Dietikon
Das Auto im Lampengeschäft ist nur der Anfang der Katastrophe

Am vergangenen Samstagmorgen krachte ein Mann mit seinem Auto ins Schaufenster des Lampenfachgeschäfts «Luce 7» in Dietikon. Die Geschäftsinhaber des zerstörten Lampenladens erhalten viel Unterstützung

Florentina Spahr
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Beatrix und Guido Planzer bei den Wiederaufbauarbeiten im «Luce 7».

Beatrix und Guido Planzer bei den Wiederaufbauarbeiten im «Luce 7».

Florentina Spahr

Der Schock sass tief, als Beatrix und Guido Planzer ihr Ladenlokal sahen. Die beiden Inhaber des Lampengeschäfts «Luce 7» in Dietikon konnten nicht glauben, was sie dort vorfanden.

«Als wir den Anruf der Kantonspolizei erhielten, dachten wir, dass das Schaufenster und die Ausstellungsmodelle dahinter kaputt seien. Keiner von uns beiden konnte glauben, dass das Auto wirklich in unserem Laden steht», sagt Beatrix Planzer.

Am Samstagmorgen um 3.30 Uhr krachte ein Mann (44) mit massiv zu hoher Geschwindigkeit mit seinem Auto in das Schaufenster des Lampenfachgeschäftes «Luce 7». Erst mitten im Schauraum des Ladens kam das Fahrzeug zum Stillstand. Der Lenker selbst zog sich schwere Verletzungen zu. Seine beiden Mitfahrer (43 und 62) wurden dabei mittelschwer verletzt.

Das Schaufenster des «Luce 7» am Samstagmorgen.

Das Schaufenster des «Luce 7» am Samstagmorgen.

Kapo Zürich

Alle Stehlampen sind zerstört

«Der Schauplatz hat ausgesehen, als hätte eine Bombe in unserem Laden eingeschlagen», sagt Guido Planzer. Sehr viele Verkaufsgegenstände wurden zerstört, eine Heizung herausgerissen, sodass das gesamte Heizwasser im Laden auslief, diverse Möbel gingen zu Bruch, das Benzin und das Öl des Wagens sind im Geschäft ausgelaufen und alle Holzwände aufgequollen. Mittlerweile sieht es im und um das Geschäft nicht mehr ganz so schlimm aus. Dennoch: Erst vor zwei Jahren hat die junge Familie das Geschäft übernommen und fast den gesamten Laden mit viel Herzblut und Überstunden in Handarbeit renoviert hatte.

«Durch den Unfall ist die gesamte Stehlampenabteilung zerstört worden», sagt Guido Planzer. «Dies ist ein herber Verlust, denn gerade die nächsten zwei, drei Monate ist Hauptsaison, für Lichter aller Art.»

Natürlich sei es auch ein Existenzproblem. Denn den jungen Eltern würden nun die Produkte fehlen, um genug Umsatz zu generieren.

Den Kopf in den Sand stecken, will das aber Ehepaar nicht. Sie setzten auf ihre beratenden Dienstleistungen. Darauf weisen sie auch auf ihrer Homepage hin. Gerne beraten und betreuen die beiden ihre Kunden im Geschäft. Wer etwas Geduld mitbringe, bekommt auch seine Lampen, einfach etwas später als normal.

«Nun ist es wichtig, weiter zu machen und nicht aufzugeben», sagt Beatrix Planzer. «Wir schauen in die Zukunft und machen das Beste aus unserer Situation.»

Dankbar sind die beiden auch über die Unterstützung, die sie erhalten, sei es von der Familie, von Verwandten und Freunden oder von Kunden. «Das ist das Licht im Dunkeln. Wir fühlen uns getragen und darüber sind wir unendlich dankbar», sagt Guido Planzer. Es sei erstaunlich von wie vielen Seiten und Menschen diese Unterstützung kommt.

Keine Wut auf den Autolenker

Auf die Frage, ob die beiden eine Wut gegenüber dem Lenker verspüren, antworten beide sofort mit einem Nein. «Klar ist unsere Situation jetzt schwierig. Doch hat bei uns niemand körperlichen Schaden genommen», sagt Guido Planzer.

«Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und ihren Familien», so Beatrix Planzer. «Wir hoffen, dass es bald allen wieder gut geht.» Den beiden Geschäftsinhabern ist bewusst, dass es noch ein längerer Weg zurück zur Normalität wird. Doch sind sie zuversichtlich, dass sie ihn gemeinsam meistern werden und bald wieder die gesamte Bandbreite an Angeboten ausstellen und anbieten können.