Urdorf
«Das ist ein einzigartiger Umzug»

Die Planung für die Umplatzierung der Bewohner des Alterszentrums Weihermatt erfolgt generalstabsmässig. Für 29 Millionen Franken wird das Urdorfer Alterszentrum Weihermatt saniert und erweitert.

Flavio Fuoli
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Von Mitte Juni bis Anfang Juli ziehen die Alterszentrumbewohner in die Alterswohnungen ein. fuo

Von Mitte Juni bis Anfang Juli ziehen die Alterszentrumbewohner in die Alterswohnungen ein. fuo

Limmattaler Zeitung

Das bedingt den kompletten Umzug aller Bewohner und sämtlicher Dienstleistungen. Eine Herkulesaufgabe für Gesamtleiter Alfred Sigrist und seine Mitarbeitenden.

Nun sind die Zeitpläne erstellt. Ab Mitte Juni bis Anfang Juli wird der Umzug sowohl der Bewohner wie des Betriebs erfolgen. Das Heim zieht mit seiner gesamten Infrastruktur in die neuen Alterswohnungen unterhalb der Weihermatt, die dieser Tage fertig gebaut werden. Im Mai werden die speziellen Einbauten in den Alterswohnungen errichtet. Es geht laut Sigrist um Abgrenzungen oder betriebliche Installationen. Das Alterszentrum zahlt 80000 Franken Miete monatlich, inklusive 20000 Franken für den Ein- und Rückbau von Provisorien.

Am 11.Juli leer

«Das Alterszentrum muss am 11.Juli leer übergeben werden, damit die Bauarbeiten anlaufen können», erklärt Alfred Sigrist. Vor Weihnachten 2012 will man wieder zurückzügeln. Dann muss das Alterszentrum fertig umgebaut sein. Die Azur, welche die Alterswohnungen temporär ans Alterszentrum vermietet, wird dannzumal mit den Rückbauten aus dem provisorischen Heim wieder die herkömmlichen Alterswohnungen herstellen. In den Monaten April und Mai des Jahres 2013 sollen sie vermietet werden.

Die Unterbringung der 82 Heimbewohner in Wohnungen sei machbar, betont Sigrist. Es werde gar der Gesamtbetrieb mit einziehen. Sämtliche Dienstleistungen wie Administration, Pflege und Hotellerie werden durch das bestehende Personal vor Ort angeboten. Es gebe keinen Stellenabbau, verspricht Sigrist. Küche, Cafeteria und Nebenräumlichkeiten werden in grösseren Containern untergebracht, welche man auf der Terrasse zwischen den beiden Bauten hinstellt.

Damit bekomme man den nötigen Platz für die Bewohner und den Betrieb und erbringe die nötigen Dienstleistungen wie zuvor. Für die Küche wurden Alternativlösungen gesucht, aber verworfen. Betrieblich und finanziell habe man die zweckdienlichste Lösung gefunden, so Sigrist weiter. Weil man auch Nebenräume für die Produktion habe, seien auch grössere Veranstaltungen durchführbar.

Das Betriebskonzept sieht im Erdgeschoss des Azurbaus die betriebsrelevanten Teile wie Büro, Therapie, Personalgarderobe, Lagerräume sowie Lingerie und Wäsche vor. Der erste bis vierte Stock ist primär den Bewohnern vorbehalten. Pro Geschoss ist eine Wohnung als Ess- und Aufenthaltsraum reserviert. Auf dem ersten und dritten Geschoss sind zusätzlich je ein Stationszimmer geplant, im zweiten Geschoss der Stützpunkt Hotellerie wie Reinigung und Wäsche.

Neues Leben in Gruppen

Alfred Sigrist glaubt, dass die Bewohner emotional gefordert sein werden. Nicht nur ziehen sie in eine neue Umgebung, sie werden in den 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen auch in Gruppen wohnen. «Dieses Miteinanderleben ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, auch für die Pflegenden», glaubt der Gesamtleiter. Positiv falle ins Gewicht, dass das Wohnhaus im Gegensatz zum heutigen Alterszentrum übersichtlich und klar gebaut sei. «Der Bau erfüllt alle Voraussetzungen für den Temporärbetrieb durch die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich.»

Gesamtleiter Sigrist betont nochmals, dass das bestehende Personal und die bestehenden Dienstleistungen angeboten werden können. Dies bedeute eine grosse Wertschöpfung, denn gewohnte Dienstleistungen wie Essen und Lingerie hätte man auch von auswärts kommen lassen können. Er habe jedenfalls noch nie gehört, dass ein ganzes Heim in Wohnungen umgezogen ist. Dazu brauchen die Urdorfer denn auch ein halbes Dutzend Spezialfirmen zum Zügeln. Dazu Gesamtleiter Alfred Sigrist: «Das ist ein einzigartiger Umzug.»