Noch ein wenig zaghaft stellen sie sich neben die zwölf D-Juniorinnen des FC Schlieren in einen Kreis auf den Fussballplatz Zelgli. Nebst einem leichten Sonnencremeduft liegt bei den zehn Limmattaler Mädchen, die sich für das Mädchenfussballturnier des Projekts «Girls wanted» angemeldet haben und sich von Fussball begeistern lassen wollen, am Mittwochnachmittag noch ein Hauch Skepsis in der Luft. Viele der Sechs- bis Sechzehnjährigen spielten ausserhalb der Schule noch nie Fussball – jetzt stehen sie auf dem Fussballplatz den gleichaltrigen Expertinnen gegenüber.

«Wenn ihr etwas nicht könnt – kein Problem. Ihr müsst euch nicht entschuldigen. Das muss man bei uns auf dem Platz nicht», sagt Daniel Kneubühl, Juniorinnen-Trainer des FC Schlieren. Schnell hat er die Mädchen überzeugt. Mit viel Einsatz machen sie sich an die erste Aufwärmübung. Jedes Mädchen hat eine eigene D-Juniorin, die ihr die Übung vorzeigt. Sandra Steinmann vom Verein «Raumfang», die «Girls wanted» organisiert, gefallen diese Zweiergruppen, denn Ziel wäre es, dass jedes Mädchen später ein solches «Gotti» hätte, das ihm den Zugang zum Fussballclub erleichtert.

«Schnell, Joana! Nein, um den Töggel, nicht dran vorbei. Und jetzt ganz fest schiessen», feuert Juniorinnen-Vize-Captain Julia die sechsjährige Joana in der Stafette an. Die restlichen Mädchen hinter der Ziellinie stimmen in die motivierenden Zurufe mit ein. Dann wird es wieder ganz still, als Daniel Kneubühl erklärt, was der Unterschied zwischen Nockenschuhen und den sogenannten «Tausendfüsslern» ist und weshalb die einen Fussbälle schwerer sind als die anderen. In der Laufschule gilt höchste Konzentration, damit man nicht über die gelb-roten Sprossen stolpert. Ganz besonders kontrolliert springen – oder tänzeln schon fast – die D-Juniorinnen Lenia und Julia dann über den Rasen, als sie die Übung «La Cucaracha» vorzeigen. «Boah, so guet», sagt ein Mädchen sichtlich beeindruckt.