Dietikon
Das Buch «Überleben mit Berlusconi» soll Pius Meier bei Sitzungen helfen

Nach der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats folgte der gemütliche Teil. Die Dietiker Guggenmusik «Schnierliwutz», legte zu Ehren des neuen «höchsten Dietikers» Pius Meier einen ohrenbetäubenden Auftritt hin.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Pius Meier ist neuer Gemeinderatspräsident von Dietikon
4 Bilder
Die Guggenmusiker sorgten für Höllenlärm und Stimmung
Die Stadtmusik spielte zu Ehren des neuen höchsten Dietikers
Spätestens jetzt wussten alle, wer neuer Gemeinderatspräsident ist

Pius Meier ist neuer Gemeinderatspräsident von Dietikon

Zimmerli Sandro

«Ich sehe meine Aufgabe ähnlich wie ein Dirigent», sagte Pius Meier (CVP) kurz nach seiner Wahl zum neuen Parlamentspräsidenten von Dietikon (az Limmattaler Zeitung von gestern). Er sprach davon, dass es in einem Parlament ähnlich einem Orchester laute Töne geben könne, es aber auch wieder leise Klänge brauche.

Ein erstes Mal laut wurde es dann bereits wenige Stunden nach Meiers Amtsantritt im Pfarreizentrum St. Josef, wo am Donnerstag das traditionelle Essen für die Parlamentskollegen und den Stadtrat über die Bühne ging. Verantwortlich waren aber nicht hitzige politische Diskussionen, sondern die Dietiker Guggenmusik «Schnierliwutz», die zu Ehren des neuen «höchsten Dietikers» einen ohrenbetäubenden Auftritt hinlegte.

Erster offizieller Dietiker Erfinder

«Ich habe euch vorgewarnt, dass es auch laut werden kann», erinnerte Meier seine Kollegen an seine Worte im Gemeinderatssaal. Dass seine Wahl für den musikalischen Programmpunkt des Abends auf die «Schnierliwutz» fiel, begründete Meier einerseits mit seiner Freude an Guggenmusik. Andererseits nimmt auch die Familie eine besondere Rolle ein – seine Tochter spielt bei den «Schnierliwutz».

Viel Zeit zum Spielen hat neuerdings auch René Stucki (SP), Meiers Vorgänger. Der Nachfolger hegte aber die Befürchtung, dass es Stucki langweilig werden könnte. Deshalb ernannte er ihn zum ersten offiziellen Erfinder Dietikons. Um diese Berufung amtlich abzusegnen, überreichte Meier seinem Vorgänger ein Diplom und zur Inspiration ein Buch mit 365 Erfindungen.

Gutschein für das Zürcher Schauspielhaus

Stucki seinerseits kam ebenfalls nicht mit leeren Händen. «Das Amt des Gemeinderatspräsidenten ist nicht ohne», wandte er sich an Meier. Es gebe drei Phasen, die schwierig werden könnten. Da sei erstens die Vorbereitung der Sitzungen. Er könne sich jetzt schon darauf einstellen, dass das Parlament oftmals einer Theatervorstellung gleiche. Deshalb überreichte Stucki Meier einen Gutschein für das Zürcher Schauspielhaus.

«Die zweite schwierige Phase ist die Sitzung selber. Dann, wenn alles schiefläuft und zu allem Überfluss die Traktandenliste nicht auffindbar ist», sagte Stucki. In solchen Situationen brauche man ein politisches Vorbild, das schon einige Stürme überstanden habe. Gefunden hat Stucki das Vorbild in unserem südlichen Nachbarland. «Überleben mit Berlusconi» heisst das Buch, dass Pius Meier neu sein Eigen nennen darf.

Heilmittel gegen schlaflose Nächte

Für die dritte schwierige Phase, jene nach einer Sitzung, die total daneben gehe, und dem Gemeinderatspräsidenten schlaflose Nächte bereite, gibt es laut Stucki ein altes Heilmittel – guten Whiskey. So durfte sich Meier als drittes Präsent über eine Flasche des edlen Getränkes freuen.