Urdorf

Das erneuerte Alterszentrum soll für die nächsten 30 Jahre halten

Alfred Sigrist (Heimleiter), Franz Wipfli (Bereichsleiter) sowie Gemeinderat Andreas Herren (v.l.).

Alfred Sigrist (Heimleiter), Franz Wipfli (Bereichsleiter) sowie Gemeinderat Andreas Herren (v.l.).

Das Alterszentrum Weihermatt steht vor der Wiederöffnung im Dezember. Viel heller ist es, eine ausgebaute Terrasse gibts, neue Wohngruppen für Demenzkranke: Alles ist bereit fürs Festen und Feiern, und vor allem auch fürs Wohnen und Arbeiten.

Es wird gestrichen, gesägt, gefräst, gehämmert und Mobiliar zuhauf eingebaut: Im Alterszentrum Weihermatt geht es zu und her wie in einem Bienenhaus. Überall liegen Werkzeuge herum, die Böden sind mit Plastik abgedeckt. Kaum zu glauben, dass Mitte Dezember die Bewohner von ihrem Provisorium im nahen Azur-Haus hierher ziehen werden.

Und wenn sie es tun, werden sie ein «Bijou» vorfinden. Andreas Herren, Gemeinderat und Gesundheitsvorstand, verleiht dem grossen Saal diese Auszeichnung. Bisher geteilte Räume wurden zusammengeführt und erweitert, die Fensterflächen vergrössert. Es ist viel heller als früher. Auch die Terrasse ausserhalb der nach Süden gerichteten Fensterfront wurde ausgebaut. Über dem Saal schwebt die Galerie, ein weiteres Prunkstück, welches die Trakte miteinander verbindet, was früher nicht der Fall war.

«Der Saal ist vielseitig nutzbar», freut sich Herren. Neben dem Betrieb eines Cafés für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Besucher und sonstige Gäste, können darin Grossveranstaltungen wie die Weihnachtsfeier organisiert werden. «Die Weihnachtsfeier werden wir hier begehen, da kann kommen was will», blickt Herren auf die Eröffnung voraus. Auch akustisch wurde der Saal aufgerüstet, damit die älteren Leute bei Veranstaltungen besser hören können. Schliesslich will man den Leuten auch kulturell etwas bieten.

Neues Konzept für die Betreuung

Nicht nur fürs Festen und Feiern, sondern vor allem auch fürs Wohnen und Arbeiten werden sich die Verhältnisse nach dem Umbau stark geändert haben. Neu arbeitet man mit Wohngruppen. In den obersten Etagen werden je zwei Wohngruppen zu 18 Leuten, total für 72 Bewohner, eingerichtet. «Jede Einheit verfügt über die Infrastruktur für Pflege, Betreuung, Verpflegung und Personal», blickt Gesamtleiter Alfred Sigrist in die Zukunft. «Damit stellt jede Gruppe Pflege und Betrieb selber sicher.» Für die Bewohner speziell angenehm sei der Umstand, dass jedes Zimmer eine eigene Nasszelle aufweist.

Neu finden die Bewohner auch auf ihrem jeweiligen Stock einen grosszügigen gemeinsamen Essraum vor. «Grundsätzlich findet die Verpflegung auf den Etagen statt. Das Essen wird vor Ort bedarfsgerecht auf den Tellern angerichtet», so Sigrist.

Abteilungen für demente Personen

Eine weitere Neuerung ist die Schaffung von zwei geschützten Wohngruppen mit insgesamt 19 Pflegeplätzen für Menschen mit Demenzerkrankungen. Diese Gruppen verfügen über separate Ein- und Ausgänge und über ein Stationszimmer. Verpflegt werden sie als Kleingruppe an einem Art Familientisch. Neben den Etagen D und E wird vorerst nur die Abteilung C für elf Personen eröffnet. «Wir eröffnen die erste Gruppe für demente Menschen, die jetzt schon bei uns leben», sagt der Heimleiter dazu. Spätestens Ende zweites Quartal 2013 will man auch das Geschoss B dem Betrieb übergeben.

Für die Konzipierung der Demenzabteilungen zogen die Urdorfer Fachleute aus dem Heim Sonnenweid in Wetzikon bei. Auch beim Betrieb der Abteilungen werden sie auf Beratung zählen können, ebenso bei der Anstellung des Fachpersonals.

Endtermin einhalten

Beim Umbau kam es zu Verzögerungen und Überraschungen, wie Franz Wipfli, Abteilungsleiter Liegenschaften und technische Betriebe, erklärte. So musste beispielsweise die Decke zusätzlich abgestützt werden. «Auch die Planung der Haustechnik hat uns sehr beschäftigt», so Wipfli. Dennoch denkt er, dass man dank dem Einsatz der Bauleute die Endtermine wird einhalten können.

In den Umbau investiert die Gemeinde gemäss Rahmenkredit die Rekordsumme von 29 Millionen Franken. Laut Herren sei man auf gutem Weg, diese Vorgabe einzuhalten. Das Haus werde schliesslich wie neu daherkommen. Man habe es vor 30 Jahren erbaut, modernisiere es nun für weitere 30 Jahre und werde es dann einer neuen Generation überlassen, die es nach ihren Vorstellungen wird ändern können. Was sicher ist: Am 1.Juni 2013 wird ein Tag der offenen Tür durchgeführt.

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