Wirtschaftspodium Limmattal
Das beste Start-up-Unternehmen: Preis geht in die Hände des Ältesten

Der Preis für das beste Limmattaler Start-up-Unternehmen wurde zum ersten Mal verliehen: Gewonnen hat die Topadur Pharma AG aus Schlieren.

Cynthia Mira
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Wie sich in der von Stephan Klapproth moderierten Diskussionsrunde auch zeigte, ist Mut nicht die einzige Eigenschaft, die einen nach oben bringt.
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BHelene Niedhart, CEO der Cat Aviation AG, alt Bundesrätin Doris Leuthard, Moderator Stephan Klapproth, Nadja Schildknecht, Co-Direktorin des Zurich Film Festival und der zweifache Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara sprachen in der Umweltarena Spreitenbach über ihre erfolgreichen Laufbahnen und welche Rolle Mut dabei spielt
Über 1000 Gäste konnte Pahr am Mittwoch in der ausverkauften Halle begrüssen.
Auch wenn der Durchhaltewille und die Disziplin auf dem Weg nach oben eine zentrale Rolle spielen, ist Mut ebenfalls ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor.
André Brühlmann und Simon May überreichen das Preisgeld.
Mittlerweile ist die Stadthalle zu klein für den Anlass. Bereits zum zweiten Mal diente deshalb die Umweltarena Spreitenbach als Austragungsort.
Ein Flug über den Grand Canyon weckte ihre Begeisterung für die Aviatik.
«Es braucht alles, Wille, Mut und Biss», fasste Cancellara zusammen.
Auch Doris Leuthard musste während ihrer Polit-Karriere zurückstecken. «70- bis 80-Stunden-Wochen sind als Bundesrat normal.
Grossen Einsatz musste auch Nadja Schildknecht an den Tag legen, um ihren Traum von einem Zürcher Filmfestival zu verwirklichen.

Wie sich in der von Stephan Klapproth moderierten Diskussionsrunde auch zeigte, ist Mut nicht die einzige Eigenschaft, die einen nach oben bringt.

Severin Bigler

Es brauche Mut für die Selbstständigkeit, sagte Simon May, Co-CEO des Instituts für Jungunternehmen (IFJ), auf der Bühne des Wirtschaftspodiums. Er leitete damit passend zum Motto mit Geschäftsführer André Brühlmann zur Bekanntgabe des Gewinners des Jungunternehmerpreises über. Der Preis für das beste Limmattaler Start-up-Unternehmen wurde zum ersten Mal verliehen; die Wahl traf bereits vor einer Woche eine 15-köpfige Jury. Die drei bestbewerteten Unternehmen aus über 50 Bewerbungen hatten die Chance auf den Gewinn.

Die Trophäe und das Preisgeld von 7000 Franken gingen an Reto Naef mit seiner Firma Topadur Pharma AG, die ihren Sitz in Schlieren hat. Sein Team forscht im Bereich von Medikamenten gegen Krankheiten, die besonders im Alter in Erscheinung treten. Es ist keineswegs die erste Prämierung, die er sich sicherte. Seine innovativen Ansätze zeigte er anhand von Studien mit Mäusen, die durch die Einnahme seines Medikaments trotz minimaler Dosierung im Gegensatz zum aktuellen Marktprodukt deutlich mehr Haarwuchs aufwiesen. Über den Jungunternehmerpreis zeigte er sich erfreut, gleichzeitig aber auch gelassen: «Ich gehe an solche Preisverleihungen ohne Erwartungen und empfinde den Sieg als Glück, aber es fühlt sich gut an», sagte er. Das Publikum erheiterte er bei seinem Auftritt mit dem Spruch, dass ein Jungunternehmer auch so wie er aussehen könne. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten kann er deutlich mehr Lebenserfahrung vorweisen.

Die Gewinner trafen sich nach dem Fototermin in der Gondel

Mit dem zweiten Platz wurde die Pexapark AG, ebenfalls aus Schlieren, geehrt. Co-Gründer Florian Müller stellte die Firma vor. Sie nimmt sich einer Problematik im Sektor der erneuerbaren Energie an: Die Kosten für die Produktion nachhaltiger Energieträger seien gesunken, womit sie konkurrenzfähig geworden seien und die staatlichen Subventionen wegfallen. Dies führe zu Unsicherheiten bei Investoren, weil statt dem sicheren Subventionsumfeld der schwankende Marktpreis zähle, sagte Müller. Die junge Firma bietet die Infrastruktur und das Know-how in Form einer Software an, die ein umfassendes Ertragsmanagement in einem sich wandelnden Umfeld ermögliche. «Ein solcher Anlass bietet uns eine Chance, um Ausschau nach neuen Mitarbeitern zu halten, die sich in unserer Branche auskennen und das Know-how mitbringen», so Müller.

«Ich habe mich sehr über diese tolle Möglichkeit gefreut, die eigene Firma vorzustellen», sagte Raphaela ­Cusati. Sie vereinfacht den Informationsaustausch zwischen den Betreuungspersonen in Kindertagesstätten (Kita) und den Eltern mittels einer App. Sie holte sich den dritten Platz.

Nach der Preisverleihung und dem Podium kam es in einer dafür aufgestellten Gondel zu einem Speednetworking. Die Teilnehmer hatten eine Minute Zeit, um sich vorzustellen, und fünf Minuten, um sich auszutauschen. Die drei Jungunternehmer nutzten die Gelegenheit: Sie tauschten sich mit dem Schlieremer Stadtpräsidenten Markus Bärtschiger, dem Verwaltungsratspräsidenten der Limmatstadt AG, Balz Halter, und Claude Lombard, Geschäftsführer der Nonkonformer GmbH, über Erfolg im Limmattal aus.