Bergdietikon
Das «Hotel zur Schwalbe» feierlich eingeweiht

Ein 30-Jahr-Jubiläum und ein neues Schwalbenhaus : Die Naturschutzgruppe in Bergdietikon durfte gleich zwei Mal feiern.

Daniel Andrés Egli
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Limmattaler Zeitung

«Ich glaube das «Hotel zur Schwalbe», wie ich es gerne nenne, wird sich im nächsten Frühling über zahlreiche Besucher freuen dürfen», sagte Urs Vogel, SVP-Gemeinderat aus Bergdietikon, dieses Wochenende im Rahmen der Einweihung des neuen Schwalbenhauses beim Schützenhaus Kindhausen in Bergdietikon augenzwinkernd.

Rund zwei Dutzend Menschen trotzten den frostigen Temperaturen und feierten gleich zwei freudige Ereignisse. Das neue Schwalbenhaus und das 30-Jahr-Jubiläum der Naturschutzgruppe Bergdietikon.

Technisch keine Herausforderung

Kurz vor Mittag hatten die Präsidentin der Naturschutzgruppe Bergdietikon, Anita Weibel, und der Erbauer des Schwalbenhauses, Andy Junker, die Ehre, und präsentierten stolz und unter dem Applaus der Anwesenden ihr Schwalbenhaus.

«Technisch ist es keine grosse Herausforderung ein solches Schwalbenhaus zu bauen, allerdings muss man erst einmal auf die Idee kommen», erklärte Andy Junker, Schreiner aus dem Baselbiet.

Er habe dieses System von Schwalbenhäusern erfunden und im Kanton Basel Land sowie in Süddeutschland schon einige davon aufstellen können. «Ich glaube es ist eine Idee mit grossem Zukunftspotenzial», prognostizierte Junker und blickte nachdenklich auf seine Holzkonstruktion hinauf.

«Wir denken, dass Schwalbenhäuser in Zukunft immer wichtiger werden», sagte Anita Weibel, seit 1997 die zweite Präsidentin, welche die Naturschutzgruppe Bergdietikon in ihrem 30-jährigen Bestehen hatte.

Viele Menschen wollten nicht mehr, dass die Schwalben unter ihren Dächern nisten, meinte Weibel. Die Leute hätten Angst um ihre Fassaden und vor dem Vogeldreck. Diese Menschen müsse man verstehen, eine Lösung für die Tiere brauche es aber trotzdem.

Und hier kämen dann die Schwalbenhäuser zum Einsatz. Diese zwei auf zwei Meter grosse Konstruktion aus Holz erlaubte es gleich mehreren Vögeln zu brüten, ohne gestört zu werden und ohne dass die Vögel jemanden stören würden. «Eine Idee mit grossem Zukunftspotenzial», wiederholt Weibel die Worte von Andy Junker.

«Nun können wir nur hoffen»

Nachdem das Schwalbenhaus offiziell eingeweiht war, sah niemand mehr einen Grund, noch länger in der frostigen Kälte zu verweilen. Man liess das Schwalbenhaus sozusagen in der Kälte stehen, wo es nun einen Winter lang auf seine Gäste aus Afrika warten muss, um sich beim anschliessenden Apéro im warmen Schützenhaus Kindhausen aufzuwärmen.

Bei Wurst, Brot und wahlweise Bier oder Wein, feierte man das Jubiläum der Naturschutzgruppe Bergdietikon.

«Nun können wir nur noch hoffen, dass die Bergdietiker Schwalben im nächsten Frühjahr ihr neues Haus auch tatsächlich beziehen werden», meinte Anita Weibel, betrachtete das neue Schwalbenhaus noch einmal mit sichtlichem Stolz, bevor auch sie im warmen Schützenhaus verschwand.