Energie

Das EKZ-Stromnetz ist keine Einbahn mehr

Trotz Gewinnrückgang: Die EKZ sind mit dem Geschäftsjahr 2017/2018 zufrieden.

Trotz Gewinnrückgang: Die EKZ sind mit dem Geschäftsjahr 2017/2018 zufrieden.

Während zwölf Minuten im Jahr sitzt ein Kunde der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) durchschnittlich im Dunkeln - landesweit liegt der Durchschnitt bei 20 Minuten: Die EKZ sind - nicht nur deswegen - mit dem Geschäftsjahr 2017/2018 zufrieden.

Die EKZ  liefern Energie an 310'500 Kunden: Doch sie nehmen in ihrem Netz auch Strom entgegen, wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht: Im vergangenen Geschäftsjahr, das bei den EKZ jeweils von 1. Oktober bis 30. September dauert, haben insgesamt 4578 Anlagen selber produzierten Strom ins EKZ-Netz eingespeist.

Gegenüber dem Stand vor drei Jahren entspricht dies mehr als einer Verdoppelung. Damals waren es erst knapp 2000 gewesen. Bei praktisch allen Anlagen, die Strom an die EKZ zurückliefern, handelt es sich um Photovoltaikanlagen: Diese machen 96 Prozent der Rücklieferer aus, wie im Geschäftsbericht steht.

Zwölf Minuten kein Strom

Die EKZ sind mit ihrem Geschäftsjahr 2017/2018 zufrieden. So zeigten sie sich wiederum als verlässlichen Partner: Das Netz sei zu 99,998 Prozent zuverlässig gewesen – im Durchschnitt habe ein EKZ-Kunde nur während zwölf Minuten pro Jahr auf die Energielieferung warten müssen. «Das ist deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 20 Minuten», schreiben die EKZ im Geschäftsbericht.

Laut CEO Urs Rengel blieben die EKZ auch «einmal mehr einer der günstigsten Stromversorger». Die EKZ, die rund 310 500 Haushalte und Gewerbebetriebe in weiten Teilen des Kantons Zürich bedienen, produzieren nur einen geringen Teil des verkauften Stroms selber. Den überwiegenden Teil kaufen sie auf dem internationalen Markt ein.

Im Geschäftsjahr 2017/2018 versorgten die EKZ den Kanton Zürich mit insgesamt 5459 Gigawattstunden. Sie transportierten damit rund neun Prozent des gesamtschweizerischen Bedarfs. Gemäss Bericht stieg der Personalbestand im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent an. Das Unternehmen beschäftigte 1438 Mitarbeitende, darunter befanden sich auch 140 Lernende und Praktikanten.

In der Netzregion Limmattal waren und bleiben die EKZ besonders gefordert: So tangiert der Bau der Limmattalbahn auch den Energieversorger. Das Projekt sei sowohl in der Planung als auch in der Ausführung sehr anspruchsvoll und bringe einen hohen Koordinationsaufwand mit sich.

Die EKZ errichten die Energieeinspeisungen und frischen ihr Verteilnetz auf dem gesamten Abschnitt der neuen Stadtbahn auf: Im Zuge dieser Arbeiten erneuern die EKZ alle Leitungen, die in der Strasse verlegt sind. Damit sie nicht direkt unter den Gleisen der Limmattalbahn verlaufen, müssen sie verschoben werden.

In diesem Zusammenhang werden die 60 bis 70 Jahre alten Kabel, die sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähern, ersetzt. Im Berichtsjahr 2017/2018 haben die EKZ-Kabelschutzrohre auf einer Länge von 4710 Metern im Zusammenhang mit dem Limmattalbahnbau erstellt.

Erwarteter Rückgang

Die Finanzzahlen hatte das Unternehmen bereits im Januar mitgeteilt. Die EKZ schliessen das Geschäftsjahr 2017/2018 mit einem Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 71,1 Millionen Franken ab. Das sind 10,5 Millionen weniger als im Vorjahr.

Dieser Rückgang beunruhigt die Verantwortlichen nicht: Das Vorjahr sei «von Sondereffekten geprägt» gewesen, schreibt CEO Rengel. Und das aktuelle Betriebsergebnis sei insgesamt «leicht über den Erwartungen» ausgefallen.

Auch der Unternehmensgewinn, der mit 41,4 Millionen Franken angegeben wird, blieb deutlich unter dem Vorjahr. Dass nicht mehr dasselbe Niveau erreicht werden konnte, wird unter anderem mit den «sinkenden Margen im regulierten Kerngeschäft» begründet. Der Gewinn sei aber «nach wie vor erfreulich und entspricht den Erwartungen», heisst es im Geschäftsbericht.

Meistgesehen

Artboard 1