Wer derzeit durch die Strassen schlendert, darf sich auf viele festlich geschmückte Fenster, Gärten, Bäume und Türen freuen. Im Limmattal ist die Weihnachtsdekoration pünktlich zum ersten Advent eingezogen. In einigen Gemeinden wird ausserdem die Tradition der «Adventsfenster» geführt. In Oberengstringen beteiligen sich an diesem Projekt unter anderem Kirchen, Spielgruppen, Gewerbevereine und Familien. Die Idee: An jedem Abend bis zum Heiligen Abend geht bei jemandem im Dorf ein «Adventsfenster» an mit anschliessendem Apéro. Etwa ganz im Sinne des Adventskalenders, nur etwas grösser.

Anmelden konnten sich alle Oberengstringer, die Gestaltung ist den Teilnehmern selbst überlassen. Es kann ein dekoriertes Fenster sein, ein Gartenhäuschen, ein Baum oder auch ein ganzer Balkon. Wichtig ist, dass es von aussen viele sehen können.

Familie Lissa ist für den 2. Dezember in Oberengstringen eingeteilt. Sie haben sich für die klassische Version – ein dekoriertes Fenster – entschieden. «Die volle Pracht unserer Dekoration soll bis zum 2. Dezember ein kleines Geheimnis bleiben», sagt Franziska Lissa. Aber so viel könne sie schon verraten: In ihrem Fenster wird die Szene der Drei Könige im Orient zu sehen sein, als sie den Stern von Betlehem entdecken. Sie haben auch das Fenster für die reformierte Kirche gebastelt.

«Im Kirchenfenster, das traditionellerweise am 24. Dezember eröffnet wird, sieht man dann, wie die Drei Könige bei Josef und Maria im Stall ankommen», so die Oberengstringerin. Beide Fenster würden von der Idee und von der Machart her zusammengehören, denn Familie Lissa wohnt neben der Kirche. Peter Lissa ist Sozialdiakon der Reformierten Kirchgemeinde Oberengstringen.

«Ich freue mich ganz besonders auf das Fenster von Familie Lissa», sagt eine der drei Organisatorinnen der Adventsfenster, Brigitte Velten. Sie sei gespannt, wie die Idee der Familie mit derjenigen der Kirche zusammenspiele. Die relativ junge Tradition, die in Oberengstringen seit dem Jahr 2006 geführt wird, sei ausserdem sehr beliebt geworden. «Dieses Jahr haben sich so viele angemeldet, dass wir einigen absagen mussten», so Velten. Neu würden sie eine Warteliste für das nächste Jahr führen. Im September fingen die Organisatorinnen mit der Planung an.

Familie Lissa organisierte ihre Dekoration sogar schon etwas früher, nämlich in den Sommerferien. «Wir hätten sonst keine Zeit gehabt», sagt die Oberengstringerin und lacht. Es sei schon ein bisschen komisch gewesen, zu dieser untypischen Jahreszeit die Weihnachtsdeko zu basteln. «Irgendwann fing ich sogar unbewusst an, Weihnachtslieder zu summen.» Aber die Verwirrung sei es wert gewesen. «Es war sehr schön mit der Familie zu basteln», so Lissa. Sie könne es kaum erwarten, das Ergebnis am Dienstag zu präsentieren.