Über 50 Jahre steht das Oberengstringer Gemeindehaus nun schon am Dorfplatz. Seither hat sich das Gebäude äusserlich kaum verändert. Einzig die Fenster wurden zwischenzeitlich ersetzt. Trotzdem ist das Gebäude energetisch in einem schlechten Zustand, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Das führt dazu, «dass über die Wintermonate viel Energie verloren geht und während der heissen Sommertage das Klima innerhalb der Räumlichkeiten das Arbeiten erschwert. Die Aussen- und Innenhülle müsste dringend energetisch saniert werden», heisst es.

Der Gemeinderat hat deshalb einen ausgearbeiteten Projektauftrag verabschiedet. Dieser beinhaltet vier Hauptziele: die energetische Sanierung der Aussen- und Innenhülle, eine Einordnung in das Dorfplatzkonzept, die Reduktion des Energieverbrauchs sowie technische Anpassungen. Zudem wurde eine von Liegenschaftenvorstand Jean Fritz Weber präsidierte Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein entsprechendes Sanierungsprojekt erarbeiten soll. Ziel ist es, dass die Sanierungsarbeiten im Jahr 2020 abgeschlossen sind.

Dann wird das Gemeindehaus 57 Jahre alt sein. 1963 wurde es erstellt und mit einer Feier eingeweiht. Es ist das erste richtige Verwaltungsgebäude der Gemeinde überhaupt. Von 1941 bis 1963 war die Gemeindekanzlei in einem ehemaligen Ladenlokal an der Dorfstrasse 45 untergebracht.

Einst war die Wohnung das Büro

Zuvor war es üblich, dass der Gemeindeschreiber und der Steuerbeamte ihre Arbeiten in den eigenen Wohnungen erledigten. Wer etwas von den Beamten wollte, musste am Abend in der Stube der Wohnung vorsprechen. Im Schulhaus stand der Gemeinde ein Archiv zur Verfügung. Als die Schulpflege diese Räume 1941 für eigene Zwecke benötigte, offerierte der damalige Gemeindeschreiber seine frei werdende Ladenlokalität an der Dorfstrasse. Oberengstringen zählte zu jener Zeit 750 Einwohner.

Der Gemeinderat konnte der Gemeindeversammlung somit die Schaffung einer zentralen Kanzlei mit Archiv beantragen. Die 22 anwesenden Stimmberechtigten stimmten mit 17 zu 5 dem Antrag zu. Die jährliche Miete belief sich auf 840 Franken. Aus alten Rechnungen geht hervor, dass der Gemeindeschreiber zu dieser Zeit 3600 Franken jährlich verdiente. Der Lohn des Steuerbeamten lag bei 2760 Franken pro Jahr. Die Kanzlei an der Dorfstrasse wurde in den 1950er-Jahren zu klein. 1960 stimmten die Stimmbürger dem Landkauf an der Dorf- und Goldschmiedstrasse zu. Ein Jahr später genehmigten sie einen Kredit über 1,6 Millionen Franken für den Bau des neuen Gemeindehauses.