Birmensdorf
Das Dorfzentrum erhält ein neues Herzstück

Der Gemeinderat gibt grünes Licht für ein neues Café auf dem Wüeriplatz. Nach langer Durststrecke ohne Café im Dorf können sich die Birmensdorfer gleich auf zwei neue Lokale freuen.

Nicole Emmenegger
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Limmattaler Zeitung

Nach langer Durststrecke ohne Café im Dorf können sich die Birmensdorfer gleich auf zwei neue Lokale freuen: Der Gemeinderat hat letzte Woche die Baubewilligung für eine Cafeteria auf dem Wüeriplatz erteilt. Bauherrin ist die Immobilienfirma Reller AG, geplante Eröffnung im Sommer 2012. Schon länger bekannt ist, dass im Spätherbst 2012 eine Cafeteria im neuen Alterszentrums am Bach ihre Pforten öffnet (az Limmattaler Zeitung vom 9. Januar).

Ob man sich bald zu Kafi und Gipfeli auf dem Wüeriplatz treffen kann, steht allerdings noch nicht zu hundert Prozent fest: Laut Bausekretär Peter Siegrist hat eine Partei den Baurechtsentscheid angefordert – und ist somit berechtigt, innerhalb von 30 Tagen Einsprache zu erheben.

Café gehört zum Gestaltungsplan

Die Pläne für ein Café auf dem Wüeriplatz wurden bereits 2009 durch die Birmensdorfer Gemeindeversammlung absegnet – als Bestandteil eines revidierten privaten Gestaltungsplans, der das Zentrum aufwerten und beleben soll. In diesem Plan ist aber auch vermerkt: Falls die Nachfrage erwiesenermassen ungenügend und ein Café unrentabel wäre, kann der Gemeinderat eine «artverwandte Nutzung» festlegen.

Der Gemeinderat ist allerdings von der Rentabilität des neuen Treffpunkts im Dorfzentrum überzeugt: «Wir sind der Meinung, dass diese Cafeteria einem Bedürfnis entspricht», sagt Bauvorstand Bruno Knecht. Die Befürchtung, das geplante Café konkurriere das Snack-Center Freihof auf der gegenüberliegenden Strassenseite, teilt Knecht nicht: «Die Cafeteria spricht eine andere Kundschaft an als das Snack-Center. Vor allem Einkaufende oder Handwerker werden dort einkehren.»

Viel Glas und Holz

Luftig-leicht wie der Milchschaum auf einem Cappuccino soll auch das neue Gebäude daherkommen: ein Pavillon, erstellt in Holz-Leichtbauweise und mit grossen Fensterfronten zur Strasse hin. Im 118 Quadratmeter grossen Gastraum sorgt die sichtbare Holzkonstruktion für ein gemütliches Ambiente. Wie die Form des Buffets aussieht und welche Farbe die Tische oder Stühle haben, ist hingegen noch offen. «Der Pächter wird den Innenausbau bestimmen», sagt der Birmensdorfer Architekt Edwin Weber, der mit seinem Team das rund 570000 Franken teure Projekt im Auftrag der Firma Reller AG entworfen hat. Welcher Pächter das Café betreiben wird, sei noch nicht festgelegt: «Es gibt mehrere Bewerber, darunter Bäckereien aus der Region», so Weber.

Auch der Namen des neuen Treffpunkts steht noch in den Sternen. Naheliegend wäre laut Architekt Weber der Name Café Zentrum – in Erinnerung an das frühere Café aus den 60er-Jahren, das dem Migros-Gebäude am Wüeriplatz weichen musste.

Warteraum für Buspassagiere

Der geplante Cafeteria-Pavillon ist multifunktional: Nebst Kaffeetrinken kann man hier auch auf den Bus warten – und zwar im Aussenbereich, wo eine Sitzgelegenheit vorgesehen ist. Das Flachdach, das über die Fassade herausragt, soll die wartenden Passagiere vor Regen schützen.

Der Warteraum für die Bushaltestelle ist nur eine von mehreren Neuerungen am Wüeriplatz, deren Auftakt das Café sein soll. Laut Bausekretär Siegrist wird die Gemeinde unter anderem den Bereich zwischen Trottoir und Platz mit einem Treppenaufgang neu gestalten. Finanziert werden diese ortsgestalterischen Arbeiten mit Rückstellungen von 150000 Franken aus dem Projekt «Flamabi» (Flankierende Massnahmen Birmensdorf). Der Wüeriplatz selbst soll durch die Liegenschaftseigentümer saniert werden. Zudem ist eine Auffrischung der Gebäudefassaden am Wüeriplatz Teil der geplanten Aufwertung. Die Projekte der Eigentümer sind allerdings unterschiedlich weit fortgeschritten, wie Bauvorstand Knecht sagt.