Rechtes Limmattal
Das Altersheim in Weiningen soll bis 2037 doppelt so gross werden

Im Juli wird das Siegerprojekt für den Altersheim-Ausbau vorgestellt.

David Egger
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Nach dem Nein zum letzten Projekt 2008 plätscherten die Ausbaupläne des Altersheims in Weiningen vor sich hin. Doch jetzt geht es in die entscheidende Phase.DEG

Nach dem Nein zum letzten Projekt 2008 plätscherten die Ausbaupläne des Altersheims in Weiningen vor sich hin. Doch jetzt geht es in die entscheidende Phase.DEG

David Egger

Das Seniorenzentrum der rechtsufrigen Limmattalgemeinden muss erneuert und ausgebaut werden. Nachdem das Stimmvolk in Oberengstringen, Oetwil, Geroldswil, Unterengstringen und Weiningen 2008 das Alba-Vinea-Projekt ablehnte, das Alterswohnungen für betreutes Wohnen (mit aus Gegnersicht zu hohen Mietzinsen) vorsah, sagten 2009 die Gemeinderäte beider Engstringen auch noch Nein zum Kredit für die Sanierung.

Danach war es lange ruhig um die Ausbau- und Sanierungspläne. Die Architekten, die sich den Auftrag ergattern wollen, haben jetzt aber eine konkrete Zahl an Pflegeplätzen, an der sie sich orientieren müssen: Ein erster Ausbau soll 78 neue Zimmer bringen und eine Tiefgarage mit 80 Parkplätzen. Dies zeigt sich im Schweizer Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen (Simap; die Abkürzung stammt vom französischen Namen). Dort ist derzeit der Studienauftrag für ein Neubau-Wettbewerbsprojekt ausgeschrieben.

90...

...Betten hat das Seniorenzentrum Im Morgen zurzeit. Ein Teil wird mit der Sanierung aufgehoben. Nach der ersten Ausbauetappe beträgt die Bettenzahl gut 150. Später kommen mit der zweiten Etappe weitere 45 Betten hinzu.

In dessen Projektbeschrieb ist ersichtlich, dass eine zweite Bauetappe weitere 45 Zimmer bringen soll. Diese sind aber noch ferne Zukunftsmusik; sie sollen bei Bedarf in etwa zwanzig Jahren realisiert werden. Dazu kommt die Sanierung des alten Gebäudes. Sie ist nicht Teil des ausgeschriebenen Studienauftrags, wird aber im Anschluss an die erste Bauetappe vorgenommen – und zwar vom gleichen Generalplanungsunternehmen, so der Plan. Für die zweite Etappe ist dann neben dem üblichen politischen Weg ein neuerlicher Wettbewerb wahrscheinlich, bei dem die mit der ersten Etappe betrauten Firmen gute Karten hätten.

Zur Einordnung der Grösse des Vorhabens: Heute verfügt das Seniorenzentrum über knapp 90 Betten, wobei fünf Zimmer als Doppelzimmer belegt sind. Die neuen Zimmer, die mit den beiden Ausbauetappen hinzukommen, werden ausschliesslich über ein Bett verfügen. Denn Zimmer für mehrere Bewohner werden seltener nachgefragt. «Die Doppelzimmer im alten Gebäude bleiben aber bestehen.

Eine kleine Nachfrage danach gibt es schon noch, vor allem von Ehepaaren», sagt Konstantin Schütterle, Weininger alt Gemeinderat und Vizepräsident des Zweckverbands Seniorenzentrum Im Morgen in Weiningen. Einzelne Zimmer im alten Gebäude werden laut Schütterle aber im Rahmen der Sanierung aufgehoben. «Mit dem Ausbau werden zum Beispiel zusätzliche Stationszimmer auch im alten Gebäude nötig. Nach der ersten Ausbauetappe und der Sanierung wird die Bettenzahl daher insgesamt rund 150 betragen», sagt Schütterle.

Alt und neu werden verbunden

Das neue und das alte Gebäude werden nicht nur betrieblich, sondern auch baulich eine Einheit bilden. In der Ausschreibung heisst es, der Neubau sei mit einer wettergeschützten Verbindung auf allen Geschossen an das alte Gebäude anzudocken.

Unternehmen, die am Architekturwettbewerb teilnehmen wollen, können sich noch bis zum 24. Januar um 17 Uhr beim Bauherrendienstleister Helbling Beratung und Bauplanung AG in Zürich Altstetten bewerben. Die Firma organisiert den ausgeschriebenen Studienauftrag für den Zweckverband. Aus allen Bewerbern wird dann eine Wettbewerbsjury sechs Teams auswählen, die die genauen Anforderungen und Unterlagen erhalten, um ihre Idee weiterzuverfolgen.

Bei dieser Vorselektionierung gibt es mehrere Kriterien. Etwa auch, wie viele und welche Erfahrungen die Bewerber beim Ausbau von Altersheimen haben. Weiter werden die Bewerber auch Skizzen einreichen. Die Jury besteht aus 13 Personen. In der Mehrheit ist die Politik: Sieben Delegierte des Zweckverbands sind in der Jury vertreten. Dazu kommen sechs Experten aus der Privatwirtschaft, so etwa Architekten, Ingenieure und Planer mit Erfahrung im Altersheim-Bereich.

Abstimmung im Herbst 2018 geplant

Zum Zeitplan: Im kommenden Juli soll sich die Bevölkerung das von der Jury gekürte Siegerprojekt und die Entwürfe der fünf Mitbewerber ansehen können. Im September 2017 soll die Delegiertenversammlung des Zweckverbands einen Kredit von gut 450 000 Franken sprechen, damit die Sieger ein Vorprojekt ausarbeiten können, das voraussichtlich 2018 vor die Delegierten und vors Volk kommt. «Stand heute ist geplant, dass das Stimmvolk der fünf angeschlossenen Gemeinden am 23. September 2018 an der Urne über den Kredit abstimmt», sagt Konstantin Schütterle. Eine definitive Zahl gibt es noch nicht, der Kredit werde aber etwa 40 Millionen Franken betragen – darin enthalten sind die erste Bauetappe und die Sanierung. Kommt alles wie geplant, ist der Bezug des Neubaus im Jahr 2022 realistisch.

Übrigens: Gestorben ist die Idee mit den Alterswohnungen. Auch nach dem Alba-Vinea-Nein meldeten Weiningen und Unterengstringen 2014 Bedarf dafür an. Nun ist klar: Die Gemeinden werden sich allein um diese Thematik kümmern und nicht der Zweckverband. Das neue Projekt lasse sich mit Alba Vinea nicht vergleichen, sag Schütterle: «Das sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe. Beim geplanten Ausbau und der Sanierung geht es allein darum, den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen und genügend Pflegeplätze für die Bevölkerung der Verbandsgemeinden zur Verfügung zu stellen.»