgen um die Sauberkeit auf seinem Pausenplatz macht er sich keine: Alles werde von den Veranstaltern wieder geputzt, versichert er.

Aber was macht eine schöne Kuh aus? Anita Dubs, Bäuerin aus Birmensdorf, erklärt: «Für mich ist eine Kuh schön, wenn sie eine Topausstrahlung und ein ansehnliches Euter hat. Die ganze Kuh muss harmonisch sein.» Und was macht ein Regierungsrat an einer Viehschau? Die Frage sei falsch, so Notter. Zu fragen sei vielmehr: Was macht ein Kuhbesitzer an einer Viehschau?, und er gibt die Antwort gleich selber: «Er fiebert mit!» Notter ist Mitbesitzer der Kuh Nora. Sie gewann den zweiten Preis in der Kategorie Kühe in der dritten Laktation. Für die kleine Sarah alles Nebensache: Ihr vier Wochen altes Kälbchen Lora ist sowieso das allerschönste!