Schlieren
Das Holz am neuen Werkhof-Bau stammt aus der Stadt

Mit der Einweihung des neuen Werkhofs von Schlieren ist die Überbauung an der Bernstrasse abgeschlossen.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Die Fassde des neuen Werkhof-Baus wurde aus Schlieremer Holz gefertigt
15 Bilder
In der grossen Haupthalle werden die Geräte der Grün-Abteilung der Schlieremer Werkbetriebe gelagert
Auch die Weihnachtsbeleuchtung findet hier Unterschlupf
Während der Wintermonate wird auch die Fähre Fahr hier an der Decke gelagert
Hier - an der Decke des Neubaus - wird während der Wintermonate die Fähre Fahr gelagert
Einkaufswägen dienen dazu, die Abfälle vom Auto zu den Depots zu transportieren
Auch ein Pausenraum für die Mitarbeiter ist im Neubau untergebracht
Güter werden hier gelagert
Auch die Sammelstelle hinter dem Bau ist neu.
Sie wurde mit einem Dach ausgestattet
Die unmittelbare Nähe zur Asylunterkunft (links) sei kein Problem, sagt Manuela Stiefel
Einweihung des neuen Werkhofs in Schlieren
Noch ist die Bernstrasse für den Verkehr gesperrt
Vogelperspektive auf das neue Gebäude des Werkhofs (links)
Die räumliche Nähe zur Asylunterkunft (links) stelle kein Problem dar, sagen die Verantwortlichen

Die Fassde des neuen Werkhof-Baus wurde aus Schlieremer Holz gefertigt

Alex Rudolf

Noch ist die Holzfassade des neuen Werkhof-Gebäudes markant heller als jene des danebenstehenden, L-förmigen Werkhofs. In ein paar Jahren werde die Witterung jedoch ihren Teil an die Gebäudehülle beitragen, sodass die beiden Bauten besser zueinander passen, sagt Albert Schweizer, Leiter Liegenschaften der Stadt Schlieren, bei einer Besichtigung.

Der neue Werkhof wird bereits seit einigen Wochen von rund sieben Angestellten der Grün-Abteilung der Schlieremer Betriebe genutzt und wird Anfang Mai mit einem Fest eingeweiht.

Im März vor zwei Jahren gab die Stimmbevölkerung dem Neubau für 2,4 Millionen Franken ihren Segen. Eng damit verknüpft war auch der Bau einer neuen Asylunterkunft gleich daneben für 2,8 Millionen Franken. «Dies war wichtig, denn in Schlieren gibt es nicht mehr viele Landreserven, auf denen Bauten für öffentliche Zwecke realisiert werden können», sagt Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) auf Anfrage.

So wurde seither auf wenig Raum entlang der Bernstrasse zwei notwendige Projekte realisiert. Ende 2016 entschied der Stadtrat, dass eine grössere Regenwasseranlage erstellt werden sollte. Nicht zuletzt um die Gebäudestandards für Schweizer Energiestädte einzuhalten, sollte mehr Regenwasser gespeichert werden können. Kostenpunkt: 85'000 Franken. Stiefel sagt auf Anfrage, dass diese Kapazitätserweiterung eine gute Investition war. «Schaut man die Anzahl Fahrzeuge an, die im Werkhof gewaschen werden, ist klar, dass man dies mit Regen- und nicht mit Trinkwasser tun sollte.»

Ein Dach zum Schutz der Limmat

Der fertige Bau passt gut an die Lage: Im an die Bernstrasse gerichteten Gebäudeteil können jeweils samstags Sammelgüter, wie Glas und Grünabfälle abgegeben werden. Dafür stehen eigens Parkplätze bereit. «Damit machen wir einen grossen Schritt bezüglich der Benutzerfreundlichkeit», sagt Stiefel. Denn die Abgabe von rezyklierbaren Gütern sei neu viel angenehmer. Gleich daneben ist ein kleines Büro eingerichtet, von wo aus die Abgabe betreut wird. Spektakulär mutet der gegen die Überlandstrasse und Limmat gerichtete, hintere Gebäudeteil an.

Im mehrere Meter hohen Raum mit Galerie werden neu die Maschinen und Güter der Grün-Abteilung der Stadt Schlieren gelagert. Noch mehr Lagerraum hat es im Zwischengeschoss, wo derzeit die Weihnachtsbeleuchtung eingestellt ist. «Nun haben die Mitarbeiter genügend Platz, um ihre Maschinen und Geräte ordentlich zu verstauen», so Schweizer. Während den Wintermonaten findet auch die Fähre des Klosters Fahr Platz im neuen Werkhof. Eigens dafür sind an der Decke Hängevorrichtungen montiert, an denen das kleine Boot aufgehängt werden kann.

Ebenfalls im Obergeschoss befindet sich ein Pausenraum sowie geschlechtergetrennte Garderoben. «Zwar sind derzeit bei der Werkabteilung keine Frauen angestellt, doch kann sich dies jederzeit ändern», so Schweizer.

Aufbewahrt und zur Weiterverarbeitung aufbereitet werden die an der Sammelstelle abgegebenen Güter in Betonbuchten hinter dem Neubau. Beim Bau der verschiedenen Abteile wurden mehrere Vorlagen des Kantons, wie etwa die Überdachung berücksichtig. Diese war zum Schutz der unweit gelegenen Limmat notwendig geworden.

Wie lange die Kapazität des erweiterten Werkhofs im rasant wachsenden Schlieren ausreicht, sei schwierig abzuschätzen, sagt Stiefel. «Wir gehen davon aus, dass sich auch die Wegwerfmentalität der Einwohner weiterhin verändert», so Stiefel. Daher lasse sich nicht sagen, für wie viele Menschen der heutige Werkhof ausreiche. Der Stadtrat geht bekanntlich für das Jahr 2020 mit einer Einwohnerzahl von 20'000 Menschen aus. «Fest steht: Noch einige Jahre darüber hinaus wird dieser Neubau sicher ausreichen.»

Nicht nur die Vergrösserung des Wassertanks ist ein Zeichen für nachhaltige Bauweise. Auch sind auf dem Dach des neuen Gebäudes Sonnenkollektoren befestigt und das Holz für die Fassade stammt nicht etwa aus den österreichischen Wäldern, wie es bei heutigen Projekten oft der Fall sei, so Schweizer. Nein, es stammt aus dem Schlieremer Wald. Zwar habe dies die Stadt bei Holzkosten von rund 100'000 Franken zwischen 10 und 15 Prozent mehr gekostet, doch wolle man auch mit gutem Beispiel vorangehen und andere Bauherren vom Material Schweizer Holz überzeugen, so Schweizer.

Am 5. Mai findet die Einweihung des neuen Werkhofs statt. Ab 17 Uhr finden Ansprachen und schliesslich die Schlüsselübergabe statt. Die Schlieremer Buuremusig sorgt für die Musik.