Drei Jahre ist es schon her, seit das letzte Oberengstringer Weinfest über die Bühne ging. Der Traditionsanlass, der unterhalb des Rebhanges durchgeführt wurde, hatte schon seit längerem mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Ein neues Konzept musste her. So kam es, dass 2016 erstmals ein Dorfplatzfest organisiert wurde. Dieses Wochenende stand nun die zweite Auflage an.

Das Programm war mit über 20 Darbietungen vielfältig. Musikalisch wurde für jeden Geschmack etwas geboten. So sorgte die Acapella-Band «Invivas» für gute Stimmung am Freitag, während die Formation «Generell 80» 80er-Jahre-Hits am Samstag spielte. Liebhaber von Ländlermusik kamen am Sonntag beim Auftritt der «Streichmusik Alder Urnäsch» auf ihre Kosten.

In der Festwirtschaft auf dem Dorfplatz arbeiteten Mitglieder verschiedener Vereine in unterschiedlichen Schichten, um auf diese Weise Einnahmen für die jeweilige Vereinskasse zu generieren. Wie schon am Weinfest wurden am Dorfplatzfest Neuzuzüger mit einem Apéro begrüsst. Und auch die Tradition, den neuen Oberengstringer Wein im Weinhüsli zu degustieren, wurde beibehalten. Für Kinder gab es unter anderem ein Kino, einen Ballonwettbewerb, eine Schnitzeljagd und einen Kinderflohmarkt. Dort hatte die achtjährige Amanda einen Stand und verkaufte Spielsachen. «Ich möchte den Erlös dem WWF spenden», sagte sie. «Ich spare das verdiente Geld für neue Bücher», entgegnete ihre ältere Schwester Naomi.

Eine Chilbi fehlte

Bei den Besuchern kam der Anlass gut an, wenn auch einige das Weinfest vermissen. «Mir gefiel das Weinfest zum Flanieren besser, aber das Programm des Dorfplatzfests ist sehr gut und vielfältig», sagte Simone Vieceli. Für die 13-jährige Noa Jenny, die in Oberengstringen aufwuchs, ist das Dorfplatzfest eine gute Gelegenheit alte Schulfreunde wiederzusehen, da sie nun in Zürich ins Gymnasium geht. «Es wäre cool, wenn es das Weinfest wieder geben würde», so die Gymnasiastin. Der gleichen Meinung ist Srisegar Gopalakrishna.

Das Weinfest sei etwas Besonderes gewesen. Er habe jeweils viel Geld bei der Chilbi für seine beiden Kinder ausgegeben. Er vermisse deshalb das Weinfest ein bisschen, sagte der Oberengstringer. Etwas pragmatischer sah es James Levell, Abteilungsleiter der Pfadi Laupen: «Das Weinfest war eine schöne Tradition. Das Dorfplatzfest ist auch toll, weil man etwas fürs Dorf macht. Für uns Pfadi, spielt es keine grosse Rolle, ob Wein- oder Dorfplatzfest, wir sind einfach dabei».

Eine ähnliche Meinung hatte auch die 67-jährige Monika Kuhn aus Unterengstringen. Es müsse nicht unbedingt ein Weinfest sein. Hauptsache sei, dass es ein Fest für das Dorf gebe. Das Ehepaar Geri und Nandi Wolfer, das beim Jubilarenkonzert der Kreismusik Limmattal – einem weiteren Programmpunkt des Fests – ihr 50. Ehejahr feierte, lobte den Standort Dorfplatz. «Früher war alles etwas dezentralisiert», sagte Geri Wolfer. Auch OK-Mitglied Sandra Jenny gefällt der neue Standort besser, weil er mitten im Dorf ist. Jenny bedauerte aber, dass es keinen Platz für eine Chilbi hat, die für die Jugendlichen wichtig wäre. «Für mich ist das Weinfest nicht mit dem Dorfplatzfest zu vergleichen», sagte OK-Mitglied Ramona Nydegger, die schon im Komitee des Weinfests dabei war.

Eine positive Bilanz zog Gemeindepräsident André Bender: «Ich habe viele zufriedene Besucher getroffen. Was die Zukunft bringen wird, steht noch in den Sternen. Klar ist, dass es ein Fest in Oberengstringen braucht, an dem man sich trifft und das alle anspricht».