In der Eingangshalle der Kantonsschule Limmattal erklangen am Mittwochabend virtuose Töne. Wo sich sonst Schüler und Schülerinnen in der Pause treffen, versammelten sich nun Freunde und Familien zum traditionellen Neujahrskonzert. «Dieses Jahr gibt es zwei Premieren, eine erfreuliche und eine weniger erfreuliche», kündigte Organisator Daniel Stoll an. Die Besucher konnten sich besonders auf ein aussergewöhnliches Solo-Spiel auf dem Marimbafon freuen.

Die schlechte Nachricht war hingegen, dass zum ersten Mal ein Auftritt abgesagt wurde. Da der Chorleiter krank war, fiel die Inszenierung von «Beauty And The Beast» durch den Schülerchor aus. Dafür fanden die Organisatoren einen Ersatzleiter für den Kunstchor. Zudem sprangen drei Schülerinnen spontan als Blockflöten-Trio ein und eröffneten das Konzert.

Klassiker dürfen nicht fehlen

Das diesjährige Neujahrskonzert stand unter dem Thema klassische Musik aus dem 20. Jahrhundert. «Das Programm des Serenadenkonzerts im Sommer ist etwas freier. Da können die Schüler auch Unterhaltungsmusik spielen», so Stoll. Doch bereits am Neujahrskonzert sorgten die verschiedenen Ensembles und Chöre der Schule für reichlich Abwechslung.

Das Querflötenensemble versetzte die Besucher mit Edvard Griegs «Morgenstimmung» aus der Peer-Gynt-Suite in eine friedliche Ruhe, die kurz darauf von den jazzigen Rhythmen des Saxofonensembles weggefegt wurde. Dieses gab unter anderem Scott Joplins peppigen «Maple Leaf Rag» zum Besten.

Das Gitarrenensemble führte die Besucher mit südamerikanischen Klängen auf die andere Seite des Atlantiks und das Vokalensemble sang «La carità» des berühmten Opernkomponisten Gioachino Rossini. Damit der Anlass zu einem Erfolg wurde, haben sich die Schüler seit Beginn des neuen Schuljahres darauf vorbereitet.

Ein aussergewöhnliches Solo

Ein Highlight war ausserdem das virtuose Solo-Spiel von Yunpeng Ye auf dem Marimbafon. «Die Marimba gehört zum Schlagzeugunterricht. Wir hatten aber noch nie jemanden, der uns so etwas vorspielen konnte», sagt Stoll. Ein Solo-Beitrag sei im Allgemeinen eher aussergewöhnlich, meistens treten nur die Ensembles und Chöre der Schule auf.

Der Marimba-Musiker Ye kommt aus Schanghai, China, und verbringt momentan ein Austauschjahr an der Kantonsschule Limmattal, um die deutsche Sprache zu erlernen. «Ich spiele seit ungefähr vier Jahren auf der Marimba», sagt Ye.

Angefangen habe er mit einer kleinen Trommel, später nahm er Schlagzeugunterricht und gelangte schlussendlich zum Marimbafon, das zur Familie der Xylofone gehört. «Das Instrument hat einen sehr schönen Klang», meint Ye.

Dem schienen auch die Besucher zuzustimmen. Gebannt lauschten sie dem Präludium No. 1 des brasilianischen Komponisten Ney Rosauro und beobachteten, wie die vier Schläger in Yes Händen in atemberaubender Geschwindigkeit über die Marimba flogen.