Bezirk Dietikon
Das ist der mysteriöse dritte Kandidat, der Dietiker Statthalter werden will

Der parteilose Jurist Ramon Steffen aus Dietikon erklärt, wieso er sich für das Amt des Statthalters bewirbt.

Bettina Hamilton-Irvine
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Ramon Steffen zvg

Ramon Steffen zvg

Nun ist bekannt, wer der mysteriöse dritte Kandidat ist, der im letzten Moment noch aufgetaucht ist und sich für das Amt des Dietiker Statthalters und Bezirksratspräsidenten bewirbt. Die Kandidatur des 39-jährigen Juristen Ramon Steffen aus Dietikon traf am vergangenen Freitag und damit am letzten Tag, bevor die Frist ablief, beim Bezirksrat ein (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Sie sorgte für Überraschung. Denn einerseits kämpfen bereits zwei andere Kandidaten um das Amt: der von der FDP nominierte 36-jährige Jurist Simon Hofmann, der von allen Parteien unterstützt wird. Und der 56-jährige Adrian Leimgrübler, ebenfalls Jurist und FDP-Mitglied und bis im letzten Dezember Dietiker Statthalter. Gegen Leimgrübler, der von seiner Partei nicht mehr portiert wird, läuft ein Strafverfahren wegen Rechtspflegedelikten und Begünstigung.

Im Dezember 2015 wurde er fristlos entlassen, weil eine Untersuchung mehrere Pflichtverletzungen zutage gebracht hatte. Leimgrübler hat dagegen rekurriert, der Ausgang ist noch offen.

«Bewusst» parteilos

Andererseits ist Steffen im Limmattal noch weitgehend unbekannt. Im Gespräch mit der Limmattaler Zeitung legte er gestern dar, wieso er Statthalter und Bezirksratspräsident werden will. Die Aufgabe interessiere ihn sehr, weil sie bürgernah und verantwortungsvoll sei, sagt er. Zudem wolle er mit seiner Kandidatur eine Alternative zu den bestehenden Kandidaten bieten.

«Mein Alleinstellungsmerkmal ist die Unabhängigkeit», sagt Steffen, der parteilos ist – «bewusst», wie er sagt. So sage ihm einerseits keine Partei komplett zu. Andererseits erachte er es, gerade für das Amt des Statthalters, als zentral, unabhängig agieren zu können und keine Parteiinteressen einfliessen zu lassen.

Als Jurist mit mehrjähriger Führungserfahrung und einem grossen Interesse am politischen Geschehen wäre er zudem prädestiniert für das Amt, findet Steffen. Zuletzt arbeitete er beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich, wo er als Abteilungsleiter 14 Personen führte.

Davor war er bei der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde und beim Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen des Kantons Zürich beschäftigt. Dieses Jahr nahm Steffen sich ab April eine Auszeit in der Romandie. Seit September habe er sich nun intensiv mit dem Amt des Statthalters und Bezirksratspräsidenten auseinandergesetzt und auf die Kandidatur vorbereitet. «Es ist mir sehr ernst damit», sagt er.

Velo und Blasmusik

Dass man Steffen im Limmattal bisher noch nicht wahrgenommen hat, hat vor allem damit zu tun, dass er noch kein öffentliches Amt bekleidet hat. Er interessiere sich jedoch sehr für das politische Geschehen in der Region, sei vertraut mit den lokalen Begebenheiten und identifiziere sich stark mit dem Limmattal, sagt er.

In Dietikon wohnt der gebürtige Thuner seit zwölf Jahren. Seine Chancen sehe er als intakt an, sagt Steffen, der in seiner Freizeit gern zu Fuss und mit dem Velo unterwegs ist und ein Faible für Blasmusik hat. Wie er sich in den wenigen Monaten bis zur Wahl bei der Limmattaler Bevölkerung beliebt machen will, weiss er noch nicht genau: «Ich bin noch in der Entwicklungs- und Planungsphase meines Wahlkampfs.»

Das Stimmvolk im Bezirk wählt den neuen Statthalter am 12. Februar 2017. Zu einer stillen Wahl kommt es bei den restlichen Bezirksbehörden: Als Mitglieder und Ersatzmitglieder des Bezirksrats sowie Staatsanwälte kandidieren nicht mehr Personen, als Stellen zu besetzen sind.