«Alter Bären»
Das «Bären»-Kriegsbeil ist begraben

Dietikons Gemeinderat stimmt einem Kompromiss zwischen Stadtrat und Initiativkomitee «Ja zum historischen Ortskern» zu.

Tobias Hänni
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Das «Bären»-Kriegsbeil ist begraben. (Archiv)

Das «Bären»-Kriegsbeil ist begraben. (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Der Stadtrat verpflichtet sich, die städtischen Liegenschaften auf dem historischen Kronenareal nicht zu verkaufen, das Initiativkomitee «Ja zum historischen Ortskern» zieht dafür sein Volksbegehren zurück: Das ist die Kompromisslösung in Form eines parlamentarischen Feststellungsbeschlusses, dem der Dietiker Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung mit 28 Ja- zu 2 Nein-Stimmen zugestimmt hat.

Der Streit, der mit dem Verkauf des «Alten Bären» im Dezember 2014 zwischen dem Stadtrat und den Initianten entbrannt war, ist damit beendet.

Letztere fühlten sich damals von der Stadt vor den Kopf gestossen, weil der Verkauf wenige Tage vor dem Einreichen ihres Volksbegehrens stattfand.

Mit der Initiative hätte der Verkauf verhindert und die Stadt zum Schutz des Ortszentrums verpflichtet werden sollen.

Einig beim Ziel, uneins beim Weg

«Beim Schutz des Ortskerns sind sich die Stadt und die Initianten einig», sagte Stadtpräsident Otto Müller (FDP) im Gemeinderat. Unterschiede habe es deshalb nicht beim Ziel, sondern beim Weg gegeben.

Die Initianten seien der Meinung, dieser Schutz sei nur gegeben, wenn die Gebäude im Besitz der Stadt verblieben, der Stadtrat vertrete eine andere Ansicht.

Müller bedankte sich bei den Initianten, dass sie für die «pragmatische Lösung» Hand geboten hätten.

Manuel Peer (SP) forderte als Präsident des Initiativkomitees seine Gemeinderatskollegen auf, diesem «Akt der Vernunft» zuzustimmen, mit dem man die Sache nun abschliessen «und einen Schlussstrich ziehen» könne.

Der Feststellungsbeschluss sei «formal eine elegante Lösung». Peer sah im Verkauf des «Alten Bären» - «ein Stück Familiensilber» - auch etwas Gutes: «Nun wird dort endlich gebaut, das Haus fällt nicht zusammen.»

Schade sei, dass sich die Stadt die Sanierung des Gebäudes nicht selbst zugetraut habe. Fraktionspräsident Stefan Wittwer bezeichnete den Beschluss im Namen der SVP als gangbaren Weg.

Damit müsse keine teure Volksabstimmung durchgeführt werden. «Wir wollen aber daran festhalten, dass der Stadtrat für den Liegenschaftenhandel zuständig bleibt.»

Mit dem genehmigten Feststellungsbeschluss darf der Stadtrat die beiden verbleibenden städtischen Liegenschaften «Taverne zur Krone» und Zehntenscheune weder verkaufen noch anderweitig veräussern. Es sei denn der Gemeinderat hebt den Beschluss wieder auf.