Neue Wohnungen und Ladenlokale - das Zentrum Geroldswil soll in den nächsten Jahren schrittweise weiterentwickelt werden. Bereits ab 2015 soll auf dem Kiesplatz gegenüber des Feuerwehrlokals gebaut werden. Entstehen soll dort ein fünfgeschossiges Gebäude. Im Erdgeschoss ist ein rund 1300 Quadratmeter grosses Ladenlokal geplant. Darüber sollen rund 25 Mietwohnungen entstehen. Davon sind 10 bis 15 als Alterswohnungen geplant. Ebenfalls 10 bis 15 sollen Familien zur Verfügung stehen. Dem Gebäude vorgelagert ist ein kleiner Platz mit Anschluss an die Huebwiesenstrasse vorgesehen. In einer Tiefgarage sollen zudem rund 150 Autos Platz finden.

Das Vorhaben ist Resultat einer Planungsstudie, die der Gemeinderat in Auftrag gegeben hatte und am Donnerstag der Bevölkerung präsentiert wurde. Auslöser für die Studie sind die vom Kanton geplanten flankierenden Massnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Zürcher Nordumfahrung. Diese wurden den Geroldswilern bereits im Juni 2011 vorgestellt.

Guter Wohnungs- und Gewerbemix

So soll unter anderem ab 2015 an der Kreuzung Gemeindehausstrasse und Limmattalstrasse ein Kreisel gebaut werden. Schon damals hatte der Gemeinderat angekündigt, dass die Bushaltestelle im Zentrum neu angeordnet werden soll. Die Haltestelle soll neu an die Gemeindehausstrasse in Fahrtrichtung Limmattalstrasse verlegt werden. Geplant sind zwei Haltestellen. Eine, diejenige näher zum Gemeindehaus liegende, mit einer Einbuchtung. Die davor liegende wäre eine Fahrbahnhaltestelle. Dadurch wird die Wiese, die sich in der Schlaufe befindet, frei und kann umgenutzt werden (siehe Kontext). Die Planungsstudie sollte nun Aufschluss darüber geben, wie die Nutzung der Busschlaufe und des Kiesplatzes zu einer inneren Verdichtung, einer Attraktivitätssteigerung sowie einem guten Wohnungs- und Gewerbemix beitragen können.

Busschlaufe soll bebaut werden

Bei den Planungen sei besonders darauf geachtet worden, wie sich die neuen Gebäude in die Huebwiesenstrasse, die eigentliche Ladenstrasse der Gemeinde, integrieren. «In fast jedem Gebäude an der Huebwiesenstrasse im Zentrumsbereich befinden sich Läden. Das ist eine besondere Qualität dieses Gebietes», sagte Urs Meier von der Planpartner AG, die die Planungsstudie ausgearbeitet hat.
Aus diesem Grund soll auch auf der heutigen Busschlaufe ein Gebäude mit einem Ladenlokal im Erdgeschoss und einem vorgelagerten Platz entstehen. Über der Ladenfläche sind Eigentumswohnungen vorgesehen. Wann dieses Vorhaben angegangen wird, ist noch nicht definiert. Zuerst wird die Planung für die Überbauung auf dem Kiesplatz vorangetrieben. Sowohl die Busschlaufe als auch der Kiesplatz befinden sich in Gemeindebesitz.

Kosten von 30 Millionen Franken

Die Kosten für das Projekt auf dem Kiesplatz werden mit rund 30 Millionen Franken beziffert. Ob die Gemeinde selber baut, das Land an einen Investor verkauft oder das Grundstück im Baurecht abgibt, ist noch nicht entschieden. «Wir werden alle Optionen seriös prüfen», so Finanzvorstand Michael Deplazes.

Bevor das Vorhaben überhaupt umgesetzt werden kann, muss die Bau- und Zonenordnung (BZO) revidiert werden, wie Gemeindeschreiber Beat Meier erklärte. «Der Kiesplatz befindet sich in der Freihaltezone und muss deshalb in Zentrumszone umgezont werden», so Meier. Zudem müsse das Gebiet um die Gemeindehausstrasse aufgezont werden und soll mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt werden.

Die Unterlagen zur Revision der BZO liegen bis zum 27. März öffentlich auf. Am 3. Juni wird die Gemeindeversammlung über die Revision der BZO befinden. Danach soll noch dieses Jahr das Investorenmodell bestimmt und im Anschluss der Projekt- und Gestaltungsplan erarbeitet werden. «Es ist ein ehrgeiziger Zeitplan», sagte Hochbauvorstand Willy Oswald.