Birmensdorf
Das Alterszentrum soll bereits 2014 einen hohen Gewinn erwirtschaften

Die Rechnung 2013 des Alterszentrum am Bach in Birmensdorf schliesst mit roten Zahlen – die Auslastung ist aber bereits gut. Der Präsident der Genossenschaft blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Florian Niedermann
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Beim Bau des Alterszentrums am Bach habe man nicht zu hoch budgetiert, heisst es bei den Verantwortlichen.

Beim Bau des Alterszentrums am Bach habe man nicht zu hoch budgetiert, heisst es bei den Verantwortlichen.

Franziska Schädel

Im Jahr 2013 wirtschaftete das Alterszentrum am Bach in Birmensdorf defizitär: Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Minus von rund 150'000 Franken. Und dies, obwohl die Betten im vergangenen August erstmals seit der Eröffnung im Oktober 2012 zu über 95 Prozent ausgelastet waren.

Dennoch sagt Bruno Letsch, der Präsident der Genossenschaft Alterszentrum am Bach: «Wir sind stolz auf unsere Betriebsleitung und ihren Erfolg im vergangenen Jahr.»

Grund zur Freude hat Letsch nicht nur, weil das Defizit des Alterszentrums am Ende weniger als die Hälfte betrug, als ursprünglich budgetiert wurde. Darüber hinaus wurde auch eine derart hohe Auslastung eigentlich erst Ende Jahr erwartet. Mehr noch, der Genossenschaftspräsident erwartet, dass das Alterszentrum bereits 2014 erstmals schwarze Zahlen schreiben wird: «Dass eine Institution wie das Alterszentrum in den ersten Jahren keinen Profit erwirtschaftet, ist völlig normal. Schliesslich muss das Personal für den Vollbetrieb bereits arbeiten, bevor die Hotellerie vollständig belegt ist.»

Erst wenn der Auslastungsgrad hoch sei, könnten daher die Betriebskosten gedeckt, und darüber hinaus Erträge eingenommen werden, sagt er. Dies ist nun seit letztem Sommer der Fall. Wenn also der Belegungsgrad nicht stark abnimmt, wird das Alterszentrum zukünftig profitabel betrieben werden können, wie Letsch erklärt: «Wir rechnen damit, dass wir 2014 bereits einen Gewinn von rund 400'000 Franken erwirtschaften können.»

Vergangenes Jahr hatte das Komitee «Steuergünstiges Birmensdorf» vom Gemeinderat gefordert, dass dieser eine Risikoanalyse durchführe, um abzuklären, welche Folgen ein allfälliger Konkurs des Alterszentrums für die Steuerzahler bergen würde. Dies, nachdem der Vorstand einen Verlust von 1,3 Millionen für das Jahr 2012 deponiert hatte.

Gemäss Volksentscheid vom Juni 200 leistete die Gemeinde Birmensdorf ein nachrangiges Darlehen von 6,4 Millionen für den Bau und die Inbetriebnahme des Alterszentrums. Schon damals erklärte Finanzvorstand Werner Haab (SVP), dass die Institution absolut im Businessplan liege.

Viel wichtiger als das Ergebnis der Erfolgsrechnung ist für die Genossenschaft, dass sie für 2013 einen positiven Cashflow von 800'000 Franken ausweisen kann, wie Letsch sagt: «Damit können wir bereits einen Teil der Hypothek auf die rund 21 Millionen Franken Fremdkapital abzahlen, die wir für den Bau des Alterszentrums aufgenommen haben.» Budgetiert gewesen sei für 2013 eigentlich ein Cashflow von nur 400'000 Franken.

An der Generalversammlung vom 7. Mai werden die Genossenschafter des Alterszentrums neben der Jahresrechnung auch über die Baukostenabrechnung befinden können. Das gesamte Projekt konnte innerhalb des Kostenvoranschlages inklusive Teuerung mit einer Gesamtsumme von rund 27,2 Millionen realisiert werden. Und dies, obwohl mehr Geld in die Infrastruktur investiert wurde als im Kostenvoranschlag vorgesehen.

So wurde mit dem budgetierten Geld etwa auch die komplette Einrichtung einer internen Lingerie finanziert, eine Telefonanlage mit Ruffunktion für alle Bewohner oder hochwertige Kaffeemaschinen in Bistro und Speisesaal.

Hat man also vor dem Bau schlicht zu hoch budgetiert? Letsch verneint: «Wir hatten einen externen Spezialisten für die Budgetierung zurate gezogen. Als wir während der Bauphase Vergebungsgewinne erzielten, waren wir ermutigt, Posten zu realisieren, die zuvor dem Rotstift zum Opfer gefallen waren.» Man sei dennoch zu keinem Zeitpunkt über Budget gelegen, so Letsch. Die 2 Millionen, die man so in zusätzliche Infrastruktur investiert habe, brächten eine starke Verbesserung des Angebots für die Bewohner mit sich.