In seinen schwarzen Crocs-Latschen, mit der für ihn so typischen roten Ballonmütze und den lässig zusammengebundenen Haaren springt Linard Bardill auf die Bühne. Der Kinderliedermacher und Schriftsteller ist ein Star zum Anfassen. Man dürfe durchaus auch näher kommen, beginnt Bardill sein Konzert, der Mann am Bass beisse an Sonntagen schliesslich nie. Das Eis ist gebrochen, auch Bruno Brandenberger am Bass muss lachen.

Auf der Bühne stehen ausserdem zwei fünfte Klassen des Schulhauses Steinmürli. Sie probten seit den Frühlingsferien auf Bardills Konzert mit dem Namen «Nid so schnell, Wilhelm Tell», das nun am zweiten Tag des Jubiläumsfestes der Freizeitanlage Chrüzacher endlich aufgeführt wird.

Die Gitarre wird zur Armbrust

Bardill erzählt von Walti aus der zweiten Klasse, der in der Schule einiges einstecken muss, und schmückt seine Geschichte mit mitreissenden Liedern über Grossmäuler, Hackfleischtäschli und die kurzen Hosen von Wilhelm Tell. Dabei stellt er mit einer Handvoll Kindern die Apfelschussszene nach und gebraucht seine Gitarre kurzerhand als Armbrust. Später spornt der Bündner auch die Mamis und Papis im Publikum «zu richtig dreckigem Lachen» an. Richtig mies solle es tönen, mit dem Herrn Gessler sei schliesslich gar nicht zu spassen gewesen.

Die Erzählung kommt zum Happy End; die Kinder sind begeistert. «Die Geschichte war total lustig», sagt die sechsjährige Lina aus Dietikon. Auch ihr Onkel findet lobende Worte. «Wenn wir Bardills Geschichten als Kinder erzählt bekommen, finden wir sie unterhaltsam. Wenn man sie allerdings ein paar Jahre später nochmals hört, so merkt man erst, wie viel eigentlich dahinter steckt», sagt Marcel Stauffer und spricht damit die politische Botschaft Bardills zur Offenheit und Integration an.

Für die Zugabe dürfen alle dreikäsehohen Zuschauer auf die Bühne. «Wir singen für die Kinder aus Dietikon, aus der Schweiz und für alle anderen, die noch kommen werden», kommentiert Bardill guter Laune. Das Publikum hängt dem Stimmungsmacher ein letztes Mal an den Lippen.

Es rufen grosse Abenteuer

Für Michaela Tobler, die Leiterin der Freizeitanlage, ist das Jubiläumsfest eines der Highlights ihrer Zeit im Chrüzi. «Die Stimmung ist super und es ist unglaublich, wie zufrieden alle Besucher sind», sagt sie begeistert.

Besonderen Grund zur Freude hat Familie Zhang aus Dietikon. Ihr Los wurde gezogen und somit darf sie für 1500 Franken nach Rust in den Europapark reisen. Der Sohn freut sich bereits auf grosse Abenteuer.